Schaeffler-Zukunft: Schaeffler will Fusion mit Conti aufschieben

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Neuer Wirbel um den Autozulieferer Continental und seinen Großaktionär Schaeffler: Das hoch verschuldete Familienunternehmen aus Herzogenaurach will einem Medienbericht zufolge das geplante Zusammengehen mit Conti aufschieben.

Schaeffler habe bei einem Treffen der Unternehmensspitzen vorgeschlagen, beide Konzerne sollten sich für die nächsten zwölf Monate auf die Lösung ihrer eigenen Probleme konzentrieren, berichtete manager-magazin.de am Dienstag (23.6.).

Schaeffler dementiert Spekulationen

In der aktuellen Krise sei eine Konzentration auf eine Fusion laut Schaeffler derzeit kaum möglich. Ein Conti-Sprecher in Hannover wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein Sprecher von Schaeffler sagte, beide Unternehmen arbeiteten weiterhin an einer Zusammenführung. Alles andere seien Spekulationen.

Wie das Magazin schreibt, interpretieren "Conti-Kreise" den Vorschlag eines Aufschubs so, dass Schaeffler offenbar größere Probleme im operativen Geschäft habe. Bei Schaeffler dagegen hieß es, wenn es zu einer Verzögerung komme, dann habe das einen anderen Grund. Conti habe seine Hausaufgaben nicht vernünftig gemacht. Schaeffler benötige zusätzliche Informationen über die Situation in Hannover.

Am Zukunftskonzept wird noch gearbeitet

Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann hatte auf der Hauptversammlung Ende April angekündigt, innerhalb von 100 Tagen ein Zukunftskonzept vorzulegen. Schaeffler hatte sich bei der auf Pump finanzierten Übernahme des drei Mal größeren Continental-Konzerns im Zuge der Finanz- und Autokrise überhoben. Die hoch verschuldete Gruppe bittet um Staatshilfen und arbeitet seit Monaten an einem Zukunftskonzept. Auch Conti hat einen riesigen Schuldenberg, wegen der Milliarden-Übernahme von Siemens VDO.

Schaeffler hält knapp unter 50 Prozent an Conti und hat weitere 40 Prozent der Anteile bei Banken geparkt. Anfang dieses Jahres hatten beide Konzerne vereinbart, über eine Zusammenlegung der Automobilsparten zu sprechen und die Conti-Reifensparte auszugliedern. Ziel sei es, in Deutschland einen"«zweiten globalen Champion im Automobilzuliefergeschäft" zu schaffen.

Als Option gilt aber auch eine komplette Fusion beider Konzerne unter Conti-Führung. Dabei würde aber der Anteil der Schaeffler-Familie an dem Gesamtkonzern nach einer Kapitalerhöhung
deutlich sinken.

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dpa/uba

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