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Scheinwerfertechnik

Licht bringt Sicherheit

Foto: Mercedes 14 Bilder

H4, H1, Xenonlicht und LED – man täte den heutigen Lichtsystemen unrecht, würde man sie allein als Scheinwerfer betiteln. Sie bringen seit Jahrzehnten immer mehr Licht ins Dunkel und sind dabei eine der wichtigsten Sicherheitsausstattungen – mit strahlenden Zukunftsaussichten.

18.11.2008

Wir leben in einer visuellen Welt. Ein kurzer Flirt beginnt mit einem Augen-Blick und ein Auto wäre ohne charakterstarke Augen schlicht nicht denkbar. Die Zeiten, in denen die Scheinwerfer mehr oder weniger unmotiviert dunkle Landstraßen und Autobahnen ausleuchteten, sind lange vorbei.

Die Lichter von heute sind gleichermaßen Designelement wie Hightech-Komponente der Sicherheitsausstattung. Autoscheinwerfer – schnell denkt man an Namen wie Osram und Hella, mächtige Zusatzscheinwerfer, illuminierte Glasbausteine, die den Kühlergrill flankieren oder lichtschwache Funzeln in dunkler Nacht.

Trotz zumeist opulenter Aufpreise zwischen 600 und 1.500 Euro haben sich lichtstarke Xenonlampen in den letzten Jahren durchgesetzt. Insbesondere ab der Mittelklasse gehören die gleißend hellen Leuchtmittel zu den beliebtesten Extras. Doch nachdem die Xenonscheinwerfer in Flugzeugbau sowie Rennsport einst ihre ersten Reifeprüfungen absolvierten und mit dem 7er BMW der Baureihe E32 Anfang der 90er Jahre ihre Serienpremiere feierten, hat sich viel getan. Im Straßenbild fallen die weißen Frontleuchten längst niemandem mehr auf.

Xenon-Licht senkt Nachtunfälle

Lichtstarke Frontscheinwerfer nehmen der so gefährlichen Dunkelheit einen großen Teil ihres Schreckens. Nachts ereignen sich dreimal so viele schwere Autounfälle wie am Tag – mit leicht fallender Tendenz.Neben der besseren Straßenbeleuchtung und reflektionsstarken Fahrbahnbegrenzungen haben die modernen Scheinwerfer daran einen entscheidenden Anteil. „Wir konnten nachweisen, dass es einen statistisch signifikanten Einfluss des Xenonlichts auf die Unfallhäufigkeit gibt“, so TÜV-Rheinland-Experte Hendrik Schübe, „und zwar unabhängig von anderen technischen Neuerungen wie Anti-Blockiersystem oder elektronischem Stabilitätsprogramm.“

Der TÜV geht noch weiter: Wären alle in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge mit Xenonlicht statt mit Halogenlicht ausgestattet, ließen sich bei Nachtfahrten auf Landstraßen über 50 Prozent der schweren Unfälle vermeiden, auf Autobahnen mehr als 30 Prozent.

Neue Mercedes E-Klasse bringt neue Licht-Features

In Sachen Sicherheit will die neue Mercedes E-Klasse der Baureihe W 212 Maßstäbe setzen. Neben umsichtigen Assistenten für tote Winkel, Spur, Abstand,Nachtsicht und Bremse verfügt der neue Oberklasse-Benz über die neueste Generation eines intelligenten Licht Systems. „Eigentlich muss man die Fernlichtautomatik nach dem Kauf der neuen E-Klasse nur ein einziges Mal einstellen“, erklärt Uwe Konstanzer, bei Mercedes zuständig für die Entwicklung von Lichtsystemen, „den Rest macht die Elektronik von selbst.“ Kurz gesagt: das Lichtsystem der neuen E-Klasse wählt automatisch in jeder Fahrsituation immer das rechte Licht. Kurven- oder Abbiegefunktion, die Reichweite der Bi-Xenonscheinwerfer in Abhängigkeit von Geschwindigkeit und Tageszeit – alles wird variabel angepasst. So variabel ist derzeit kein anderes Lichtsystem auf dem Markt.

Die Zukunft gehört LED-Leuchten

Doch die Zukunft spricht LED. Die überaus kleinen, lichtstarken und hoch effizienten Leuchtdioden haben sich innerhalb kürzester Zeit in die Herzen der Designer geleuchtet, die nun mehrvöllig andere Leuchteinheiten kreieren können. Eingeführt wurde die LED-Technik vor rund zehn Jahren am Fahrzeugheck. Fahrzeuge wie der Alfa Romeo 166 oder die Mercedes S-Klasse (Baureihe W 220) machten es Ende der 90er Jahre vor. LED-Rückleuchten wurden gleichermaßen zu Sicherheitsmodul wie zu Designelement. Die technischen Vorteile: geringer Stromverbrauch, größere Langlebigkeit und schnelles Ansprechverhalten. Ein LED-Bremslicht bringt dem nachfolgenden Verkehr bei einer Bremsung aus 100 km/h einen Distanzvorteil von bis zu sechs Metern. Audi, Trendmarke der letzten Jahre, setzte die LED-Rückleuchten stärker als jeder andere in der Automobilwirtschaft als Designelement ein. Viele Ingolstädter erkennt man durch das Tagfahrlicht nicht nur von vorn, sondern durch die LED-Kreationen auch von hinten.

Jetzt gehen Autohersteller wie Audi, Lexus und General Motors noch einen Schritt weiter. Den glasklar einzugrenzenden LED-Schein gibt es seit geraumer Zeit beim Tagfahrlicht von Audi-Modellen wie A4, A5, A8, S6 /RS6 oder Porsches 911 auch im Gesicht. Opel zieht derzeit mit dem Vectra-Nachfolger Insignia nach. Doch waren diese Modelle ebenso wieder der innovative Luxusklassen-Lexus LS 600h bisher nur mit LED-Tagfahrlicht ausgestattet, so sind Audi R8 und der neue Cadillac Escalade nunmehr auch mit einem Abblendlicht in LED-Technik zubekommen. Während bei der Xenon- bzw. Gasentladungslampe ein Lichtbogen zwischen zwei Wolfram-Elektroden in einem mit Xenon gefüllten Kolben brennt, bringen bei den neuen LED-Leuchten angeregte Dioden ein Kristall zum leuchten. Die Designer jubeln. „Der Trend ist ganz ähnlich wie bei Computern oder der Unterhaltungselektronik“, so Malcolm Ward, Designer bei General Motors, „kleiner ist edler. Und statt nach allzu filigraner Detaillierung streben wir nach raffinierter Einfachheit.“

Dreifache Kosten, aber langlebiger und sparsamer

Doch es geht nicht nur um Design, Lichtstärke und eine variable Ausleuchtung der Fahrbahn. Den ungefähr dreifachen Kosten stehen eine bessere Haltbarkeit und ein deutlich geringerer Stromverbrauch gegenüber. Während Leuchtenexperte Hella die LED-Frontscheinwerfer für den im Sommer auf den US-Markt kommenden Luxus-SUV Cadillac Escalade Platinum entwickelte, setzt Audi beim R8 auf die Kompetenz von Philips und Automotive Lighting. Stand-, Abblend- sowie Fernlicht und Blinker werden von lichtstarken LED-Leuchten gespeist, die die Fahrbahn punktgenau ausleuchten. Die Lichttemperatur von bis zu 6.000 Kelvin kommt dabei fast an das gleißend helle Tageslicht heran. Bis die LED-Technik flächendeckend Einzug in die Modellfamilien der Autohersteller hält, dürfte kaum so viel Zeit vergehen, wie bei der Einführung des Xenonlichts. Trotzdem setzen die meisten Hersteller zumindest mittelfristig auf Xenonleuchten. Halogenbirnen werden nach Ansicht von Experten in den nächsten Jahren nur noch in unteren Fahrzeugklassen eine Bedeutung haben.

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