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Schneider-Rücktritt

"Mr. DTM" sagt Servus

Foto: DTM 48 Bilder

Nach über 30 Jahren im Rennsport wird Bernd Schneider beim DTM-Saisonfinale in Hockenheim die aktive Rennsport-Bühne verlassen. Der Tourenwagenspezialist aus dem Saarland kann dabei auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken.

21.10.2008 Tobias Grüner Powered by

Der Rücktritt hatte sich lange angebahnt, am Dienstag (21.10.) hat ihn Bernd Schneider nun offiziell verkündet: Am Sonntag ist Schluss mit dem aktiven Rennsport. Nach dem DTM-Saisonfinale will der St. Ingberter nur noch als Testfahrer, Instruktor und Markenbotschafter für Mercedes und AMG ins Lenkrad greifen. "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagte der 44-Jährige zum Abschied.

Mit fünf DTM-Titeln in den Jahren 1995, 2000, 2001, 2003 und 2006 etablierte sich Schneider als Deutschlands Tourenwagen-König. Kaum ein Fahrer prägte die Rennserie so wie "Mr. DTM". Keiner gewann mehr Rennen, keiner sammelte mehr Punkte. "Ich fühle mich so frisch wie eh und je", sagte der Rekordmann kurz vor dem Abgang, "aber wir haben die Entscheidung mit dem Team getroffen und jetzt ist der richtige Zeitpunkt aufzuhören."

Hart aber nie unfair

Auch Teamchef Norbert Haug, der mit Schneider bereits seit 17 Jahren zusammenarbeitet, fand lobende Worte zum Abschied: "Was Bernd geleistet hat, ist einmalig. Bemerkenswert ist vor allem, dass der Sportsmann Bernd Schneider immer hart aber nie unfair gefahren ist und das über so eine lange Zeit durchgehalten hat." Auch seine Funktion als Vorbild im Mercedes-Fahrerkader schätzt Haug hoch ein: "Er hat das Mögliche möglich gemacht und junge Fahrer wie z.B. einen Lewis Hamilton mitentwickelt."

Beim DTM-Saisonfinale bestreitet Schneider sein 236. DTM-Rennen. Seit 1991 fährt der künftige Markenbotschafter für Mercedes und gehört noch länger, nämlich seit 1988, dem auto motor und sport-Fahrerkader an. Nach dem Titelgewinn in der Formel 3-Meisterschaft 1987 versuchte sich Wahl-Monegasse zunächst in der Formel 1. Sein Zakspeed-Team war damals allerdings nicht konkurrenzfähig. Trotz zwischenzeitlichen Ausflügen nach Le Mans und in verschiedene Sportwagen-Serien blieb Schneider der DTM bis zum Ende immer treu.

Letzter Erfolg in Hockenheim?

"Es ist nicht das Ende meines Lebens", tröstete sich der angehende Renn-Rentner. "Hockenheim wird bestimmt noch einmal ein bewegendes Wochenende." An den Rücktritt denke er dabei nicht in erster Linie, wenn es zum letzten Mal in sein "Wohnzimmer" geht: "Zunächst einmal konzentriere ich mich auf das Rennen. Wir wollen schließlich, dass Paul di Resta Meister wird. Da sind die Abschiedsgedanken noch nicht so präsent."

Für die Zeit danach gebe es noch keine genauen Pläne. Privat will Schneider wieder aus Monaco zurückziehen. Beruflich steht Test- und Erprobungsarbeit für AMG auf dem Programm. Dass Schneider noch einmal Rennen fährt, wollte er jedoch nicht ganz ausschließen: "Vielleicht trete ich noch einmal irgendwo bei einem 24 Stunden Rennen an, aber eine ganze Rennserie werde ich mit Sicherheit nicht mehr mitfahren."

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