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Schrempp

Chrysler-Fusion richtig bewertet

Foto: dpa

Ex-DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp hat bestritten, dass die Firmenwerte in den Fusionsverhandlungen mit Chrysler durch falsche Bewertungsgrundlagen gedrückt worden sind. Weder Mitarbeitern noch Gutachtern sei die Anweisung erteilte worden, das Unternehmen schlechtzurechnen, sagte der langjährige Konzernchef vor dem Oberlandesgericht (OLG) am Dienstag (21.10.) in Stuttgart.

21.10.2008

Zehn Jahre nach dem Start der inzwischen gescheiterten Autoehe fordern 17 ehemalige Aktionäre der Daimler-Benz AG einen Nachschlag von 232 Millionen Euro, weil sie die Bewertung ihrer Wertpapiere nach der Verschmelzung mit dem US-Konzern Chrysler als zu niedrig ansehen.

Schrempp wies Vorwürfe zurück, er habe sich durch den Zusammenschluss mit dem US-Autobauer persönlich bereichern und seine Macht ausbauen wollen. "Sollte es diese Vorwürfe geben, werde ich sie juristisch prüfen lassen", erklärte der Ex-Manager. "Wir haben unsere Arbeit sauber erledigt." Strategisch sei die Fusion für die Aktionäre der richtige Weg und für Daimler-Benz lebensnotwendig gewesen. Ausgehend von der guten Entwicklung des US-Automarktes vor rund zehn Jahren würde er den Schritt noch einmal machen.

Ausgleich für Zwangsumtausch

Rund 1,8 Prozent der damaligen Daimler-Benz-Aktionäre hatten 1998 bei der Fusion der Stuttgarter mit dem US-Konzern Chrysler ihre knapp 10,5 Millionen Papiere nicht freiwillig 1:1 in neue Daimler-Chrysler-Aktien getauscht. Nach dem Zwangsumtausch klagten sie auf eine Barzuzahlung. Rechnerisch ergibt sich aus den Anteilen aller betroffener Aktionäre mit 22,15 Euro je Aktie eine Belastung für die heutige Daimler AG in Höhe von 232 Millionen Euro.

Das Landgericht Stuttgart hatte sich 2006 auf die Seite der Aktionäre gestellt und den Stuttgarter Autokonzern zu der millionenschweren Nachzahlung verurteilt. Weil das Unternehmen Rechtsmittel einlegte, wurde das auf zwei Tage angesetzte Verfahren vor dem OLG erneut verhandelt. Neben Schrempp muss an diesem Mittwoch noch der frühere Mercedes Benz-Chef Eckhard Cordes vor Gericht Rede und Antwort stehen. Mit einer Entscheidung direkt im Anschluss an die mündlichen Verhandlungen wird nicht gerechnet.

US-Aktionäre wurden ausbezahlt

In einem anderen Fall hatte der Autokonzern zuvor in einem Vergleich rund 300 Millionen Dollar an eine Gruppe von US-Aktionären gezahlt, da diese ihre Chrysler-Aktien bei der Fusion für unterbewertet hielten. Eine ähnliche Klage des ehemaligen Chrysler-Großaktionärs und Multimilliardärs Kirk Kerkorian hatte ein US-Gericht dagegen zurückgewiesen. Kerkorian hatte das Unternehmen aus Stuttgart beschuldigt, den Zusammenschluss mit Chrysler von Anfang an als Übernahme und nicht als Fusion unter Gleichen geplant zu haben. Deshalb hätte ihm ein höherer Aufschlag auf den Aktienpreis zugestanden.

Die Auto-Ehe mit Chrysler wurde vor etwas mehr als einem Jahr geschieden. Auch die restlichen rund 20 Prozent der Chrysler-Anteile wollen die Stuttgarter in Kürze verkaufen. Sie verhandeln deswegen mit dem US-Finanzinvestor Cerberus. Der drittgrößte US-Autobauer gehört bereits jetzt mehrheitlich Cerberus.

Ex-DaimlerChrysler-Lenker Schrempp musste bereits Mitte September im neu aufgerollten Prozess um seinen vorzeitigen Rücktritt als Vorstandschef vor dem OLG aussagen. In dem Verfahren werfen Kleinaktionäre dem Autobauer vor, den Rücktritt des Top-Managers zu spät gemeldet zu haben und deshalb um den Kursgewinn gebracht worden zu sein. Noch im Oktober will das Gericht das Urteil in dem Fall verkünden.

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