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Schrempp setzt auf Zetsche

Foto: Daimler-Chrysler

Der scheidende Daimler-Chrysler-Chef Jürgen Schrempp erwartet von seinem Nachfolger Dieter Zetsche, dass dieser noch stärker als er selbst Synergien aus der Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und Chrysler schöpfen kann.

21.12.2005

"Dieter Zetsche war zuletzt Chrysler-Chef, jetzt führt er die Mercedes Car Group. Mit diesem Hintergrund ist er bestens gerüstet, die Integration des Unternehmens noch intensiver voranzutreiben", sagte Schrempp in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Zetsche, der den Vorstandsvorsitz am 1. Januar übernimmt, hat bereits angekündigt, die Zusammenarbeit des deutschen und des amerikanischen Konzernteils zu verstärken, um Kosten zu senken.

Gleichzeitig schloss Schrempp eine Trennung von der rund 30-prozentigen Beteiligung an dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS mittelfristig nicht aus. Gemessen an der aktuellen EADS-Marktkapitalisierung von 26,2 Milliarden Euro ist dieser Anteil knapp acht Milliarden Euro wert. Auf die Frage, ob nach dem Verkauf von MTU Friedrichshafen nun auch EADS als die letzte große Industriebeteiligung zur Disposition stehe, sagte Schrempp, er persönlich sehe keine Veranlassung, hier Veränderungen vorzunehmen. Aber: "Ich bin sicher, dass man sich dies in den kommenden Jahren anschauen wird und immer wieder die Interessenlage unserer Aktionäre und die politische Situation überprüfen wird."

Der Sparkurs im Unternehmen könne sich nicht nur in der Fabrik abspielen, sagte Schrempp. "Man muss schauen, welchen finanziellen Aufwand wir uns auch in der Zentrale leisten können, um den Konzern zu führen." Es wird in Branchenkreisen erwartet, dass Zetsche 2006 ein Sparprogramm für die Konzernzentrale mit einem deutlichen Stellenabbau auch im Management ankündigen wird. Die bereits bekannte Streichung von 8.500 Jobs in der deutschen Mercedes-Produktion nannte Schrempp dringend notwendig.

Schrempp-Traum: Chef im eigenen Unternehmen

Der Topmanager, dessen Vertrag eigentlich noch bis 2008 gegolten hätte, hob hervor, dass der im Juli angekündigte überraschende Führungswechsel im Konzern seiner Ansicht nach völlig glatt gelaufen sei. "Es gibt wenig Übergänge an der Spitze eines Unternehmens, die so reibungslos und gut laufen wie bei uns. Das hängt damit zusammen, dass Dieter Zetsche und ich seit über 20 Jahren miteinander arbeiten." Gleichzeitig äußerte er Verständnis für den Rückzug von Mercedes-Chef Eckhard Cordes nach der Entscheidung für Zetsche.

Der 61 Jahre alte Schrempp kündigte an, sich künftig mehr seiner Frau und den beiden kleinen Kindern widmen zu wollen. Außerdem werde er sich weiter stark für Südafrika engagieren. "Ich erhalte im Moment viele Anfragen, ob ich Funktionen als Berater oder in einem Gremium übernehmen möchte. Bis Ende März schreibe ich mir alles auf und dann werde ich mir ein Konzept zusammenstellen." Auch von den Investoren von Dubai International Capital, die bereits bei Daimler-Chrysler als Großaktionäre engagiert sind, habe er eine Anfrage erhalten. "Das ist interessant, ich fühle mich auch geehrt", sagte Schrempp dazu. Aber einen besonderen Wunsch wolle er sich vielleicht auch erfüllen: Es war schon immer ein Traum von mir, im eigenen Unternehmen tätig zu sein."

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