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Schwacke-Prognose

Abwrackprämie bringt ein Absatzplus von 800.000

Foto: Mazda 10 Bilder

Die Abwrackprämie wird laut EurotaxSchwacke-Chef Michael Bergmann rund 800.000 zusätzliche Neu- und Jahreswagenkäufe auslösen. Im Gespräch mit auto motor und sport sagte Bergmann: "Wir gehen davon aus, dass 1,8 Millionen Neu- und Jahreswagen mit einer Prämie verkauft werden."

02.07.2009 Jens Katemann

"Nach unseren Recherchen sind rund 400.000 Verkäufe mit der Abwrackprämie vorgezogene, die in den kommenden drei Jahren sowieso getätigt worden wären. Rund 800.000 Kunden wollten eigentlich in näherer Zukunft kein neues Auto oder einen Jahreswagen kaufen, haben sich dann aber aufgrund der staatlichen Subventionierung doch dazu entschlossen", so Bergmann weiter.


Die restlichen 600.000 Neu- und Jahreswagen wären laut Bergmann ohnehin 2009 verkauft worden. Deshalb wertet der EurotaxSchwacke-Chef die Prämie als echten Erfolg für Hersteller und Handel. "Viele Händler hätten das Jahr nicht überlebt. Die Prämie hat ihnen Luft gegeben, sich den strukturellen Problemen anzupassen. Außerdem hat es die Grundstimmung bei den Kunden dahingehend verbessert, dass Autokaufen wieder Spaß macht."

Mit Sorge sieht Bergmann den Preisverfall gebrauchter Fahrzeuge und das Absinken der Restwerte. Dieser bereits vorhandene  Trend habe sich durch die Abwrackprämie beschleunigt. "Es gab bereits in den vergangenen Jahren ein Überangebot an Gebrauchtwagen. Teilweise konnte das durch Export ins osteuropäische Ausland abgebaut werden. Diese Märkte sind im Zuge der Krise weggebrochen." Unter Druck geraten laut Bergmann die Gebrauchtwagenpreise zusätzlich, weil die Privatkunden, die sonst ein Leasingfahrzeug gekauft hätten, nun einen Neu- oder Jahreswagen kaufen.

Restwerte sinken dramatisch

Deshalb sinken die Restwerte in den meisten Segmenten teils dramatisch. "Vor zwölf Monaten erreichten Fahrzeuge der oberen Mittelklasse beim Wiederverkauf nach drei Jahren im Schnitt noch einen Restwert von 57,4 Prozent. In diesem Jahr nur noch 48,3 Prozent. Die Restwerte sind im Schnitt um 19 Prozent oder 4.000 Euro gesunken", rechnet Bergmann vor. "Bei Mittel- (minus 11,7) und Oberklasse (minus 14,6) sieht es nicht viel besser aus. Rechnet man das auf die Anzahl der in einem Jahr verkauften Fahrzeuge hoch, so kommt man auf eine enorm hohe Summe: Ähnlich wie bei Immobilien oder Aktien ist der Wert der 2008 in Deutschland gekauften Mittelklasse-Autos innerhalb eines Jahres um eine Milliarde Euro geschrumpft. Wir schätzen den Verlust über alle Segmente im deutschen Fahrzeugbestand auf insgesamt rund 36 Milliarden Euro." Vor der Absatzkrise zwischen 2004 und Mitte 2008 seien die Restwerte dagegen nur um durchschnittlich 3,4 Prozent pro Jahr gesunken.

Talsohle fast erreicht

Allerdings erwartet EurotaxSchwacke eine baldige Entspannung. "Wir haben die Talsohle fast erreicht. Aber wir werden das Restwert-Niveau von 2008 die nächsten fünf Jahre nicht mehr erreichen. Bei den Kleinwagen gehen wir davon aus, dass die Restwerte bis 2015 zwischen minus zwei und minus vier Prozent oder 300 Euro unter dem Niveau von 2008 bleiben. In der oberen Mittelklasse reden wir von zwischen minus neun und minus sieben Prozent oder minus 2.500 Euro."

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