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Schweden auf SUV-Tour

Volvo plant kompakte Allradler

Foto: Nextline

Ein allradgetriebener Kombi namens XC50 sowie ein kompakter XC60 SUV sollen der skandinavischen Ford-Tochter die Verkaufswege in Europa und den USA ebnen. Ebenfalls im Anrollen: der Golf-Konkurrent V30, ein C70 als Coupé-Cabrio, die Neuauflage des S80 und ein modifizierter XC90.

26.05.2004

Als hoch profitable Firma zählt Volvo zu den Perlen der Premier Automotive Group (PAG) von Ford. Gelingt es den Schweden doch vorzüglich, trotz strikten Kostenmanagements und von oben herab verordneter Gleichteilestrategie - wie unlängst beim auf Focus-Basis entwickelten S40/V50 - die Markenidentität zu wahren.

Ein Grundproblem der Marke liegt darin, dass sie als vergleichsweise kleiner Anbieter mit derzeit knapp 450.000 Einheiten jährlich einen gewaltigen Spagat zwischen den schwer zu vereinbarenden Kundenbedürfnissen in Europa und den USA machen muss. 30 Prozent aller Volvo-Exporte gehen nach Nordamerika. Zum Vergleich: Bei Audi sind es nur zehn Prozent.

Um den Puls der Amerikaner zu fühlen, betreibt Volvo bereits seit den achtziger Jahren ein Design- und Entwicklungszentrum im kalifornischen Camarillo. Trotzdem schloss man sich dem SUV-Boom mit dem XC90 nach Jahre langem Bedenkenwälzenerst sehr spät an. Der siebensitzige Allradler wurde dennoch ein Bestseller. Die Produktionskapazität musste verdoppelt werden.

Beim XC 60 keine Zusammenarbeit mit Land Rover

Jetzt fehlt noch ein kleiner SUV im Programm, der dem BMW X3 Paroli bieten könnte. Entschieden ist zwar noch nichts, aber Gedankenspiele gibt es schon. Vom Tisch allerdings sind Pläne, mit der ebenfalls zur PAG zählenden Geländewagenmarke Land Rover gemeinsame Sache zu machen.

Angedacht war eine einheitliche technische Basis für den voraussichtlich XC60 genannten Volvo SUV und den Nachfolger des Land Rover Freelander. Doch die Briten wollen auch ihr Einstiegsmodell markengerecht als virtuosen Geländegänger auslegen, was die Angelegenheit für Volvo, wo man wie beim XC90 (weder Reduktionsgetriebe, noch Differenzialsperren) keine Offroad-Ambitionen hegt, zu kompliziert, zu schwer und zu teuer machen würde.

Diskutiert wird deshalb ein leichtes Sports Utility Vehicle auf Basis des V50, dessen Plattform von vorne herein auch für Allradantrieb entwickelt wurde. Erster Ableger wird der XC50, ein analog zum XC70 ausgerüsteter Allwege-Kombi, mit höher gesetzter Karosserie, Kunststoffbeplankung und serienmäßig Vierradantrieb. Diese Version wird wahrscheinlich schon 2005 auf den Markt kommen und könnte dann auch den technischen Unterbau für den XC60 bilden, der eine eigenständige Karosserie erhalten und sportlicher als der große XC90 positioniert werden soll. Vor 2007 wird sich da aber voraussichtlich nichts tun.

Volvo strebt langfristig 600.000 Einheiten jährlich an

Vorrang haben nämlich andere Modelle, deren Volumen Volvo langfristig auf 600.000 Einheiten pro Jahrt hieven soll: der Golf-Konkurrent V30 (Debüt 2006) gehört da dazu, aber auch das neue Coupé-Cabrio auf S40/V50-Basis, das nicht als C50, sondern weiterhin unter der Bezeichnung C70 laufen soll, damit man das kleinere neue Auto genau so teuer wie den Vorgänger verkaufen kann. Der war allerdings noch mit einem Stoffverdeck ausgerüstet. Gebaut wird der neue C70 mit hydraulisch betätigtem Stahl-Klappdach ab 2005 bei Pininfarina in Italien.

Auch ein Van fehlt noch im Volvo-Portfolio, doch gerade hier zeigt sich die Zerrissenheit der Marke zwischen Europa und den USA. Denn während speziell kompakte Raumtransporter in der alten Welt noch kräftig zulegen, kommen Vans in Nordamerika langsam aber sicher aus der Mode. Diskutiert wird deshalb ein zusätzliches alternatives Karosseriekonzept auf Basis der nächsten S80 Limousine (Debüt Anfang 2006) - entweder als großer Tourer oder viertüriges Coupé.

Der nächste S80 basiert nicht mehr auf der hauseigenen P2-Plattform, sondern auf der neuen, so genannten EU-C/D-Plattform für Ford, Volvo und Mazda. Für die Kunden ändert sich aber nicht viel: Es bleibt bei Quermotor, Front- und optional auch Allradantrieb, ergänzt durch größere Triebwerke (Reihen-Sechszylinder-Turbo-Benziner und Reihen-Sechszylinder-Turbodiesel) und modernere Automatikgetriebe. Stilistisch stellt der nächste S80 eher eine Evolution als eine Revolution dar. Das Design des aktuell facegelifteten S60 zeigt grob die Richtung, in die es auch bei der größeren Limousine gehen wird.

Der XC 90-Nachfolger (Debüt 2009) wird dann auch auf die EU C/D-Plattform umgestellt. Zuvor erhält der Allradler diesen Herbst aber noch einen für den US-Markt standesgemäßen Achtzylinder-Benzinmotor. Es ist ein wegen des Quereinbaus besonders kompakter V8 mit 60 Grad Zylinderwinkel, mehr als vier Liter Hubraum und über 300 PS, der von Yamaha entwickelt wird. Der für Europa wichtigere Fünfzylinder-Turbodiesel soll in der Leistung auf 175 PS und im Drehmoment auf 400 Nm angehoben werden.

Das Lastenheft für den nächsten XC 90 wird gerade erstellt. Ganz oben auf der Agenda: bei ungefähr gleichen Außenabmessungen optimierte Raumausnutzung innen, bequemerer Durchstieg zur dritten Sitzreihe, einfacherer Umklappmechanismus der Fondsitze, besserer Qualitätseindruck sowie stärkere und sparsamere Motoren.

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