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Seat-Modellzukunft

Alhambra-Neuauflage und der nächste Leon

Seat León-Studie Foto: Seat Alhambra 14 Bilder

Die spanische VW-Tochter Seat gibt Gas: Der neue Alhambra, das Schwestermodell des VW Sharan, ersetzt im Herbst den bereits seit 1996 angebotenen Vorgänger. Außerdem: Seats Pläne für die nächste Generation des Leon  und die weitere Zukunft der Marke.

15.05.2010 Jens Katemann Powered by

Was machen die bei Skoda nur besser als wir? Diese Frage haben sich Manager, Designer und Entwickler der spanischen VW-Tochter Seat sicher schon oft gestellt. Beide Marken können sich aus dem VW-Regal bedienen, doch nur die Tschechen waren damit bislang erfolgreich. Während Skoda auf der Siegesstraße fährt, manche Autos - sehr zum Ärger von VW-Konzernchef Martin Winterkorn - sogar Vergleichstests gegen VW-Modelle gewinnen und die Marke schwarze Zahlen schreibt, fließt nach Spanien immer nur Geld ab. Als einziger VW-Ableger neben Bentley meldete Seat für 2009 rote Zahlen. Mit neuem Chef und zahlreichen neuen Modellen soll nun alles anders werden.

Bei Seat müssen die Produkte überzeugen

Seat-Boss James Muir kennt den europäischen Markt und die Bedürfnisse der Kunden sehr gut. Er leitete das Europa-Geschäft von Mazda und arbeitete zuvor viele Jahre für Ford. Der Brite weiß, dass er nicht auf Image setzen kann, denn bei Seat müssen die Produkte überzeugen. So wie der neue Seat Alhambra, der wenige Monate nach dem Schwestermodell VW Sharan im September zu den Händlern rollen wird. Der große Van soll vor allem in Europa den Vorsprung von Ford, die mit ihren Vans S-Max und Galaxy derzeit die meisten Einheiten in diesem Segment verkaufen, gegenüber dem VW-Konzern schmelzen lassen. Von 1996 bis 2006 war der Galaxy mit VW Sharan und Seat Alhambra weitgehend baugleich. Dann entschied sich Ford, die nächste Modellgeneration in Eigenregie zu bauen. Mit Erfolg.

Der neue Seat Alhambra wird eine sportlichere Erscheinung bekommen

Doch jetzt schlägt das VW-Imperium zurück - mit dem neuen Sharan, der ab Sommer erhältlich ist, und dem nahezu baugleichen Bruder Alhambra. Für beide stehen vier Motoren zur Wahl: ein 150 PS starker 1,4-Liter-TSI, der ebenfalls aufgeladene Zweiliter-Benziner mit 200 PS sowie der Zweiliter-Turbodiesel in den Leistungsstufen 140 und 170 PS. Alternativ zur serienmäßigen Sechsgang-Handschaltung ist optional ein Doppelkupplungsgetriebe lieferbar. Während es bei der Technik nur kleine Unterschiede in der Abstimmung gibt, tritt der Seat Alhambra optisch doch sportlicher auf als sein Wolfsburger Bruder: vorne mit der markanten Frontschürze im intern "Arrow Design" genannten Look und eigenständigen Scheinwerfern, hinten mit einem kräftigen Spoiler an der hinteren Dachkante und anderen Rückleuchten.

Im Vergleich zu dem in die Jahre gekommenen Vorgänger wächst der Alhambra um 22 Zentimeter auf eine Länge von 4,85 Meter, mit 1,90 Metern ist er neun Zentimeter breiter. Das ermöglicht ein üppiges Kofferraumvolumen von 885 Litern bei fünf Sitzplätzen. Werden nur die beiden Vordersitze genutzt, wächst das Volumen auf 2.297 Liter.

Der Alhambra wird den Preis des Sharan deutlich unterbieten

Neu sind die Schiebetüren und die Flexibilität des Innenraums mit fünf bis sieben Plätzen. Denn wenn künftig ein Großtransport ansteht, lassen sich die Sitze der zweiten und dritten Reihe mit wenigen Handgriffen im Fahrzeugboden versenken. Bisher mussten sie demontiert und extern verstaut werden. Die Sicherheitsausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen. So gehören sieben Airbags inklusive Knieairbag auf der Fahrerseite, eine elektrische Kindersicherung für die Fond-Schiebetüren sowie ESP mit elektronischem Bremsassistenten zum Serienumfang. Gegen Aufpreis lassen sich zudem Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Fernlicht-Assistent bestellen. Weitere Highlights der Zubehörliste: eine Rückfahrkamera, das große Panorama-Schiebedach sowie eine elektrische Betätigung der Schiebetüren. Und der Preis? Aller Voraussicht nach wird Seat die Tarife des VW Sharan um etwa 2.000 bis 3.000 Euro unterbieten.

Die Pläne für den Seat Tribu und ein Seat Ibiza Cabrio liegen in der Schublade

Doch der Alhambra allein wird Seat nicht in die Erfolgsspur bringen, zumal er im portugiesischen VW-Werk vom Band läuft. Es gilt vor allem, das Stammwerk Martorell besser auszulasten. Derzeit rollen dort jährlich nur rund 380.000 Autos vom Band, die Kapazität reicht aber für 500.000. Hilfe kommt von Audi mit dem Produktionsauftrag für den kleinen SUV Q3 (ab 2012). Außerdem steigen durch diese Entscheidung die Chancen, zu einem späteren Zeitpunkt auf gleicher technischer Basis einen Seat-Ableger im Stil der Studie Tribú zu realisieren. Ein Konzept haben die Spanier bereits in der Schublade. "Aber erst müssen wir Geld verdienen", kommentiert ein Seat-Insider die Vorgabe aus Wolfsburg. Gleiches gilt für die Pläne für ein Ibiza Cabrio, um Peugeot und dessen erfolgreiches Klappdach-Modell 207 CC anzugreifen.

Die nächste Generation des Seat León kommt 2013 auf den Markt

Auch einen Ableger des bei VW geplanten kleinen Roadsters als Mazda MX-5-Konkurrent soll es nur geben, wenn die Zahlen stimmen und genügend eigenes Geld für Investitionen erwirtschaftet wird. Bis dahin konzentrieren sich Muir und sein Team auf die nächste Generation des Seat León, der 2013 auf den Markt kommt. Der Kompaktwagen wird erneut auf der Plattform des VW Golf basieren, dann aber auf der bis dahin eingeführten siebten Generation. Damit verbreitert sich die Spur um sechs Zentimeter, der Radstand wächst um vier. Neben dem bisherigen sportlichen Ableger Cupra, der Sparvariante Ecomotive und dem Van Altea wird es mit dem Kombi ST voraussichtlich noch eine weitere Karosserievariante vom León geben.

In Sachen Design bleibt Seat dem Werbeslogan "auto emocion" treu. Markant in Scheinwerfern und Rückleuchten inszeniertes LED-Licht sowie eine muskulöse Linie kennzeichnen den nächsten León. Obwohl die in das Fensterdesign integrierten Griffe der Fondtüren aus Kostengründen wegfallen dürften, bleibt es bei der coupéhaften Linie. Wohin die Reise beim Seat-Design geht, deutete die Studie IBE auf dem diesjährigen Genfer Autosalon an. Einen Elektroantrieb wie beim Concept-Car wird es in der Serie auf absehbare Zeit aber nicht geben. Sie ahnen es - erst müssen die Spanier Geld verdienen.

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