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Selbst-Hilfe

Foto: Hardy Mutschler 14 Bilder

Schlechte Erfahrungen mit Werkstätten führten dazu, dass Manfred Kopp zum Alfetta-Experten wurde und das Restaurieren selbst in die Hand nahm.

01.04.2006 Bernd Woytal Powered by

Manfred Kopp ist hart im Nehmen. Weder die erste Alfetta GTV, die er sich 1982 als Jahreswagen gekauft hatte und die schon eineinhalb Jahre später Rostlöcher zierten, noch enttäuschende Werkstatt-Leistungen brachen ihm das Alfa-Herz.

Schließlich stieß er auf jenes rote Exemplar, bei dem ein akribischer Alfa Fan mit der Restaurierung begonnen hatte, ihn dann aber wegen privater Probleme verkaufen musste. Sehr viel Zeit widmete sich Kopp dem Motor. Die mit viel Aufwand durchgeführte Motorüberholung, die auch eine Hubraumerweiterung von 1,8 auf 2,1 Liter beinhaltete, sowie spezielle Nockenwellen, eine angepasste Gemischfabrik und eine Kennfeldzündung plus Fächerkrümmer und Sportauspuff haucht der Maschine erheblich mehr Leistung und Drehmoment ein.

Auch dem Fahrwerk rückte Manfred mit der Sorgfalt eines Perfektionisten zu Leibe. Die auf dem Markt erhältlichen und oft wenig dauerhaften Fahrwerksgummis mied er ebenso wie die zu harten und mit der Zeit manchmal zum Klappern neigenden Uniball-Gelenke. Sieben Zoll breite Ronal A1-Felgen mit 205/55-15er-Bereifung treiben die möglichen Kurventempi nun weiter in die Höhe.

Da er keine hundertprozentig originalgetreue Alfetta haben wollte, ergaben sich für Kopp bei der Komplettierung viele Spielmöglichkeiten. Ein Hingucker ist beispielsweise die sehr gut erhaltene, lachsfarbene Innenausstattung, die perfekt zur gewählten Lackierung in Azzurro Le Mans passt.

Text: Bernd Woytal
Fotos: Hardy Mutschler

Experten-Tipps

"Die Alfetta ist eigentlich ein Geheimtipp." Im Prinzip ist die Alfetta unterschätzt und ihr Bekanntheitsgrad relativ gering. Daher sind die Preise auf einem erträglichen Niveau, andererseits ist das Angebot an guten Exemplaren außerordentlich gering.

Schon zur Bauzeit waren viele Autos nach kurzer Zeit von Rostspuren gekennzeichnet, Wintereinsätze setzten den Wagen besonders zu. Das Qualitätsniveau lag damals nicht besonders hoch, das trifft auch auf die spätere Sechszylinder-Variante zu. Jede Restaurierung, auch wenn sie mit nur geringem Aufwand durchgeführt wird, übersteigt den derzeitigen Marktwert.

Aber es finden sich zunehmend Liebhaber, speziell natürlich für die Coupés, die ein individuelles und auch im heutigen Verkehr schnell zu bewegendes Auto suchen. Und die bereit sind, größere Summen in die Restaurierung einer Alfetta zu investieren.

Die typischen Schwachstellen

- Speziell der Rostteufel schlägt bei der Alfetta besonders gnadenlos zu und frisst sich beispielsweise durch Schweller, Türen, Heckblech und die oberen Kotflügelpartien entlang der Motorhaube.

- Prinzipiell ist das komplette Blechkleid rostgefährdet. Wenn heute eine rostfreie Alfetta zum Verkauf steht, stammt sie entweder aus den gemäßigten südlichen Zonen Europas oder sie ist restauriert – was dokumentiert sein sollte.

- Der größte Feind der Alfa-Technik sind ungeduldige Besitzer, die den Motor nicht vorsichtig warmfahren, oder Werkstätten, die ihr Geschäft nicht verstehen.

- Mit eklatanten Schwächen wartet die Alfa-Technik nicht auf, meist machen Verschleißteile und mangelhafte Wartung Verdruss.

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