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Alfa Romeo 2000 GTV

Der Teufel steckt im Detail

Alfa Romeo, Baureihe 105 Foto: Fact 8 Bilder

Oft genug sorgen die italienischen Sportwagen auch für Frust – ganz besonders, wenn ihnen ihr Temperament und ihre guten Fahreigenschaften abhanden kommen oder plötzlich eine überraschend teure Reparatur fällig wird.

26.02.2007 Bernd Woytal Powered by

Alfa fahren ist nicht immer nur reiner Genuss

Wer die Wartung seines Alfa Bertone oder Spider allzu sehr vernachlässigt, muss mit solchen Folgen rechnen. "Das ist wie bei einem kranken Zahn, der nicht behandelt wird und dann gezogen werden muss", formuliert es Ervin Hajdu von Ital-Auto in Köngen bei Stuttgart.

Klar, das eine oder andere kann man selbst in die Hand nehmen. Doch oftmals lohnt es sich, auf die Erfahrung von Spezialisten zu vertrauen. Zum Beispiel, wenn es um den Zwei-Nockenwellen-Motor geht – die Seele dieser klassischen Alfa der Baureihe 105. Kommt die Maschine schnell genug auf Temperatur? Wird die vorgeschriebene Betriebstemperatur überhaupt erreicht? Stimmt eigentlich die am Motor angebrachte OT-Marke? Zeigt der Öldruckmesser korrekt an?

Für die Zustandsdiagnose eines Alfa-Triebwerks sind das wissenswerte Dinge, ebenso wie die Tatsache, dass sich wegen des Baukastensystems die Komponenten verschiedener Maschinen zwar zusammenfügen lassen, aber keinen optimalen Lauf garantieren. Der Teufel verbirgt sich hier im Detail wie beispielsweise in Vergaserbedüsungen oder Nockenwellen, die nur scheinbar identisch sind.

Alfa-lebens-erhaltend: Penible Einstellung

Abgesehen davon ist das Einhalten der korrekten Einstellwerte natürlich die Grundvoraussetzung für einen gut funktionierenden Motor. Gibt es Probleme beim Einstellen der Steuerzeiten, sollte man die obere Steuerkette prüfen, deren Nachspannen eh oft versäumt wird. Manchmal haben sich die Kettenglieder derart gelängt, dass sich im Rahmen der Ventilspiel- und Steuerzeitenjustierung ein Austausch der Kette anbietet.

Gelegentlich tritt bei der Demontage der Nockenwellen ein weiterer Schaden zu Tage: eine verschlissene Oberfläche der Ventilstößelbecher – was dann auch den Nockenwellen nicht gut bekommen ist.

Profi-Tipps für Ansaug-Gummis und Teilequalität

Ein bekanntes, aber nicht zu unterschätzendes Problem sind die mit der Zeit rissig werdenden Vergaser-Ansaugflanschgummis. Der Motor zieht dann Falschluft, das Gemisch magert ab, und es kann zu folgenschweren Hitzeschäden kommen. Die Gummis sind defekt,"wenn sich beim Drücken auf die Vergaser im Leerlauf die Drehzahl ändert", erklärt Herbert Gerstner, der in seiner Werkstatt in Wilhelmshaven speziell Alfa repariert.

Angesichts der Gefahr verglühender Motorinnereien ist es ratsam, das Geld für den relativ zeitaufwendigen Wechsel der Gummis zu investieren. Dabei sollte man auf hochwertige Ware bestehen – wie auch bei den erwähnten Steuerketten. Es ist immer ärgerlich, die Teile schon nach kurzer Zeit wieder erneuern zu müssen, nur weil man ein paar Cent sparen wollte.

Über die Qualität der angebotenen Teile wissen logischerweise diejenigen am besten Bescheid, die sie täglich einbauen – also die Werkstätten. Die spüren bei entsprechendem Fachwissen auch Fehlerquellen auf, von denen der Laie nichts ahnt oder die er gar nicht überprüfen kann. "Dazu zählt zum Beispiel der Benzindruck", sagt Ervin Hajdu. Viele wissen gar nicht, dass der Kraftstofffilter einen Benzindruckregler enthält.

Kommen wir zum Antriebsstrang

Werden Verschleiß- oder Standschäden von Gelenken und Lagern der Kardanwelle ignoriert, leidet mit der Zeit auch das Getriebe. Nach Herbert Gerstners Erfahrung wird speziell die Lagerhülse der Kardanwelle zum Getriebe vernachlässigt. Ist sie verschlissen, beginnt die Welle zu schlackern. Meist wird dann irrtümlich vermutet, diese sei nicht richtig gewuchtet.

Als Fehlalarm können sich übrigens auch Kratzgeräusche beim Schalten des Getriebes erweisen. Nicht immer ist dann der Synchronring defekt. Manchmal hat nur jemand in ein Getriebe der frühen Generation, in dem Synchronringe mit äußeren Rillen montiert wurden, das falsche Öl gefüllt – in dem Fall das für spätere Versionen geeignete Öl der Klasse API-GL 5.

Jedes dritte Lenkgehäuse hat Risse

Andere und schwer wiegendere Fehler werden bei den Lenkgetrieben gemacht. Hobby-Schrauber vernachlässigen nicht nur den Ölstand, sondern übertreiben häufig beim Nachstellen der Lenkung (was bei der ZF-Version einfach ist). Die Folge: Das nicht sehr robuste Lenkgehäuse reißt, meist in Fahrtrichtung hinten links.

Nach Schätzung von Herbert Gerstner befindet sich fast in jedem dritten Alfa ein Lenkgehäuse mit Haarrissen. Ersatzgetriebe zu finden gestaltet sich immer schwieriger und teurer, weshalb man die Lenkung rechtzeitig überholen lassen sollte, statt sie über Gebühr nachzustellen.

Selten wird auch bei während der Fahrt spürbaren Schlägen im Lenkrad auf den Lenkungszwischenhebel (oder Umlenkhebel) als Ursache geschlossen. Wie weit dessen Lagerung schon verschlissen ist, kommt erst bei der Demontage vollends zum Vorschein. Offenkundiger sind abgenutzte Spurstangenköpfe, "die aber keinesfalls durch auf dem Markt befindliche Billigprodukte ersetzt werden sollten", warnt Ervin Hajdu.

Für optimale Fahreigenschaften sind neuwertige Buchsen und Gelenke sowie eine korrekte Achsgeometrie unerlässlich. Und für die Hinterachse gilt: Schrauben der Schubstreben und des Reaktionsdreiecks erst anziehen, wenn das Auto auf der Erde steht, damit die Lager nicht verspannt montiert sind und um ihre Ruhestellung schwingen. Dann steht dem Fahrgenuss nichts mehr im Weg.



Motor Klassik Service-Tipp: Alfa Romeo, Baureihe 105

Ein umfangreicher Grundcheck vermeidet teure Folgeschäden. Dazu gehört das Prüfen der Zündung, des Ventilspiels, der Steuerzeiten und der Achsgeometrie. Die Vergaser sollten korrekt justiert und synchronisiert sein (evtl. Einzelabgasmessung anwenden). Besondere Beachtung verdienen Vergaseransaugflanschgummis, Lenkgehäuse, Lager und Gelenke der Kardanwelle und alles, was mit Spezialwerkzeug repariert wird wie Simmerring des Differenzials. Ab und zu Ablauflöcher der vorderen Federteller freistoßen.

Fahrberichte+++++++++++
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