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Aston Martin V8

Majestätische Ersatzteilpreise

Aston Martin V8 mit Vergaser Foto: Hardy Mutschler 8 Bilder

Die Wartung eines Aston Martin V8 erfordert eine kundige Hand und sollte deshalb einem Aston Martin Heritage-Spezialisten oder einer sehr erfahrenen Aston Martin-Werkstatt anvertraut werden. Teuer wird es auf jeden Fall.

29.10.2007 Bernd Woytal Powered by

Besonders bei englischen Auktionen tauchen sie immer wieder auf: Aston Martin V8 Saloon für 20.000 bis 25.000 Euro, die vordergründig gar keinen schlechten Eindruck machen. Doch angesichts der bei diesen Fahrzeugen zahlreichen, nicht auf den ersten Blick ersichtlichen Korrosionsherde und der daraus entstehenden Folgekosten schrillen bei einem Experten alle Alarmglocken. Zudem können technische Schäden beziehungsweise eine vernachlässigte Wartung die oft blauäugigen Käufer dieser Wagen in ein finanzielles Desaster stürzen.

Auf Aston-Martin Handbücher ist nicht immer Verlass

Leider hat das Werk dafür gesorgt, dass Service-Arbeiten an diesem Modell gelegentlich in eine Art Erlebnis-Schrauben abgleiten - mit meist unangenehmen Überraschungen, mit denen sowohl Hobby- Schrauber als auch manche Werkstätten konfrontiert werden. "So ist beispielsweise im Handbuch für den DBS V8 die Einstellung der Einspritzpumpe falsch beschrieben", sagt Beat Roos, einer von zwölf Aston Martin Heritage Spezialisten weltweit.

Obwohl wir uns hier auf die V8-Vergaser- Modelle konzentrieren, bringt das keine Entspannung. Denn während der relativ langen Bauzeit dieses Modells wurden immer wieder Dinge geändert - seien es Steuerzeiten und Vergasereinstellungen oder Zündkerzenempfehlungen und vieles mehr. Die Angaben in den Betriebsanleitungen oder Reparatur-Handbüchern blieben hingegen gleich

Widmen wir uns zunächst dem herrlichen Achtzylinder-Motor mit seinen vier obenliegenden Nockenwellen. Dieser bringt es auf erstaunlich hohe Laufleistungen, nicht zuletzt wegen der für einen Sportwagenantrieb relativ bescheidenen Literleistung von 57 PS/Liter. Doch das laut TÜV 304 PS starke Triebwerk sollte vorsichtig warm gefahren und regelmäßig gewartet werden. Dass Werkstattaufenthalte für ein Auto, das einst teurer als ein Ferrari war, nicht billig sind, versteht sich von selbst.

Lieber den Spezialisten machen lassen – sonst wird’s noch teurer

Bereits der Keilriemenwechsel (vier Stück bei der Europa-Version) liegt mit über 200 Euro jenseits des Durchschnitts. Besonders ins Geld geht das Einstellen des Ventilspiels und der Steuerzeiten, "und wenn dann noch neue Steuerketten fällig sind, bewegt man sich schon langsam in Richtung Motorrevision", meint Aston- Kenner Wilhelm Marlock augenzwinkernd mit Blick auf die anfallenden Kosten.

Diese Arbeit ist unbedingt einem Spezialisten anzuvertrauen, ebenso wie die Einstellung und Synchronisation der vier Weber-Doppelvergaser. Exakt fällt diese Justierung der Gemischfabrik nämlich nur mit Hilfe einer Einzelabgasmessung aus.

Bestimmte Arbeiten an der Bremsanlage können ein ganz erhebliches Loch in den Geldbeutel reißen. Sollte beispielsweise eine Erneuerung der Bremsservos nötig sein, lässt sich der anfallende Reparaturaufwand nur schwer abschätzen.

"Die Anlage ist mit der Unterdrucksteuerung der Heizung und der Klimaanlage verbunden. Sollte sich dort ein Unterdruckabfall einstellen, muss die komplette Steuerung zumindest kontrolliert, aber in den meisten Fällen überholt werden", weiß Beat Roos. "Die Bremsen könnten blockieren oder das Bremspedal lässt sich plötzlich überraschend schwer betätigen", gibt er zu bedenken.

Ein besonderes Kapitel gebührt der Hinterradbremsanlage

Diesezeichnet sich durch innenliegende, also beim Differenzial angeordnete Bremsscheiben aus. Ein reiner Bremsbelagwechsel lässt sich zwar ohne großen Aufwand realisieren, aber wenn die Scheiben die Verschleißgrenze erreicht haben, wird es kostspielig. Dann müssen der hintere Hilfsrahmen gelöst, die Auspuffanlage demontiert und die Hinterachse ausgebaut werden, um die neuen Scheiben montieren beziehungsweise sie mit Hilfe von Unterlagscheiben mittig setzen zu können.


Bremsscheiben für 640 Euro - pro Stück

Schon die bisherigen Beispiele belegen, dass die Wartungskosten für einen Aston Martin V8 auf hohem Niveau liegen. Das liegt aber nicht nur an den manchmal recht aufwendigen Arbeiten, sondern auch an den Ersatzteilpreisen von Aston Martin. Wenn eine neue Wasserpumpe rund 1.000 Euro oder eine Bremsscheibe 640 Euro kostet, kann die Reparatur zwangsläufig nicht günstig sein.

Billigteile gibt es so gut wie keine. Stattdessen müssen die Aston-Spezialisten manchen Engpass durch Eigeninitiative überbrücken - wie zum Beispiel bei der Bremsanlage oder der elektronischen Zündung. Aston-Fahren ist eben kostspielig - schade.

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