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MG A 1500 und 1600 12 Bilder Zoom

Service-Station (33): MG A 1500 und 1600: Ganz ohne Pflege geht es nicht

Wer sich für einen MG A entscheidet, muss dank der einfachen Technik keine horrenden Wartungskosten befürchten. Es gibt nur wenige Arbeiten, die das Konto stark belasten. Ganz ohne Zuwendung geht es für MG A-Fahrer aber auch nicht.

In der Betriebsanleitung des MG A steht folgender Satz: "Der Besitzer findet alle der einwandfreien Instandhaltung dienenden Angaben vor, welche die zweckmäßigste Wartung im Interesse des störungsfreien und allzeit zufriedenstellenden Betriebes gewährleisten."

Wer das verstanden hat und einmal nachblättert, stellt fest, dass es an dem britischen Roadster schon einiges zu prüfen, schrauben und schmieren gibt, um den Wagen bei Laune zu halten. "Zum Glück fahre ich nicht so viel", mag mancher denken, und freut sich darüber, dass er drei Jahre benötigt, bis er die bis zum nächsten Ölwechsel vorgegebene Distanz zurückgelegt hat.

Die Kosten für Reparaturen am MG A halten sich in Grenzen

Eine Denkweise, die nicht zur Nachahmung empfohlen ist - aus technischer und auch nicht aus finanzieller Sicht. Selbst MG A-Fahrer mit zwei linken Händen, die alle Arbeiten einem Mechaniker anvertrauen müssen, können sich dank der einfachen Technik über moderate Servicekosten freuen. Es gibt es nur wenige Arbeiten, die das Konto stark belasten. Und wenn der Briten-Experte Michael van Ofen empfiehlt, der Wagen solle zumindest einmal im Jahr eine Werkstatt sehen, geht es ihm nicht darum, den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Im Gegenteil: Eine regelmäßige Wartung verhindert unnötig teure Reparaturen oder verlängert zumindest die Lebensdauer mancher Teile.

In puncto Motor rät Horst Fetha, angesichts des meist nicht unerheblichen Schmierstoffverbrauchs stets den Ölstand im Auge zu behalten. Fetha, der einst auf MG A gelernt hat und nun mit 73 Jahren die Tore seiner Werkstatt in Ditzingen bei Stuttgart schließt, empfiehlt außerdem, alle 8.000 bis 10.000 Kilometer den Unterbrecherkontakt zu erneuern: "Der Verschleiß ist hier relativ hoch." Der hohe Ölverbrauch ist übrigens eine Folge diverser Undichtigkeiten, die nur mühsam in den Griff zu bekommen sind. Eine der Leckstellen lässt sich "durch die Verwendung eines Steuerdeckels vom MG B beseitigen", sagt MG-Spezialist Jürgen Deusch.

Die hintere Kurbelwellenabdichtung macht Probleme

Mehr Probleme bereitet die unzureichende hintere Kurbelwellenabdichtung. "Hier ist das Lüftungsspiel zwischen Ölrückförderschnecke und Gegenstück entscheidend", erklärt Deusch. Arbeiten in diesem Bereich sind allerdings nur bei ausgebauter Maschine möglich - wenn also beispielsweise eh eine Motorüberholung fällig ist. Man kann dann versuchen, mit Tricks die durch Verschleiß entstandene Undichtigkeit zu beseitigen - durch entsprechenden Materialauftrag, den Einbau einer Lagerschale oder etwas Ähnlichem.

Doch wenn sowieso eine Motorüberholung ansteht, lässt sich mancher gleich eine stärkere MG B-Maschine einbauen, die in der Version mit fünf Kurbelwellenlagern auch einen hinteren Simmerring besitzt. Der Kostenaufwand ist ähnlich hoch. Wer sich mit solchen Lösungen anfreunden kann, findet weiteren Lesestoff in der Motor Klassik-Ausgabe 12/2004, wo es um Möglichkeiten der Optimierung eines MG A ging. In diesem Beitrag ist auch die Umrüstung auf eine moderne Schraubölfilterpatrone erwähnt, ansonsten muss umständlich ein Filtereinsatz gewechselt werden.

Thermostat schafft Abhilfe

Neben dem Ölverlust leiden die MG A-Motoren unter schlechter Wärmeableitung und der damit verbundenen Überhitzung. Eine hilfreiche Maßnahme besteht im Einbau eines früher öffnenden Thermostats (74 Grad) "oder einer Thermostathülse", findet Jürgen Deusch. Er macht darauf aufmerksam, dass auch eine korrekte Zünd- und Vergasereinstellung am Thema Überhitzung beteiligt sind. Die beiden SU-Vergaser sind selten exakt synchronisiert, und nach längerer Standzeit "fühlt man manchmal Benzintropfen unter dem Vergaser", sagt Fetha. In diesem Fall sind die Dichtungen marode geworden.

Nach längeren Pausen versagt auch schon mal die vor der Hinterachse positionierte Benzinpumpe den Dienst. "Manchmal bekommt man sie durch Reinigen der Kontakte wieder flott", erläutert Michael van Ofen. Doch oft hilft nur der Einbau eines Neuteils, was wegen des aktuell recht hohen Preises für ein SU-Originalteil deutlich über 300 Euro kostet. Etwas tiefer in die Tasche zu greifen ist auch bei einem Kupplungswechsel, weil dazu Motor und Getriebe ausgebaut werden müssen. Und wer nicht ständig beim Warten an der Ampel oder im Stau auf der Kupplung steht, vermeidet ein vorzeitiges Ende des Ausrücklagers.

Achsschenkelbolzen können ohne Vorwarnung abbrechen

Ebenfalls nicht billig kommt ein Wechsel des Synchronrings für den zweiten Gang - da können schon mal gut 1.000 Euro auf der Rechnung stehen. Keinesfalls zu vernachlässigen ist das Abschmieren. Das betrifft die Kardanwelle und ganz besonders die Vorderachse. Bei Letzterer gibt es noch ein ganz spezielles Problem: "Oft sind noch die alten Achsschenkelbolzen montiert, die dann aufgrund ihres Alters ohne Vorwarnung brechen können", erläutert van Ofen und zeigt ein Foto eines MG A, dessen Vorderrad in einer Autobahnausfahrt eingeknickt ist. Das Geld für eine Vorderachsüberholung sollte man also als lebensrettende Maßnahme betrachten.

Wenn die vorderen Achsgummis verschlissen sind, empfiehlt es sich, auf die etwas härteren Versionen aus dem MG B V8 umzurüsten. Sie halten länger und verbessern das Fahrverhalten. Ein "recht abenteuerliches Fahrverhalten" stellt sich laut van Ofen ein, wenn die Hebelstoßdämpfer undicht geworden sind und ihrer Funktion nicht mehr nachkommen. Man kann das Öl zwar nachfüllen, doch wenn es ebenso schnell wieder rausläuft, macht das keinen Sinn - man muss in ein neues beziehungsweise überholtes Teil investieren.

Manche Arbeiten überlässt man besser einer Fachwerkstatt

Der Einbau der vorderen Dämpfer ist nichts für Laien, weil dazu die Schraubenfedern mit Federspannern im Zaum gehalten werden müssen. Auch den Wechsel des hinteren Radlagers übernimmt besser eine Fachwerkstatt, wenn nicht der passende Schlüssel zum Lösen der achtkantigen Achsmutter zur Hand ist. Die Wartung der Bremsen ist kein Hexenwerk. Lediglich die vorderen Trommelbremsen des MG A 1500 verlangen etwas mehr Arbeit und können nach längerem Pausieren des Wagens durch festgehende Radbremszylinder für Verdruss sorgen.

Sofern Karosserie und Rahmen gesund sind, müssen MG A-Neulinge nicht befürchten, dass ihnen die Wartungskosten für das an sich zuverlässige Auto über den Kopf wachsen. Bei Investitionen sollten sie aber die richtigen Schwerpunkte setzen. Denn mit einer überholten Vorderachse fährt es sich besser als mit glänzenden Chromspeichenrädern.

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Datum

10. Oktober 2009
Dieser Artikel stammt aus Heft Motor Klassik 10/2009.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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