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Shanghai Auto Show 2011

Chinas Autoleben

Shanghai Auto Show Neugierige Foto: dpa 61 Bilder

Wer von einer chinesischen Automesse berichtet, braucht gute Nerven: Es ist laut, voll und eng. Trotzdem gilt es wichtige Trends zu erkennen.

20.04.2011 Birgit Priemer

Wenn Journalisten zur IAA nach Frankfurt anreisen, wissen sie im Vorfeld, dass anstrengende Tage vor ihnen liegen, denn die Mega-Messe macht ihnen das Leben mit langen Wegen schwer. Auf der Shanghai Auto Show ist das mittlerweile nicht anders. Die Messe hat gewaltige Dimensionen angenommen..
 
China boomt und mit dem Land auch die Autoindustrie: Das Reich der Mitte ist mittlerweile der größte Automarkt der Welt. Die Tokio Motor Show, früher nach der IAA die zweitwichtigste Messe der Welt, kann mit den Autoshows in Shanghai und Peking mittlerweile nicht mehr mithalten.

Shanghai Auto Show: Die Highlights der Messe 5:55 Min.

Grüne Technologien immer wichtiger

Dabei haben die chinesischen Messen ihr Lokalkolorit behalten – trotz der professionellen Stände der deutschen (Audi, VW, Mercedes, BMW und Porsche), französischen (Peugeot und Citroen) und koreanischen Autobauer (Hyundai und Kia) dazwischen. Pressemappen auf Englisch oder Deutsch?  Vergessen Sie es, manchmal ist es für Europäer sogar schwierig, angesichts der chinesischen Schriftzeichen zu erkennen, um welche Marke es sich überhaupt handelt.

Dazwischen toben die Shows, laut, krachend und an mehreren Ständen gleichzeitig. Die Outfits der chinesischen Hostessen, werden dagegen immer enger und gewagter, während Polizisten und Militärs mitten auf dem Messegelände seelenruhig kleine Paraden ablaufen oder mit dem Fahrrad nach dem Rechten sehen. Im Trakt mit der Kennziffer E präsentieren sich überwiegend Europäer und Koreaner, auf dem Freigelände dazwischen befinden sich Zulieferer wie Panasonic oder Michelin, auf der ganz anderen Seite mit dem Buchstaben W finden sich viele kleine chinesische Marken wieder.

Doch wer die Welt der JAC, BYD oder Brilliance nur auf Plagiate reduzieren will, springt zu kurz: Wie wichtig grüne Technologien sind, haben die Chinesen schneller begriffen als in der Vergangenheit die Deutschen. Kein Wunder, schließlich sitzen hier einige die weltbesten Batteriehersteller, und wichtige Rohstoffe wie Seltene Erden finden sich im Reich der Mitte zuhauf wieder. Kein Wunder, dass die Marke Haima ihren Verkaufsprospekt mit "Green Future" überschreibt und mit dem Me ein kleines E-Auto vorstellt, das entfernt an die erste Generation des Smart erinnert – inklusive modernster Kommunikationsmöglichkeiten. Hawtai dagegen bediente sich bislang in erster Linie im Hyundai-Baukasten, stattet Modelle wie den B11 aber mittlerweile mit einen Maschendraht-Grill im Bentley-Look aus, wirbt mit einer Leichtbaukarosserie und setzt auf den Clean Diesel.

Vorsprung beim E-Auto

Bei Great Wall findet sich ein rund vier Meter langer Kompakt-SUV namens Voleex C20 EV mit E-Antrieb, der es auf eine Reichweite von 160 Kilometer bringen soll. Ganz neu begründet, präsentiert sich zum ersten Mal die taiwanesische Marke Luxgen auf der Shanghai Motor Show. Sie kombiniert ihren Namen aus den Stichwörtern Luxury, Genius und Green und ist stolz darauf, auch  E-Autos zu entwickeln, die 23 Computer und acht Kameras an Bord zu haben. BAIC stellt Elektromobile vor, die mit Solarpanel kombiniert werden, Brilliance stattet dagegen seine emissionsfreien Modelle gleich mit i-Pad-ähnlichem Touchpad aus.

Es wäre nicht gerecht, die Chinesen nur auf einfache Kopiertechnologien zu reduzieren. Dass sie stilistisch Anleihen in Europa nehmen, ist unbestritten. Schließlich beschäftigen sie mit Marken wie Pininfarina die besten Designschmieden der Welt auch im Reich der Mitte. Und die Integration des Elektroautos könnte hier viel schneller gehen  als in Good old Germany: Der Staat winkt mit hohen Subventionen, und die Kunden machen es den Herstellern einfacher als in Europa: Da sie keine Diesel gewohnt sind, erwarten sie auch nicht so enorme Reichweiten wie die Deutschen oder Franzosen. Wenn es in den mehr als 300 chinesischen Millionenmetropolen auf wenigen Kilometern emissionsfrei vorangeht, sind angesichts der hohen Luftbelastungen alle erleichtert. Kein Wunder, dass VW, Mini und Smart nun auch an E-Scootern arbeiten. Ihre Vorbilder: Die Chinesen.

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