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Shinichi Abe

"Hybrid zum Dieselpreis."

Toyota-Hybridentwickler Shinichi Abe über weitere Hybrid-Entwicklungsziele, neue Batterien und den Schritt zur Brennstoffzelle.

28.04.2006

Mit dem Prius versuchen Sie es auf die sparsame Tour, Lexus ist sportlicher ausgelegt. Welche Strategie verfolgen Sie mit der Hybrid-Technologie langfristig?

Abe: Beim Prius haben wir einen geringeren Spritverbauch als beim Lexus LS 600h, aber die Leistungsausbeute ist auch hier beachtlich. Die Hybrid-Technologie gibt uns die Möglichkeit für eine gute Balance zwischen Performance und Verbrauch. Daneben lassen sich das Geräuschniveau und die Emissionen senken. Der neue LS 600h ist mehr leistungsorientiert. Wir reduzieren aber gleichzeitig den Verbrauch - und sind dabei besser als jeder andere Achtzylinder.

Was waren zwischen dem ersten Hybrid-Prius vor nahezu zehn Jahren und dem LS 600h die wichtigsten Entwicklungsschritte?

Abe: In erster Linie die Spannung. Beim Prius haben wir mit 288 Volt angefangen, beim LS sind wir jetzt bei 650 Volt. Trotzdem haben wir die Größe des Spannungswandlers auf ein Viertel der ursprünglichen Größe reduziert.

Und die Batterie?

Abe: Natürlich ist sie kleiner, und die Leistungsdichte ist höher. 1997 lag das Batteriegewicht beim Prius bei über 60 Kilogramm, nun sind wir unter 40 Kilogramm. Dabei wurde die Leistung der Batterie von 21 kW auf 45 kW gesteigert.

Was sind Ihre Entwicklungsziele?

Abe: Wir wollen den Überland- und Autobahn-Verbrauch weiter absenken. Und den Hybrid eines Tages zum Preis eines sauberen Diesels anbieten.

Wie weit sind Sie von diesem Ziel noch entfernt?

Abe: Mit dem Lexus GS 450h kommen wir mit dem zweistufigen Planetengetriebe diesem Ziel deutlich näher.

Wie geht es bei der Batterie weiter?

Abe: Die Größe der Batterie bleibt sicher ein wichtiges Thema. Und wenn wir die Größe weiter reduzieren, dann bekommt die Kühlung eine Schlüsselrolle. Mehr Leistung aus einer kleinen Batterie - da wird auch die Lebensdauer ein entscheidendes Thema sein. Um die Lebensdauer zu verlängern, nutzen wir momentan nur 50 Prozent der Kapazität unserer Batterien.

In zwei bis drei Jahren soll die Lithium-Ionen-Batterie serienreif sein. Was versprechen Sie sich von ihr?

Abe: Von der Nickel-Metall- zur Lithium-Ionen-Batterie ist es sicher ein großer Schritt. In Japan haben wir kleine Lithium-Ionen-Batterien im Vitz, der japanischen Variante des Yaris, bereits im Einsatz. Da sammeln wir mit einer Start-Stopp-Automatik und der Bremsenergie-Speicherung wichtige Erfahrungen. Mit der Lithium-Ionen-Technik haben wir eine fast doppelt so hohe Leistungsausbeute bei vergleichbarer Lebensdauer.

Ist die neue Batterie-Technologie eine Panasonic-Entwicklung?

Abe: Grundsätzlich eine Toyota-orientierte Entwicklung.

Mit dem neuen Camry produzieren Sie erstmals ein Hybrid-Modell außerhalb von Japan. Arbeiten Sie in Amerika auch mit nationalen Zulieferern zusammen?

Abe: Wir beginnen dieses Jahr mit der Produktion, aber nicht mit lokalen Zulieferern. Insgesamt werden wir 2006 in Japan, Amerika und in China insgesamt 300.000 Hybrid-Modelle bauen.

Sie kombinieren den Hybrid im Prius mit Frontantrieb, im GS kommt er als Heckantriebs-Variante und im LS nun mit Allradantrieb. Welche Strategie steckt dahinter?

Abe: Im Premiumsegment braucht man aus Sicht der Kunden einen Frontmotor und den Heckantrieb. Beim LS fahren wir mit Allradantrieb, weil wir einfach sehr viel Leistung haben.

Welche Höchstleistung erreichen Sie?

Abe: Der Benzinmotor verfügt über etwa 430 PS, also liegt die Gesamtleistung bei über 430 PS.

Wenn Sie bei einem Gewicht von 2.100 kg in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen wollen, dann sollten es schon 500 PS sein.

Abe: Ich sagte ja schon, mehr als 430.

Der Allradantrieb im LS 600h ist mechanisch. Warum?

Abe: Wir haben vorn im Differenzial leider keinen Platz für einen Elektromotor.

Was wäre aus Ihrer Sicht die ideale technische Lösung?

Abe: Mein Traumauto hat vier Elektromotoren. Und eine Batterie, mit der man vernünftige Distanzen überwinden kann. Momentan haben wir bei den Batterien, verglichen mit fossilen Brennstoffen, gerade mal ein Prozent der Energiedichte. Für eine Distanz von 50 Kilometern bräuchten wir riesige Batterien.

Ihre Ideallösung?

Abe: Ein Hybrid-Modell mit einer leistungsstarken Batterie, die man immer wieder extern an einer Steckdose aufladen kann. Der Verbrennungsmotor ist dann nur noch für die Überbrückung von größeren Distanzen gedacht.

Ist der Hybrid für Sie ein Zwischenschritt zur Brennstoff-Zelle?

Abe: Momentan fahren wir mit der Kombination Benzinmotor und E-Maschine. Der Benzinmotor kann natürlich durch einen E 85-Ethanol-Motor, einen Diesel oder eine Brennstoffzelle ersetzt werden. Die fossilen Brennstoffe sind endlich. Und dann ist dies die Schlüssel-Technologie für das Auto der Zukunft.

Wann wird diese Zukunft bei Toyota beginnen?

Abe: Ich könnte mit vorstellen, dass wir in etwa zehn Jahren mit einer kleinen Stückzahl beginnen. Eine Entscheidung ist aber nicht getroffen.

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