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Restaurierung

Sicherheitsgurte

Foto: Götz von Sternenfels 10 Bilder

Schon durch ihre Konstruktion können Klassiker nie so sicher sein wie -aktuelle Fahrzeuge. Macht eine Gurtnachrüstung wirklich Sinn?

13.01.2007 Thomas Wirth Powered by

Erst Gurten, dann starten. Bunte Sticker sollten Mitte der siebziger Jahre den Bundesbürgern das Anschnallen nahe bringen. Ab 1974 besaß jedes neu zugelassene Auto vorne Gurte, und zwei Jahre später mussten die Insassen sie auch anlegen.

Sogar eine Nachrüstpflicht ließ sich der Gesetzgeber einfallen. Alle Fahrzeuge, die nach dem 1. April 1970 zugelassen wurden, müssen vorne Dreipunktgurte tragen – bis auf Cabrios. Hier reichen Beckengurte.

Bereits in den sechziger Jahren haben sich viele Automobilhersteller der Realität der zunehmenden Unfallzahlen mit immer mehr Verkehrstoten gestellt. Auch wenn es die Sicherheitsgurte zunächst nur in Statikversionen und gegen Aufpreis gab, montierten sie ab Werk bereits Verankerungen.

Wer heute einen Klassiker mit werksseitigen Befestigungspunkten besitzt, hat bei der Nachrüstung gute Karten. Jedoch gilt es vor dem Kauf eines Sicherheitsgurtes einige Fakten zu beachten.

Einbaulage der Gurtrolle beachten

Ein grundlegender Punkt ist die Einbaulage der Gurtrolle. Das betrifft die Platzverhältnisse am Montageort, aber auch die Neigung der eingebauten Rolle. Die seit 1990 vorgeschriebenen duosensitiven Systeme, die nicht nur bei einem frontalen Aufprall, sondern auch bei Überschlag auslösen, lassen sich nicht mehr lageunabhängig montieren, weil der dafür nötige Sensor auf Abweichungen von der Lotrechten reagiert.

Die Hersteller geben dazu genaue Informationen: In der Regel dürfen Duo-Gurtrollen bis zu 20 Grad um die Schraubenachse aus der Senkrechten gedreht werden. Noch empfindlicher reagieren diese Gurte in Seitenrichtung: Mehr als sechs Grad Abweichung sind nicht erlaubt.

Für alle Fälle, in denen das Gurtband schräg laufen muss oder – wie auf den hinteren Plätzen oft gegeben – die Rolle sogar liegend eingebaut wird, bieten Hersteller noch die frühen Mono-Universal-Gurtrollen an. Dazu gibt es eine große Auswahl an Schlössern, die entweder über ein Gurtband oder ein ummanteltes Stahlseil am Fahrzeug verschraubt werden.

Nur Schrauben der Festigungsklasse 8.8

Verwendung sollten nur Schrauben finden, die mindestens der Festigkeitsklasse 8.8 entsprechen. Alle Gurtverschraubungen weisen heute zudem das zöllige 7/16-20 UNF-Feingewinde auf.

Schwieriger wird es bei älteren Klassikern, die ab Werk noch keine Befestigungspunkte besitzen. Problemlos ist das Nachrüsten meist an den unteren Punkten wie am Bodenblech im Schwellerbereich oder am Kardantunnel. Hier lassen sich Stahlplättchen als Gegenhalter oft gut anbringen. Diese Universalteile gibt es in verschiedenen Abmessungen mit aufgeschweißter Mutter bei den Anbietern von Gurtsystemen. Sie lassen sich aber auch einfach aus fünf Millimeter starkem Stahlblech selbst fertigen.

Große Fragen stellen sich meist, wenn es um den nachträglichen Einbau der oberen Gurtumlenkung an der B-Säule geht. Ob ein Durchbohren sinnvoll ist, kann nur im Einzelfall entschieden werden – unter Umständen schwächt der Eingriff die tragende Struktur zu sehr.

Einfacher gelingt die Nachrüstung meist für die hinteren Sitze bei -Limousinen. Jedoch sollten auch hier stabile Punkte gewählt werden: Die Hutablage ist dazu nicht geeignet.

Wer sich für Gurte entschieden hat, braucht zwingend Kopfstützen. Ohne sie bergen Gurte ein hohes Risiko. Denn nach einem Crash schlägt der Kopf zurück – ohne Rückhalt schlimmstenfalls ein Weg in den Tod.

Tipps

Der Preis für Sicherheit ist überschaubar: 65 Euro kostet ein Nachrüstkit, der alle nötigen Anbauteile enthält. Dabei unterscheiden sich die Preise für Mono- oder Simplex-Systeme nicht. „Die Gurtschlösser können zur entsprechenden Einbausituation passend bestellt werden“, sagt Versandhändler Thomas Distler aus Dietenhofen, der sie in Seil- und Bandform und Längen von 22, 30 und 45 Zentimeter anbietet. Auch Beckengurte und entsprechende Universal-Einbauplättchen hat er vorrätig.

Unter Umständen kann auch die Nachfrage beim Hersteller des Fahrzeugs helfen – eventuell führt dieser Gurt-Nachrüstsätze noch (oder bereits wieder) im Programm.

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