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Oldtimer für Einsteiger bis 5.000, 10.000 und 15.000 Euro

Sieben Tipps für den Oldtimerkauf

Motor Klassik Heftvorschau 04/2010 Foto: Motor Klassik 29 Bilder

Bereits in der Preislage bis 15.000 Euro ist die Auswahl an Oldtimern für Einsteiger riesengroß. Gerade deshalb sollte der Käufer besonnen vorgehen. Motor Klassik weist den Weg, damit aus einer Liebesaffäre keine Ehe-Krieg wird.

19.11.2011 Franz-Peter Hudek Powered by

Nichts gegen moderne Autos. Sie machen ihren Job hervorragend. Trotzdem lieben, fahren und kaufen wir auch alte Autos - wie eine wertvolle Uhr, eine Antiquität oder sogar ein Kunstwerk. Der Erwerb eines Oldtimers ist deshalb primär eine Sache des Herzens. Erinnerungen, Emotionen und der persönliche Geschmack spielen dabei die zentrale Rolle.

Oldie-Kauf-Tipp Nummer 1: Bloß nicht den Verstand verlieren

Entweder träumt man schon schon lange von einem bestimmten Modell, das während der Jugendzeit noch unerreichbar war. Oder man verliebt sich spontan in ein kleines Cabrio, das man bei einer Oldtimer- Rallye erlebt hat. Kommentar der Freundin: "Oh Schatz, ist der nicht süß?" Trotzdem sollte der zukünftige Oldtimer- Besitzer, wenn er sich Hals über Kopf in ein Auto verliebt hat, nicht komplett den Verstand verlieren.

Dies passiert vor allem dann, wenn das Wunschauto kein Vermögen kostet. Gerade heute, wo die Neuwagenpreise wie Futtermais in die Höhe schießen, kann man bereits mit dem Budget für einen modernen Kompakten von 10.000 bis 15.000 Euro wahre Traum-Klassiker erwerben. Wie wäre es zum Beispiel mit dem eleganten Dolce-Vita-Cabrio Fiat 1500 oder mit dem gestandenen Luxus-Coupé Jaguar XJS? Motor Klassik zeigt und kommentiert in der Fotoshow eine bunte Auswahl von Zustand-Zwei-Oldtimern.

Oldie-Kauf-Tipp Nummer 2: Auf H-Kennzeichen achten

Aufgeteilt in die drei Preisklassen bis 5.000, bis 10.000 und bis 15.000 Euro, bieten sie eine enorme Bandbreite an verschiedenen Jahrgängen, Karosserieformen und Motorisierungen. Alle sind mindestens 30 Jahre alt und damit Kandidaten für das kostensenkende H-Kennzeichen. Hat man nun seinem Budget und seinen Neigungen gemäß einen Klassiker ins Auge gefasst, der technisch und optisch einen soliden Eindruck macht, sollte man vor dem Kauf dennoch einige weitere Punkte prüfen

Oldie-Kauf-Tipp Nummer 3: Ersatzteilsituation, Technik und Spezialisten bedenken

Wie sieht es mit der Versorgung von Ersatzteilen und mit technischem Know How aus? Was muss ich dafür bezahlen? Gibt es eine ausreichend große Clubszene, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht? Besitzt der Wagen einen festen Marktwert, damit ich ihn später wieder problemlos verkaufen kann? Ist das Schmuckstück auch kräftig genug motorisiert und einigermaßen alltagstauglich, oder muss ich es auf einem Hänger zu Oldtimer-Treffen transportieren?

Dieses Bündel an Fragen reduziert sich im Prinzip auf eine einzige: Muss es wirklich ein seit Jahrzehnten etablierter Klassiker der altbekannten Marken sein, oder darf man sich auch auf etwas Exotisches, etwas Aufregendes einlassen? Hier entscheidet natürlich erneut die mentale Veranlagung des Oldtimer-Einsteigers, ob er ein rational und kostenbewusst handelnder Typ oder mehr eine lustbetonte Spielernatur ist. Zum Glück gibt es einige Automobile, die beides miteinander verbinden, was als Idealfall gelten darf. 

Oldie-Kauf-Tipp 4: Vernunftorientierte Klassiker-Einsteiger wählen etablierte Marke

Der vernunftorientierte Klassiker-Einsteiger sollte auf jeden Fall eine etablierte Automobil-Marke wählen. Wer sich für einen Alfa Romeo, Jaguar, Mercedes, MG, Porsche oder Triumph entscheidet, der hat sich gleichsam in eine Adelsfamilie mit glorreichem Stammbaum eingekauft und damit nichts falsch gemacht. Der Werterhalt des Klassikers und das Ansehen des Besitzers als qualitätsbewusster Automobil-Kenner ist in der Regel gesichert.

Allerdings läuft er Gefahr, wenn es wie bei einem Alfasud oder VW-Porsche 914 um noch junge Markenmitglieder handelt, während der großen Familientreffen am Katzentischchen sitzen zu müssen. Autos etablierter Klassiker-Marken, zu denen auch Citroën, Fiat, Lancia, Renault, Volvo und VW gehören, bieten außerdem eine gesicherte Teileversorgung sowie erfahrene Spezialisten, die bei Problemen schnell und effektiv helfen können.

Es gibt auch genügend Clubs, die den Klassiker-Einsteiger mit sachdienlichen Tipps und, wenn gewünscht, mit anregender Geselligkeit unterstützen. Andererseits zählen Triumph Spitfire, Volvo Amazon oder Citroën DS schon seit Jahrzehnten zu den Standard-Typen bei Oldtimer-Treffen und -Ausfahrten, die sowohl Teilnehmer wie auch Zuschauer nicht mehr in Ekstase versetzen.

Oldie-Kauf-Tipp 5: Nicht dem Massengeschmack zu folgen, spart bares Geld

Wer hier zum Beispiel mit einem gepflegten Opel Manta A oder dem flinken Simca 1200 S-Coupé auftritt, zieht sicher mehr Blicke auf sich als ein deutlich teurer Mercedes 230 SL oder Porsche 356. Ob nun eine Limosuine, ein Coupé oder Cabrio in die engere Wahl kommt, bleibt eine Frage des persönlichen Geschmacks und natürlich des Portmonees: Naturgemäß stehen Coupés und besonders Cabrios höher im Kurs. Das kann man sich zum Nutzen machen, wenn man für kleines Geld Mitglied einer etablierten Marken-Familie werden möchte.

Der günstigste Triumph-Klassiker ist die originelle Triumph Herald Limousine. Mit 5.000 Euro ist man dabei und spart gegenüber dem Cabrio rund 6.000 Euro. Das Gleiche gilt für den Ford Mustang Hardtop. Das Stufenheck-Coupé ist im Gegensatz zum Fastback und Cabrio in der Anschaffung deutlich günstiger. Hier gibt es kompakten V8-Fahrspaß für gerade mal 15.000 Euro.

Oldie-Kauf-Tipp 6: Den Wiederverkauf auf dem Schirm haben

Allerdings wird sich der Weiterverkauf dieser weniger beliebten Schnäppchen-Varianten etwas schwieriger gestalten. Vorkriegsklassiker sind in der Preisregion bis 15.000 Euro Mangelware. Neben Fiat Topolino und Morris Eight ist der Austin Seven eines der wenigen erschwinglichen Schnauferln aus den Dreißiger Jahren. Mit Motorleistungen zwischen zehn und 15 PS hält sich der Fahrspaß jedoch in Grenzen. Für einen 40 PS starken Ford Model A von 1930 müssen bereits etwas mehr als 15.000 Euro investiert werden.

Oldie-Kauf-Tipp 7:Den Goldenen Mittelweg suchen - und finden

Wenn Technik und Optik des Wunschautos stimmen, sollte sich der Käufer darüber im Klaren sein, inwieweit er den Vernunftargumenten folgen will, oder er sich lieber vorbehaltlos den optischen Reizen seines persönlichen Traum-Klassikers ausliefern möchte. Im Idealfall lassen sich Sinn und Sinnlichkeit verbinden. Hierzu zwei Beispiele: MGB und Triumph Spitfire stehen für den bezahlbaren, britischen Roadster.

Oldtimerkauf - Beginn einer verhängnisvollen Affäre

Noch spartanischer und spritziger fährt sich ein Austin Healey Sprite (Mk II bis IV, kein "Froschauge", baugleich mit MG Midget); Ersatz- und Tuningteile gibt es in rauhen Mengen. Oder man nehme einen unverwüstlichen Chevrolet Camaro, der an jene glückliche Wohlstands-Zeiten erinnert, als man beim freundlichen Opel-Händler zum Preis eines Manta dieses V8-Schlachtschiff erstehen konnte. Mentale und technische Unterstützung bieten die zahlreichen US-Car Clubs. Nur Mut - der Kauf eines Oldtimers ist nichts anderes als der Beginn einer verhängnisvollen Affäre.

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