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Silvretta Classic Rallye Montafon 2014

Mit Teamwork zum Ziel

Silvretta Classic 2014, Rallye-Lehrgang Foto: Michael Rassinger 19 Bilder

Rallyefahren heißt vor allem Kommunizieren. Der Lehrgang bei der Silvretta Classic bereitet die Teilnehmer darauf vor. Christian Geistdörfer und Harald Koepke führen in die Kunst des Rallye-Fahrens ein.

02.07.2014 Michael Rassinger Powered by

"Wohin müssen wir?" Der Fahrer eines Rallye-Fahrzeugs hat zwar Lenkrad und Pedale im Griff und sorgt für die Vorwärtsbewegung, aber für die Richtung ist der Beifahrer verantwortlich. Spätestens bei einer anspruchsvollen Gleichmäßigkeits-Rallye wie der Silvretta Classic mit einem über 130-seitigen Roadbook geht es nicht ohne den Chef auf dem Platz ohne Lenkmöglichkeit.

Rallye-Lehrgang: Das Hirn sitzt rechts

Der Beifahrer ist also der wirkliche Macher, er bringt die notwendige Ruhe ins Cockpit. Rallye-Weltmeister Christian Geistdörfer erklärt anhand vieler Beispiele, wie Fahrer und Beifahrer miteinander kommunizieren sollen. Es komme nicht unbedingt darauf an, wie man etwas sage, sondern auf eine gemeinsame Sprache, die beide sprechen und verstehen. Harald Koepke, Organisationsleiter der Klassik Rallyes, gibt weitere wertvolle Tipps. So solle man doch immer das richtige Roadbook für den entsprechenden Tag benutzen - klingt kurios, hat aber schon stattgefunden. Auch empfehle es sich, die Zeitangaben genau zu durchdenken: "220 Minuten sind eben nicht 2 Stunden und 20 Minuten."

Auch bei den Uhren ist Vorausdenken gefragt: Mechanische Zeitmesser müssen vor Rallyebeginn aufgezogen werden, bei elektronischen Versionen ist eine frische Batterie ratsam, sofern sie nicht kürzlich gewechselt wurde. Fällt tatsächlich mal ein Zeitmesser unerwartet aus, hat Koepke einen Kniff parat: "Jedes Handy, auch wenn es noch so alt ist, hat eine Stoppuhr an Bord." So lässt sich der Ausfall mit einer Notlösung kompensieren.

Verspätungen passieren, sind aber teils nicht aufholbar

Nicht kompensierbar dagegen ist eine verspätete Ankunft: Wer vier Minuten zu spät an einer Zeitkontrolle ankommt, kann dies bei der nächsten Kontrolle nicht durch vier Minuten Verfrühung reinholen. Im Gegenteil: Die doppelten Strafpunkte werden hier fällig. Auch raten die Rallye-Profis dazu, die Bordkarte genau zu kontrollieren und Ankunftszeiten nicht im Voraus zu berechnen und einzutragen. Steht die falsche Zeit bei der Übergabe drin, hagelt es wieder Strafpunkte.

Jede Hundertstel zählt

Bei Wertungsprüfungen geht es darum, festgelegte Strecken möglichst auf die Hundertstelsekunde genau in der vorgegebenen Zeit zurückzulegen. Dabei wird der Beginn und das Ende der Prüfung durch eine Lichtschranke oder einen Druckschlauch markiert und gemessen. Mit einem gelben Schild erfolgt die Ankündigung der Wertungsprüfung, das rote Schild danach gibt den Start bekannt. Für besondere Abwechslung sorgen geheime Wertungsprüfungen, die nicht im Roadbook eingetragen sind. Oft sind sie in anderen Prüfungen enthalten und tauchen unvermittelt mit einem grünen Schild auf. Der Beifahrer hat dann schnell zu reagieren, denn nun gilt es 100 Meter in genau 15 Sekunden zurückzulegen. Wohl demjenigen, der eine Extra-Stoppuhr bereit und die Zeit schon eingestellt hat.

Der ideale Beifahrer redet gern und kompetent

Ein guter Beifahrer ist über alle Wertungsprüfungen informiert und hat die dazugehörigen Daten wie Typ, Länge, Durchschnittsgeschwindigkeit und Art der Zeitmessung (Lichtschranke/Druckschlauch) im Roadbook oder auf einem Klebezettel eingetragen. Wichtig sei es auch, auf die Frage des Fahrers ("Wo geht's denn nach der Wertungsprüfung hin?") kompetent reagieren zu können.

Analoge Teams fahren mit rein mechanischen Uhren in der Sanduhrklasse, bei den elektronischen Zeitmessern ist vom digitalen Küchenwecker bis zur iPad-App alles erlaubt. Einigkeit muss aber herrschen, ob zum Ende einer Prüfung rauf- oder runtergezählt wird. Schließlich kann es zu empfindlichen Differenzen im Cockpit führen, wenn der Beifahrer zu zählen beginnt, der Fahrer aber nicht weiß, wann denn nun Schluß ist.

Die Teilnehmer der Silvretta Classic 2014 konnten an der Talstation der Valisera-Bahn bei St. Gallenkirch am praktischen Rallye-Lehrgang teilnehmen. Eindrücke von der Gruppe A zeigen wir in der Fotoshow.

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