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Thurner RSR bei der Silvretta Classic 2013

GFK-Flunder mit Flügeltüren

Silvretta Classic 2013, Tag 1, Thruner RS und Impressionen Kai Klauder Foto: Kai Klauder 49 Bilder

Hans-Peter Blandow hat zur 16. Silvretta Classic eine weitgehend unbekannte Flunder aus deutscher Produktion mitgebracht: einen 1971er Thurner RSR, die Breitbau-Variante des Thurner RS. Beeindruckende Daten bringt die Flunder mit: 99 dB bei 120 km/h und 5.000/min, 670 kg und 80 PS

05.07.2013 Kai Klauder Powered by

Schon mal etwas von Thurner gehört? Nein, dann geht es Ihnen wie den meisten Teilnehmern der Silvretta Classic 2013. "Ist das ein Lotus?", "Ach wie schön, ein Melkus!" oder ungläubiges Staunen beim Blick auf den Heckmotor. "Der erinnert mich doch an den NSU TT" - und das ist die richtige Fährte.

Ein Sportwagen von Malern, Schreinern und Hausfrauen

1969 begann der Versicherungskaufmann Rudolf Thurner im bayrischen Bernbeuren mit der Fertigung seines Thurner RS. Auf dem um 10 cm gekürzten Chassis des NSU 1200 C baute er seine Flügeltürer-Flunder auf. "Das waren eigentlich Maler, Schreiner und Hausfrauen, die den Wagen entwickelt und gebaut haben", scherzt der Schweizer Hans-Peter Blandow, der auf Heckschleudern steht. Bei der Eifel Classic 2012 war Blandow in einemSimca Rallye 2 unterwegs.

 "Insgesamt wurden 124 Thurner gebaut, 3 davon mit der breiten Karosserie, und nur einer davon mit Überrollkäfig und außen liegendem Tankeinfüllstutzen - und das ist meiner hier, erstmals zugelassen am 08.02.1971", sagt Blandow, der mit seinem Thurner RSR quasi die Jungfernfahrt zur Silvretta macht. Nur noch 20 fahrbereite Exemplare sind bekannt."Das waren genau 197 km vom Zürichsee hierher", sagt Beifahrer Martin Kämpfer mit einem Blick auf sein Smartphone.

Auf die Frage, wie laut es denn in dem GFK-Sportler ist, sagt Kämpfer nur: "99 dB bei 120 km/h und 5.000/min. Wie auf Kommando ziehen die beiden Thurner-Treiber grinsend ihre Hörstöpsel aus der Tasche: "Damit geht's aber ganz gut".

Nicht so gut ging es Rudolf Thurner mit seinem Auto, das er "im Grunde genommen um die Frontscheibe des Porsche 904 herum konstruiert hat", wie Blandow weiß. Thurner zerstritt sich mit seinem Kompagnon Dieter Kohlmus. Beide setzten ihr Hobby des Automobilbaus fort. Kohlmus baute auf Basis des gemeinsam entwickelten Autos seinen "Scirocco", bei dem er nach einer rechtlichen Auseinandersetzung mit Thurner das Heck ändern musste. Rudolf Thurner hingegen änderte die Front und fertigte seinen RS. Kohlmus musste 1973 aufgeben, Thurner hielt es noch ein Jahr länger durch.

670 kg leicht und 80 PS stark

Die Technik ist interessant. Die NSU 1200 C Bodengruppe wurde mit dem luftgekühlten NSU TT-Reihenvierzylinder kombiniert. In Hans-Peter Blandows RSR wurde eine Kugelfischer-Einspritzanlage sowie ein Fächerkrümmer und Auspuff von Spiess verbaut. "Letzte Woche hatte ich ihn auf dem Prüfstand, 75 PS wurden da ermittelt, doch jetzt ist er etwas eingefahren, da werden es rund 80 PS sein", erklärt der Schweizer, der das einzige noch bekannte RSR-Modell seit letztem Jahr besitzt. Dieser einzigartige Thruner RSR wurde als Bergrenner aufgebaut, der Tacho geht nur bis 180 km/h statt bis 220 wie bei den anderen Thurner RS.

Besonders spektakulär sind natürlich die leichten Flügeltüren des Thurner RSR, bei dem die Besatzung nur rund 25 cm über dem Asphalt sitzt. "Da hast Du das Gefühl, als sitzt Du im Freien - und fahren tut der wie ein Go-Kart." Kein Wunder - bei einem Leergewicht von nur 670 kg. Der Sound ist gigantisch, wie man hier hören kann.

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