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Silvretta-Warm Up

Deuten der Zeit-Zeichen

Foto: kkl 39 Bilder

Die Silvretta Classic beginnt für viele Teilnehmer schon einen Tag vor dem eigentlichen Start mit dem Theorie-Pauken. Bevor die Novizen an den Start der Rallye Montafon rollen, müssen sie erst einmal Chinesenzeichen entziffern und richtig zählen lernen sowie ihre Wahrnehmung neu eichen.

02.07.2008 Kai Klauder Powered by

Wie unterschiedlich lang 20 Zentimeter sein können, weiß man ja. Wie schwierig allerdings das richtige Schätzen der Entfernung zur Front des Fahrzeugs ist, gibt es bei den ersten Gehversuchen der Oldtimer-Rallye-Neulinge zu erleben. Reihenweise hört man auf dem Übungsplatz in Gaschurn Unmutsäußerungen wie "Mist, zu spät", "Los, gib doch endlich Gas" oder "Die Uhr muss kaputt sein".

Experten-Team gibt Tipps und erklärt die Rallye-Welt

Dabei hat sich das doch alles so einfach angehört, was die Experten Bernd Ostmann, Chefredakteur von auto motor und sport, Hans-Jörg Götzl, stellvertretender Chefredakteur von Motor Klassik und der mehrfache Rallye-Weltmeister Christian Geistdörfer noch kurz zuvor bei der Theoriestunde erklärten - doch jetzt will selbst das Zählen nicht mehr gelingen.

Zwei Teststrecken sind aufgebaut. Bei der einen wird mit Lichtschranke gemessen, bei der zweiten mit Luftschlauch. Und bei beiden geht es um das Gleiche: möglichst die avisierte Zeit zu treffen oder so nahe wie möglich heran zu kommen.

Auf die Frage, welche der Messmethoden für den Beifahrer leichter ist, kommt von Herbert Behrendt aus Lage sofort die Antwort: "Die Messung mit dem Schlauch, denn der richtige Zeitpunkt, wann die Stoppuhr gedrückt werden muss, kann der Beifahrer spüren." Aha - deswegen halten sich die meisten Beifahrer am Lenkrad fest.

Behrendt gehört zu einem Team von 17 Zeitmessern (hinzu kommen noch viele weitere Helfer aus der Silvretta-Region), die bereits zum siebten Mal bei der Silvretta auf die Uhren schauen und Strafpunkte vergeben. Die Oldtimerrallye ist eine Ausnahme in ihrem Messgeschäft. Normalerweise stehen moderne Rallyes auf dem Plan. Mit der Schlauch-Methode wird bei den modernen Rallyes übrigens nicht gemessen. Die Schläuche wären bei den Starts mit ordentlich Schlupf sofort zerfetzt.

Eine wichtige banale Frage: Wo fängt mein Auto an?

Die Lichtschranken-Messung ist schwieriger, erklärt Behrendt: "Da muss man erst Mal ein Gefühl entwickeln, mit welcher Kante das Auto die Lichtschranke auslöst." Beim Testen hilft noch die große Digitalanzeige: Sobald die Lichtschranke unterbrochen wird, zeigt die Anzeige zwei Sternchen - die Neulinge können sich also herantasten.Wenn’s morgen ernst wird, fällt diese Hilfe natürlich weg.

Ulrich und Claudia Rogga aus Bielefeld sind ebenfalls zum siebten Mal als Zeitnehmer dabei. Sie haben bemerkt, dass sich einige der Eleven sich gut vorbereitet haben. "Sie fragen gezielt nach der genauen Streckenlänge, nach der Höhe der Lichtschranke, rechnen den nötigenS chnitt aus und werden immer besser. Sie fangen mit fünf Sekunden an.Wenn das hinhaut, setzen sie die Zeitvorgabe höher."

Die Spezialisten macht Herbert Behrendt hier auf dem Platz allerdings nicht aus: "Die, die um den Gesamtsieg fahren, können meistens schon zählen." - Wir werden es ab morgen (Donnerstag, 3. Juli) verfolgen,wenn um 10.01 Uhr in Partenen der Startschuss zur Vorarlberg-Etappe fällt.

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