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Sitzprobe Bentley Mulsanne Speed auf dem Autosalon Paris

Im Penthouse des Elfenbeinbeinturms

Bentley Mulsanne Speed Foto: Stefan Baldauf 26 Bilder

Sie kennen das Problem ja auch. In der Nachbarschaft fährt jeder Bentley, wie soll man sich da noch abheben. Keine Angst, wir können helfen und vermitteln Ihnen eine ersten Eindruck vom neuen Bentley Mulsanne Speed.

03.10.2014 Markus Stier

So knappe 300 Riesen kratzt ja heute fast jeder Börsenglücksritter mal eben zusammen, um sich einen Bentley Mulsanne zu kaufen. Eben darum gibt es jetzt den Bentley Mulsanne Speed. Der ist nicht nur schneller als Nachbars Limousine, sondern auch luxuoriöser. Neben 537 PS, 1.100 Newtonmetern und 305 km/h Spitze gibt es eigens geschmiedete Felgen. Aber wer guckt sich seinen Mulsanne selbst ständig von außen an, wenn es drinnen so viel zu sehen gibt.

Beiges Leder allerorten, und wo das Leder schwarz ist, sind wenigstens dessen Nähte beige wie auf dem Armaturenbrett. Eine einzige sportliche Anspielung leistet man sich an den Türinnenverkleidungen mit einem schlichten Karbon-Panel. Die Mittelkonsole wirkt trotz all ihrer Funktionen für Bordentertainment und Klimaregelung nicht überladen, drei schlichte Rundinstrumente, in Chrom gefasst ragen aus dem schwarzen Klavierlack. Ganz links die Tankuhr erinnert daran, dass maßloses Gas geben ziemlich unmittelbare Konsequenzen hat.

Im Bentley Mulsanne Speed geht fast alles elektrisch

Chrom ist allerorten reichlich verbaut, egal ob in den Fensterhebern oder den Schaltwippen. Besonders schick die Registerhebel für die Lüftung. Deren Ziehen oder Drücken ist so ziemlich die einzige Betätigung, die der Bentley-Boy außer dem Drehen am Lenkrad noch von Hand beisteuern muss. Sonst funktioniert im Bentley Mulsanne Speed nahezu alles elektrisch, egal ob das Hochfahren der Sonnenschutzblenden im Fond, das Vorschieben des Beifahrersitzes von hinten oder das Öffnen der Minibar, womit wir auch schon auf dem Rücksitz thronen. Zwei Flaschen Champagner der Marke Roederer sind zwischen den Einzelstühlen verbaut, Kühlschrank selbstredend inklusive.

Ebenfalls integriert ist der Klapptisch, dessen Clou eine auf Knopfdruck aufklappende Docking-Station für ein iPad samt Tastatur ist. Selbstverständlich ist der Bentley Mulsanne Speed sein eigener Internet-Hotspot. Damit nicht hässliche Antennen für Online-Verbindung und Navi die Alu-Karosse verunstalten, ist sämtliches Verbindungsequipment im Kofferraum-Deckel versteckt. Der wiederum ist - um den Empfang nicht zu stören - aus Kunststoff, oder besser Komposit-Material, weil der Vermarktungsabteilung das andere Wort zu billig klingt.

Wo wir gerade von Geld reden: Im Kofferraum, der trotz der leichten Klappe natürlich ebenfalls mit sanftem Knopfdruck öffnet (einfach auf das Bentley-B drücken), versteckt sich ein dreiteiliges Kofferset. Die schicken Ledertaschen mit Bentley-Prägung würden den Normalsterblichen 12.000 Euro extra kosten, aber in der Vollausstattung des Bentley Mulsanne Speed sind sie inklusive, ebenso wie das Bentley-Mobiltelefon, das sich unter der Armstütze vorn versteckt. Das einzige, was der Kunde für sein Luxusleben im Penthouse des Elfenbeinturms noch selbst mitbringen muss, ist seine Musikauswahl auf SD-Karte oder Memorystick und für lange Fahrten ein paar DvDs, womit wir auch schon beim entscheidenden Nachteil der Luxuskarosse wären: Weil das Entertainmentsystem im Handschuhfach steckt, ist da drin jetzt echt wenig Platz.

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