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Sitzprobe Maserati Alfieri auf dem Genfer Autosalon

Verschärftes Geburtstagsgeschenk

Maserati Alfierie, Messe, Genf, 2014, Jörn Thomas Foto: Dino Eisele 21 Bilder

Wir wissen nicht, was sich andere zum 100. Geburtstag schenken – Maserati schenkt sich den Alfieri. Eine scharfe Studie als Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wir durften in dem Concept Car bereits Platz nehmen.

04.03.2014 Jörn Thomas

Maserati Alfieri ohne Bling-Bling

Statt überkandideltem Futurismus repräsentiert der 2+2-Sitzer die klassische Maserati-Schule. Kein Wunder, schließlich ließ sich Projektleiter Lorenzo Ramaciotti vom historischen Maserati A6 GCS-53 von 1953 inspirieren - wie die aktuellen Modelle ein Gentleman-Driver mit klarer sportlicher Botschaft. Dazu zählt die lange Motorhaube, dominante Kotflügel, die quasi über der Hinterachse positionierte Passagierkabine und natürlich das klassische Kühlergesicht: schmal und aggressiv. Was auch an den grimmig designten Bi-Xenon- und LED-Leuchten liegt.

Ebenfalls auffällig: die großen Räder mit den extrem filigranen Speichen, die an historische Vorbilder erinnern sollen. Die Heckansicht ist dann wieder konsequent modern und dynamisch. Und der Innenraum? Nun, statt fettem Bling-Bling servieren die Italiener reduziertes, elegant-fließendes Design in schwerem Leder - außerdem gesellen sich noch aus dem Vollen gefräste Aluminium-Elemente wie zum Beispiel der Schalthebel und die Lenkradspeichen hinzu. 

Alfieri leistet 460 PS

Das Lenkrad selbst ist tief geschüsselt und weckt damit Assoziationen zu klassischen Rennsportwagen, die aufwendig gefertigte Analoguhr im Chronographenstil an Luxusmodelle.

Wobei sich die technische Basis auch nicht verstecken muss: Der 4,6 Meter lange Alfieri basiert auf dem GranTurismo MC Stradale-Chassis und hat einen 24 Zentimeter kürzeren Radstand, der ihm die Proportionen eines echten Supersportwagens verleiht, also kürzer, niedriger und breiter. Unter der Karosserie verbirgt sich die Transaxle-Plattform des Maserati GranTurismo. Sein 4,7 Liter großer V8-Sauger leistet 460 PS bei 7.000/min und 520 Newtonmeter bei 4.750/min. Das genügt, um Zweifel an der dynamischen Kompetenz mit lautem Brüllen wegzufegen.

Dazu modifizierten die Ingenieure die ohnehin nicht gerade asthmatische Auspuffanlage. Das elektronisch gesteuerte 6-Gang-Getriebe mit MC Shift-Technologie bildet eine Einheit mit dem hinteren Sperrdifferenzial und ermöglicht dank Transaxle-Bauweise eine nahezu ausgeglichene Gewichtsverteilung. Damit der Alfieri niemals übers Ziel hinausschießt, beißen bei ihm massige Brembo-Bremszangen in Scheiben aus Karbon-Keramik. Hoffentlich lässt sich das in absehbarer Zeit auch mal in der Praxis ausprobieren. Maserati sagt: fix ist nix. Schauen wir also mal, ob aus dem scharfen Coupé mehr wird, als nur ein scharfes Geburtstagsgeschenk zum 100.

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