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Sitzprobe Mercedes B-Klasse Electric Drive in Paris

Vom E-Antrieb fast nichts zu sehen

Mercedes B-Klasse Sitzprobe Foto: Alexander Bloch 26 Bilder

Die Antwort auf den BMW i3 trägt bei Mercedes den Namen B-Klasse Electric Drive – das erste E-Auto auf dieser Plattform mit rund 200 Kilometern Reichweite und einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Wir haben auf dem Pariser Salon Kontakt mit dem elektrischen Van aufgenommen.

02.10.2014 Birgit Priemer

Vielleicht soll diese Location zeigen: "Wir machen jetzt mal die Konkurrenten nass.“ Im berühmtesten Freibad Frankreichs, dem Piscine Molitor in Paris, stellt Mercedes die neue elektrisch angetriebene Mercedes B-Klasse vor. Und vermutlich sind mehr Zuschauer dabei als an jenem skandalträchtigen 5. Juli 1946, als genau hier der Bikini der Welt vorgestellt wurde (von einer Stripperin, weil kein anständiges Mannequin sich so zeigen wollte).

Und, zeigt auch die elektrische B-Klasse, was sie hat? Auffällig rot lackiert ist sie auf jeden Fall. Von außen ist das Facelift ja eher ein, schwäbisch gesagt, "Faceliftle“. Stoßfänger vorne und Schürzen neu geschminkt, Kühlerverkleidung umgeschneidert – dann hieß es für die Mercedes-Designer schon: "Rien ne va plus“.

Mercedes B-Klasse macht für E-Antrieb kaum Abstriche

Aber eine Riesen-Show hat sie trotzdem verdient. Die Boygroup One Direction rockt die Bude am Vorabend der Messe jedenfalls richtig durch. Danach: Zeit für die Sitzprobe, was nicht ganz einfach ist hier im Pariser Prachtbad, weil gerade jeder mal einsteigen will. Die einen in den Mercedes-AMG C63, der hier auch vorgestellt wird, die anderen in den Sportwagen AMG GT, aber auch erstaunlich viele in die B-Klasse Electric Drive.

Was auffällt, ist schnell abgehakt, denn auch im Interieur halten sich die Änderungen in engen Grenzen: Das Display ist größer geworden, misst jetzt acht Zoll. Die Ambientebeleuchtung will sich mit einer Auswahl aus zwölf Farben empfehlen.

Übrigens: Gegen Aufpreis können sich Fahrer der elektrischen B-Klasse per Smartphone mit dem System "Remote Online“ mit ihrem Auto verbinden und den Ladezustand der Batterie und somit die verfügbare Reichweite abfragen. Clever, wenn man im mit dem Schwimmen im Piscine Molitor fertig ist und wissen will, ober der Strom noch bis zum Schickeriatreff "Alcazar“ und anschließend nach Hause in Saint Germain des Prés reicht.

Kleine Kompromisse im Fond macht die Mercedes B-Klasse Electric Drive im Vergleich zu den normalen Verbrennern: Die Fussfreiheit fällt etwas geringer aus, weil die Batterie darunter Platz braucht. Der Kofferraum mit über 500 Litern ist dagegen im Vergleich zu anderen Stromern wie BMW i3 und VW e-Golf Premium.

In den USA übrigens kommt die Mercedes B-Klasse ausschließlich als Elektro-Variante auf den Markt. Egal, auf welchem Kontinent der Electric Drive fährt: Angetrieben wird sie von einem 100 kW-Elektromotor mit maximal 310 Nm Drehmoment. Von null auf 100 km/h sollen weniger als 10 Sekunden vergehen. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h limitiert. Viel wichtiger ist jedoch die Reichweite des Elektro-Kompaktvans: Mercedes verspricht bis zu 200 Kilometer, wer gegen Aufpreis den Range Plus nimmt, bekommt noch 30 Kilometer extra.

Daimler-Boss Dieter Zetsche sieht eine verführerische Parallele zwischen Bikini und dem neuen Sparmodell der B-Klasse: "Weniger ist mehr."

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