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Sitzprobe Nissan Pulsar

Platz gemacht für den neuen Kompakten

Sitzprobe - Nissan Pulsar - Kompaktklasse Foto: Nissan 15 Bilder

Nissan schließt mit dem Pulsar seine Modellücke im Kompaktwagen-Segment. Die Schräghecklimousine kann bei einer ersten Sitzprobe insbesondere durch ihr Raumangebot überzeugen.

10.07.2014 Andreas Haupt

Die Modellpalette von Nissan hat bislang einen großen Makel. Dem japanischen Automobilhersteller fehlt ein Fahrzeug mit konventionellem Antrieb in der Kompaktklasse. Durchkämmt man die Statistik des Kraftfahrt-Bundesamts, erspäht das Auge einzig das Elektrofahrzeug Leaf. Nach dem Aus des Almera 2006 und dem glücklosen Dasein des Tiida hierzulande überließ Nissan ab 2011 der Konkurrenz das vielseitig besetzte und hart umkämpfte Feld. Das wollen die Japaner im kommenden Herbst wieder ändern. Ab Ende September, spätestens Anfang Oktober, soll der fünftürige Pulsar das in Deutschland volumenstärkste Segment aufmischen und VW Golf, Ford Focus, Opel Astra und Co. Marktanteile abjagen.

Nissan Pulsar zitiert Qashqai

"Nissan verfolgt das Ziel, die stärkste asiatische Marke in Europa zu werden. Das geht nicht, ohne ein Auto im C-Segment zu haben, welches das zweitstärkste in Europa ist“, erklärt Victor Romero Peralta, Deputy Regional Product Manager von Nissan. "Für uns ist es wichtig, dass wir unseren Kunden zukünftig ein Modell unterhalb des Qashqai anbieten können. Denn manchen ist dieser bereits zu groß.“ Damit die speziell für Europa entworfene Schräghecklimousine ähnlich dem Qashqai zum Verkaufsschlager avanciert, zitiert der Neue den Crossover fleißig. Der Pulsar trägt den markentypischen Grill in V-Form, und wie der SUV eine zum Heck ansteigende Gürtellinie. Sie endet in den Bumerang-förmigen Heckleuchten, die auch den Qashqai kennzeichnen.

Im Innenraum dasselbe Spiel: Das Gestell für die Sitze stammt aus dem beliebten Kompakt-SUV, dazu das Lenkrad sowie das fünf Zoll große Kombiinstrument, das von Drehzahlmesser und Geschwindigkeitsanzeige eingerahmt wird, und sich über einen Regler am Lenkrad bedienen lässt. Unter sein erfolgsversprechendes Blatt mischt Nissan einen weiteren Joker: ein beeindruckendes Raumangebot. Möglich macht es ein 2,70 Meter langer Radstand (Gesamtlänge: 4,385 Meter), wodurch der Pulsar die Benchmark VW Golf um sieben Zentimeter übertrifft. "Der Pulsar ist auf Komfort und Platz ausgerichtet", sagt Peralta.

Drei Ausstattungslinien für den Pulsar

Das üppige Platzangebot zeigt sich insbesondere auf der Rückbank. Der Fond bietet nicht nur für drei Personen ausreichend Raum, nein, diese drei können es sich sogar richtig gemütlich machen, ohne ständig anzuecken. Die Beinfreiheit, die größer ausfällt als im X-Trail, überzeugt nachhaltig. Und auch für den Kopf bleiben ab einer Größe von 1,87 Metern noch einige Zentimeter an Luft bis zum in Stoff gehüllten Dach. "Das Platzangebot für die Beine liegt sogar auf dem Level des D-Segments, und auch die Kopffreiheit gehört zu den besten auf dem Markt“, berichtet Peralta.

Den Pulsar bietet Nissan in Europa in drei Ausstattungsvarianten an: Visia, Acenta und Tekna. Nur die Topline Tekna kann vom Kunden mit Ledersitzen bestückt werden. Die anderen beiden müssen sich mit Stoffpolsterungen abfinden. Egal, ob straffes Leder oder weiche Polster: die Oberschenkelauflage der Sitze fällt zu kurz aus. Darüber hinaus lässt der Seitenhalt zu wünschen übrig.

Das Cockpit wurde von den Nissan-Designern schlicht und ohne größere Schnörkel gehalten. Bei den Materialien für Armaturen, Mittelkonsole und Verkleidungen mischt Nissan viel harten Kunststoff – der obere Part des Armaturenträgers und Teile der Vordertüren sind geschäumt – mit ein paar Chromelementen. Sie umranden die Trinkablage sowie den Handschalter und finden sich auch unter und oberhalb der Lüftungsdüsen wieder.

Zentrales Display fällt im Pulsar zu klein aus

Die Mittelkonsole zeigt sich befreit von unnötigen Knöpfen und integriert das Zentraldisplay, das an die neueste Generation von Nissans Navigations- und Infotainment-System (Nissan Connect) gekoppelt ist. Kritikpunkt: der Monitor ist mit 5,8 Zoll deutlich zu klein gewachsen. Dazu gibt die Verarbeitungsqualität Anlass zu nörgeln. Rüttelt man etwas fester an der Mittelkonsole, dann beweist diese viel Bewegungsspielraum. Dagegen erweist sich die Rundumsicht als mehr als ordentlich, einzig der Blick nach schräg hinten ist leicht eingeschränkt. Abhilfe schafft hier eine 360 Grad-Kamera, die allerdings nur in der Ausstattungslinie Tekna Standard ist.

Der Pulsar punktet also nicht unbedingt mit Qualität, sondern seinem gutem Raumgefühl und Platzangebot. Das gilt auch für das Kofferraumvolumen, das mit 385 Litern einen Spitzenplatz in der Kompaktklasse einnimmt (VW Golf: 380 Liter). Um mehr Platz für Gepäck zu schaffen, lässt sich die Rückbank im Verhältnis 60:40 umklappen. Doch leider entsteht dabei eine störende Kante im Laderaumboden.

Nissan verfolgt Downsizing-Strategie

Was die Motorisierung angeht, so verfolgt Nissan weiter seine Downsizing-Strategie. Angetrieben wird der Pulsar, der in Barcelona ab Juli produziert wird und auf der CMF-B-Plattform aufbaut, von einem 1,2-Liter-DIG-T-Turbobenziner mit 115 PS und 190 Nm oder einem 1,5-Liter-dCi-Diesel mit 110 PS und 260 Nm Drehmoment. Im kommenden Jahr soll ein stärkerer Turbobenziner folgen, der aus 1,6 Liter Hubraum 190 PS presst. Gekoppelt werden die Aggregate an ein manuelles Sechsganggetriebe oder die Xtronic-Automatik (optional). Kleine Helferlein hat der Kompakte auch an Bord: Das sogenannte "Safety Shield“ bündelt einen Notbrems-, Spurhalte- und Totwinkelassistenten sowie eine Bewegungserkennung.

Beim Preis soll sich der Nissan Pulsar rund 10 bis 12 % unter dem Qashqai einsortieren. Der SUV ist aktuell ab 19.990 Euro zu haben.

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