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Preis Aston Martin Lagonda Taraf

Lagonda von heute kostet 1 Mio. Euro

Aston Martin Lagonda Taraf Concept Genf Foto: Stefan Baldauf 73 Bilder

Der Aston Martin Lagonda mit dem Nameszusatz "Taraf" feierte sein Debüt in Dubai, doch der Luxus-Liner bleibt nicht nur dem Automarkt im Mittleren Osten vorbehalten. In Genf durften wir schon mal Platz nehmen.

17.08.2015 Holger Wittich, Gerd Stegmaier

Ursprünglich soll der Aston Martin Lagonda Taraf in einer Kleinserie von 100 Exemplaren einem exklusiven Käuferkreis vorwiegend aus dem Mittleren Osten vorbehalten bleiben. Aber offenbar gibt es auch anderswo noch massig Menschen mit märchenhaftem Kontostand wie aus 1001 Nacht. Und den sollte man schon vorweisen können, denn der Taraf soll nach informationen des britischen Magazins Autocar rund 700.000 Pfund kosten - umgerechnet rund 1 Millionen Euro.

Große Nachfrage nach dem Aston Martin Taraf – Stückzahl verdoppelt

Denn, so Aston Martin-Chef Andy Palmer, das weltweite Interesse an dem Modell sei "extrem hoch". Aston Martin hat reagiert – und die Stückzahl verdoppelt. Wobei das in diesem Segment an überschaubaren Stückzahlen wenig ändert: Die Kleinserie soll nun 200 statt der ursprünglich geplanten 100 Stück umfassen. Aber es wird sowohl Rechts- als auch Linkslenker geben. Und was die Länder angeht, in denen die Engländer die optisch betörende Limousine vertreiben wollen, ist die Ausweitung beträchtlich: In Zentraleuropa, Skandinavien, Fernost und Südafrika soll der Taraf zu haben sein. Als neue Märkte nannte Palmer Österreich, Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Hong Kong, Indien, Italien, Luxemburg, Malaysia, Monaco, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Russland, Singapur, Südafrika, Spanien, Schweden, Schweiz, und die Ukraine.

V12, 550 PS, über 280 km/h

Der Aston Martin Lagonda Taraf wird von dem bekannten 6.0-Liter-V12 aus dem Rapide angetrieben. Dieser soll im Luxus-Liner über 550 PS entwickeln. Die Kraftübertragung auf die Hinterräder übernimmt die Achtgang-Automatik von ZF. Der Taraf soll damit bis zu 281 km/h schnell sein.

Auf dem Automobilsalon in Genf stand der Taraf zwar quasi nur in zweiter Reihe hinter einer Wand, vor der sich der neue Renner Vulcan und das Crossover Concept Car DBX im Scheinwerferlicht räkelten. Dafür durften wir in der schnieken Limousine mit dem gelungenen Retro-Design sogar Platz nehmen, während der Vulcan verschlossen bleib. Der Einstieg ist allerdings nicht limousinenhaft bequem. Der Taraf ist nur knapp 1,40 Meter hoch und dafür sind die Schweller recht hoch. Die Sitzposition passt aber und ist vor allem angenehm sportlich (niedrig) für einen Wagen dieses Kalibers.

Aston Martin Lagonda Taraf mit vergleichsweise bescheidenem Platzangebot

Vermutlich werden die meisten der betuchten Käufer am Fahrersitz Platz nehmen – nicht nur, weil sie dann das Kommando über den sicher wohltönenden V12 haben. Denn im Fond ist das Platzangebot eher knapper als etwa in einem schnöden Skoda Octavia. Spätestens beim Kofferraum fragt sich, wer sich von klassischen Kriterien des Autokaufs schlecht lösen kann, wie zum Henker die 5,4 Meter Außenlänge auf dem Weg nach innen so schrumpfen konnten: Das was hier als Gepäckabteil firmiert, geht bei einem popeligen Familienvan als Staufach für 1,5-Liter-Flaschen und das Kinderspielzeug durch. Immerhin: die beträchtliche Breite des Lagonda lässt sich daran erkennen, dass über der Hinterachse ein Full-Size-Regenschirm quer in einer Halterung Platz findet. Einen Aktenkoffer mit einer großen Auswahl an Kreditkarten bringt man dann im restlichen Gepäckfach sicher noch unter. Dass vermutlich die meisten den Kofferraum dennoch gerne immer wieder auf- und zumachen liegt dann wieder an der Außenhaut: Gerade von hinten sieht der Lagonda Taraf aus unzähligen Perspektiven einfach hinreißend aus.

Holz, Leder, klassische Analoginstrumente

Das Interieur empfängt mit klassischem Aston-Martin-Ambiente: Es dominieren (im Falle des Ausstellungsautos) helles Leder, Edelholz und klassische Analoginstrumente mit präzise gefrästen Metalleinlagen. Das mag altmodisch sein, verfängt aber noch immer: Die Hände werden von den Oberflächen magisch angezogen, berühren das fein gemaserte Holz, streicheln das weiche Leder. Auch die gläsernen Druckknöpfe auf der Mittelkonsole, wo sich die Grundstellungen (P, D, N, R) der Automatik wählen lassen, scheinen mit "hier drücken“ beschriftet zu sein. Passieren tut im Ausstellungsauto natürlich nix, wenn man dem Impuls zum antatschen nachgibt. Schade eigentlich. Denn wenn der Lagonda so fährt, wie er aussieht, könnte das für das enttäuschende Platzangebot entschädigen.

Wer in seiner Luxus-Limo einen Liegesitz im Fond braucht, muss halt auch weiterhin zum Maybach greifen – wenn man drinsitzt, sieht man ja nicht, wie er aussieht. Apropos Maybach: Daimler-Tochter AMG liefert ja künftig Antriebe für Aston Martin. Vielleicht sollten die Schwaben die britische Traditionsmarke kaufen – dann wären sicher noch ein paar Verdoppelungen der Stückzahl drin.

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