Sitzprobe VW Cross Blue auf der Detroit Auto Show

Tiguan wächst über sich hinaus

VW Cross Blue Tiguan XL Sitzprobe Jens Dralle

Welche Möglichkeiten die aktuelle Frontantriebs-Architektur von VW bietet, zeigt die Studie Crossblue - der SUV misst 4,99 Meter in der Länge.

Der VW Tiguan ist Ihnen zu klein? Der VW Touareg zu teuer? Na ja, und irrsinnig viel Platz bietet er ja nun auch wieder nicht. Aber ein VW soll es schon sein? Dann müssen Sie sich voraussichtlich bis 2015 gedulden - und einen Wohnsitz irgendwo in Nordamerika haben. Denn dann soll die Serienversion der Studie VW Cross Blue auf den Markt kommen.

VW Cross Blue mit Reihenhausflair, aber viel Platz

Für das Showcar hat VW natürlich alle Register gezogen, oder besser gesagt, versenkt. Denn beim Einschalten der Zündung fahren einige Bedienelemente, beispielsweise für die Allradsteuerung und das Licht, aus der Versenkung heraus - ein Effekt, den sich die Entwickler wohl bei Jaguar abgeguckt haben, warum auch nicht. Viel relevanter ist jedoch das Platzangebot. Zudem ergibt die schiere Größe zusammen mit dem gewohnt sachlichen Design und den daher vergleichsweise großen Glasflächen ein Raumgefühl wie in einem handelsüblichen Reiheneckhaus - und vermutlich wird die Serienversion ein ebensolches Flair verströmen, doch das hat bislang kaum dem Erfolg von VW-Modellen im Weg gestanden. Doch noch herrscht beeindruckender Showcar-Schick, von dem später möglicherweise der 10,2 Zoll große Monitor mit neuartiger 3D-Grafik für Navigationskarten übrig bleibt.

Der Sitzkomfort passt zumindest bei einer kurzen Stichprobe auf allen drei Reihen, doch das kommt natürlich nicht von ungefähr. Neben der Länge von 4,99 Meter ist der VW Cross Blue auch noch 2,02 Meter breit - übrigens ohne Außenspiegel - und die Kleinigkeit von 1,73 Meter hoch. Werden alle sechs Sitze genutzt, bleiben 335 Liter Kofferraum übrig - immerhin -, in der Viersitzer-Konfiguration 812, und als Zweisitzer 2.000 Liter. Geht die Studie in Serie, verfügt sie über sieben Sitzplätze.

MQB-Baukasten in XL

Tatsächlich steckt darunter jener Baukasten namens MQB, aus dem auch der Golf hervorgeht. Damit demonstriert VW die größte Ausprägung dieser Architektur. Und der Antrieb? Ein Diesel-Plug-In-Hybrid, der einen 190 PS starken TDI-Motor, der zusammen mit zwei Elektromotoren arbeitet. Die Systemleistung liegt bei 225 kW, ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe verteilt die Kraft. Dieser Antriebsstrang soll zwar zur Serienreife entwickelt werden, in welchem Modell er zuerst arbeiten darf, ist derzeit noch offen - ebenso wie ein möglicher Markstart in Europa. Nur eines ist sicher, zumindest hinter vorgehaltener Hand: Die Amerikaner bekommen den VW Tiguan XL, denn dort ist beides vorhanden: Wachstumspotenzial für Autos und Absatz.

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Jens Dralle

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