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Sixt schraubt Erwartungen zurück

Foto: Sixt

Der Autovermieter Sixt hat nach einem deutlichen Gewinnrückgang in den ersten neun Monaten seine Erwartungen zum zweiten Mal in diesem Jahr zurückgeschraubt.

20.11.2008

Für das Vorsteuerergebnis erwartet das Unternehmen jetzt nur noch eine Größenordnung von 100 Millionen Euro, nach 137,7 Millionen Euro im Vorjahr. "Fest steht, dass das Umfeld für Sixt seit September noch einmal schwieriger geworden ist", sagte Konzernchef Erich Sixt am Donnerstag (20.11.) in München. Auch im bereits laufenden vierten Quartal drückten höhere Fuhrpark- und Finanzierungskosten sowie der Einbruch des deutschen Gebrauchtwagenmarkts auf das Geschäft. Beim operativen Konzernumsatz aus Vermiet- und Leasinggeschäften will Sixt aber wie geplant den Rekordwert aus dem Vorjahr von 1,38 Milliarden Euro übertreffen.

Prognosen für das kommende Jahr wagte Sixt angesichts der Marktunsicherheiten nicht. Einen Anlass zur "Hysterie" sieht der Konzernchef aber nicht. Er habe in seiner Laufbahn schon viel schlimmere Krisen erlebt als die derzeitige, sagte er. "Grundsätzlich bietet die Konjunkturkrise für Sixt sowohl Risiken als auch Chancen." Gegenwind sei zwar zu fürchten, wenn der Geschäftsreiseverkehr im Zuge von Sparmaßnahmen eingeschränkt werde. Umgekehrt könnten aber auch Unternehmen zunehmend auf Autovermietung und Leasing setzen als Alternative zum Autokauf oder zu Reisen mit dem Flugzeug, hieß es.

Scharfe Kritik übte Sixt an der Bankbranche, die Liquidität bei der Europäischen Zentralbank horte, statt sie als Kredite weiterzureichen. "Wenn die Sonne scheint, geben sie einem einen Regenschirm, wenn es regnet, entziehen sie einem den Regenschirm", sagte Sixt. Sein Unternehmen habe aber keine Probleme mit der Refinanzierung und stehe im Vergleich mit Wettbewerbern mit einer Eigenkapitalquote von 20,1 Prozent gut da.

Zweite Senkung der Prognose

Erst im August hatte Sixt die Erwartungen für das Vorsteuerergebnis auf 115 bis 125 Millionen Euro gesenkt. Ursprünglich war für dieses Jahr ein Rekordergebnis angepeilt. In den ersten neun Monaten gab das Vorsteuerergebnis angesichts höherer Kosten beispielsweise für Reparaturen, Sprit und Fahrzeugtransporte um 13,5 Prozent auf 95,9 Millionen Euro nach. Die ursprünglich geplante Anhebung der Vermietpreise, mit der die höheren Belastungen aufgefangen werden sollten, seien in den ersten neun Monaten nicht durchsetzbar gewesen, hieß es. Im Privatkundengeschäft hat Sixt zwar mittlerweile die Preise angehoben um durchschnittlich fünf Prozent. Dieses Segment macht aber weniger als ein Drittel des gesamten Vermietumsatzes von Sixt aus. Preiserhöhungen in dieser Größe will das Unternehmen jetzt auch bei Firmenkunden durchdrücken, stellt sich dabei aber auf harte Verhandlungen ein.

Auch unter dem Strich verdiente das Unternehmen von Januar bis September mit 66,1 Millionen Euro 7,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der operative Konzernumsatz aus Vermiet- und Leasinggeschäften kletterte dagegen um 12,1 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz einschließlich der Erlöse aus dem Verkauf gebrauchter Leasing-Fahrzeuge legte um 14,4 Prozent zu auf 1,34 Milliarden Euro.

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