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Skoda-Chef Jung

"Tata ist kein Wettbewerber"

Foto: ams

Im Interview mit auto motor und sport gibt Skoda-Chef Reinhard Jung einen Ausblick auf die Modell-Zukunft der Tschechen. Danach plant das VW-Tochterunternehmen neben Mini-Van und Crossover auch den Bau eines neuen Kleinstwagen auf Basis des Fabia-Vorgängers.

27.03.2008 Eberhard Kittler

Skoda hat auf dem Genfer Automobil-Salon den neuen Superb gezeigt. Wieviel werden Sie davon jährlich bauen und absetzen?
Jung: Mindestens doppelt so viel wie vom heutigen Modell, denn wir erschließen neue Märkte - vor allem in Osteuropa, China und Indien. Die Volumenerhöhung erreichen wir auch dadurch, dass wir ab Ende 2008 eine zweite Version, den Combi, auf den Markt bringen werden.

Der besondere Clou der Superb Limousine ist das Twindoor-Konzept, also die zweigeteilte Heckklappe. Sie ähnelt der Lösung, die sich auch im neuen BMW PAS finden wird. Haben Sie mit BMW zusammengearbeitet? Und warum gibt es keine elektrische Betätigung der Heckklappe?
Jung: Die Twindoor-Lösung ist eine Skoda-Eigenentwicklung. Sie können davon ausgehen, dass wir uns die Schutzrechte daran rechtzeitig gesichert haben. Die Heckklappe wiegt etwa zehn Kilogramm, eine elektrische Betätigung hätte noch mehr Gewicht mit sich gebracht.

Woher kommen die cleveren Ideen? Kaufen Sie diese von außen zu, oder haben Sie eine spezielle Vordenker-Abteilung im Hause?
Jung: Die Vorschläge kommen aus der Mannschaft heraus, bei Meetings, bei Abstimmungsfahrten, im kollegialen Gespräch in der Mittagspause. Unsere Stärke liegt vermutlich darin, dass kreative Ideen nicht schon im Vorfeld auf der Strecke bleiben. Eine ganz nebenbei gefundene Lösung ist der Liegestuhl, den wir in einem unserer Ausstellungsautos in Genf gezeigt haben: Der Vordersitz lässt sich so versenken, dass er als bequeme Beinauflage für den Fondpassagier dienen kann. Mit gefällt dieses Konzept, und wir prüfen jetzt, ob wir es in Serie bringen können.

Werden Sie beim Kombi eine Heckklappen-Lösung ähnlich wie bei der Limousine einsetzen? Und werden Sie dort wahlweise eine dritte Sitzreihe für Kinder anbieten?
Jung: Lassen Sie sich überraschen. Fakt ist, dass die Heckklappe oben angeschlagen sein wird. Sieben Sitze haben wir nicht realisiert.

Bei der Antriebstechnik des Superb bedienen Sie sich aus dem Teileregal des Konzerns. Werden Sie flächendeckend die neuen Common-Rail-Diesel einsetzen, und wann bringen Sie die spritsparende Startstopp-Technologie in Serie?
Jung: Sowohl der 1,9-Liter-TDI des Superb Greenline als auch der 2.0 TDI mit 140 PS verfügen über die ausgereifte Pumpedüse-Technik, nur der künftige 170-PS-Diesel wird ein Common-Rail-Motor sein. Wir haben aber einiges an Mühe darauf verwandt, die das vielkritisierte Geräuschniveau deutlich zu reduzieren. Startstopp werden wir ab 2009 sukzessive in allen Baureihen zum Einsatz bringen.  

Im Jahr 2009 werden Sie den kleinen Crossover Yeti vorstellen. Handelt es sich um einen Ableger des VW Tiguan und kommt davon auch eine Variante mit Frontantrieb?
Jung: Natürlich teilen wir uns Module mit den anderen Konzernmarken. Wir werden den kompakten Crossover sowohl mit Allrad- als auch mit Frontantrieb bauen. Das Auto wird pfiffig und elegant wirken, es passt absolut zum Markenauftritt von Skoda. Und es sieht richtig gut aus, lässt sich fahren wie ein Pkw und bietet einen zusätzlichen Nutzwert. Eine Verwechslungsgefahr mit einem anderen Crossover sehe ich nicht.

Arbeiten Sie mit den Entwicklern von Seat zusammen, die ein ähnliches Fahrzeug in Form des Tribu planen?
Jung: Es gibt keine gemeinsame Entwicklung mit Seat, aber selbstverständlich werden wir innerhalb des VW-Konzerns mit anderen Marken zusammenarbeiten, wenn eine entsprechende Entscheidung gefallen ist.

Nächstes Projekt nach dem Yeti dürfte ein Minivan von Skoda sein. Um was für ein Fahrzeug handelt es sich - um einen Ableger des VW Touran?
Jung: Wenn wir in dieses Segment gehen, würde ein siebensitziger Van durchaus Sinn machen. Er wäre aber in keinem Falle lediglich ein bereits bestehendes Fahrzeug, das nur mit dem Skoda-Logo versehen wird - wir haben genügend eigene Ideen. Aber noch ist keine Produktentscheidung gefallen.

Skoda wird künftig auch mit sehr preiswerten Autos in Indien starten. Dies betrifft sowohl eine eigenständige Variante des VW Up-Konzepts als auch um einen abgespeckten Fabia. Welches Fahrzeug spielt für Sie die entscheidende Rolle, mit dem Sie richtig Volumen machen können?
Jung: Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an einem Einstiegs-Fahrzeug auf Basis des Fabia-Vorgängers. Es geht vor allem um die kostenreduzierende Lokalisierung der Produktion. Ein solches Auto ist ein zwingender Schritt für uns. Im Moment recherchieren wir bei den lokalen Lieferanten, was für sie machbar ist und welche Vorschläge sie haben. Was den neuen Kleinen betrifft, sind wir noch in der Konzeptphase. Denn eines der wichtigsten Themen auf den neuen Märkten ist der Platzbedarf. Es geht hier eben nicht um kleine, knuffige City-Autos, sondern um Fahrzeuge mit viel Raumangebot, die auch unter widrigen Bedingungen für lange Zeit ihren Dienst tun.

Ist der Tata Nano Vergleichsmaßstab für Ihren Kleinstwagen?
Jung: Nein. Tata ist kein Wettbewerber in diesem Segment für uns. Aber wir müssen uns der Herausforderung stellen, für bestimmte Märkte mit einem noch ausgefeilteren Kostenbewusstsein heranzugehen. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Ingenieure und Kaufleute erfolgreich sein werden.

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