Skoda Yeti und Hyundai ix35: Welcher SUV ist empfehlenswerter?

Hyundai ix35, Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4

Wem ein Kombi zu langweilig ist und ein Geländewagen zu protzig, der wird bei den Kompakt-SUV fündig. Im Markenvergleich stellt sich der Skoda Yeti dem Hyundai ix35.

Wer wie der Skoda Yeti nach einem berühmten Gebirgsbewohner benannt ist und Kraxler wie die VW-Modelle Touareg oder Tiguan zu seiner Verwandtschaft zählt, kann dem Vergleich mit einem aufstrebenden asiatischen Wettbewerber vermutlich gelassen entgegensehen.

Dabei bringt auch der Hyundai ix35 gute Voraussetzungen mit, um als Kompakt-SUV auf dem deutschen Markt zu reüssieren: Wie der Skoda Yeti hat er ein elektronisch geregeltes Allradsystem an Bord (Aufpreis gegenüber dem Fronttriebler: 1.700 Euro), das die Motorkraft im Normalfall ausschließlich den Vorderrädern zuspielt. Sollten diese die Haftung verlieren, kommt per Zusatzkupplung am Hinterachsdifferenzial das zweite Radpaar ins Spiel, das beim Hyundai ix35 maximal 50 Prozent, beim Skoda sogar bis zu 90 Prozent des Drehmoments übertragen kann.

Ampelstart macht mit Hyundai ix35 mehr Spaß

In beiden Fällen sorgt ein Common-Rail-Diesel mit zwei Liter Hubraum für den Vortrieb – im Yeti mit 140 PS, im Hyundai ix35 mit 136 PS kaum schwächer. Auch beim wichtigen Drehmomentwert liegen die beiden Kandidaten mit 320 Newtonmetern gleichauf. Schon auf den ersten Metern durch den Großstadtdschungel wird klar, dass sich der Hyundai antriebsmäßig nicht verstecken muss. Auch wenn ihm der Skoda bei Standardsprint und Höchstgeschwindigkeit enteilt, wirkt der Hyundai ix35 dank einer kürzeren Gesamtübersetzung in den ersten beiden Gängen leichtfüßiger im Antritt, macht also beim Ampelstart mehr Spaß. Getrübt wird die Freude darüber nur durch einen gelegentlich widerspenstigen zweiten Gang und die Tatsache, dass der CRDi im Hyundai ix35 keinerlei Hehl aus seinem Arbeitsprinzip macht, sprich vernehmlich nagelt.

Dies kompensiert der Hyundai ix35 aber durch eine wohnliche Möblierung mit Teilledersitzen (Ausstattungslinie Style, Aufpreis 1.600 Euro inklusive Klimaautomatik, Einparkhilfe und Nebelscheinwerfer) und einen modern gestalteten, luftigen Innenraum, der länger und breiter als der im Skoda ist. Das Hyundai-Plus bei Länge und Radstand macht sich hier positiv bemerkbar. Lediglich die Kopffreiheit in Reihe zwei ist etwas eingeschränkt – Tribut ans Panoramadach und die dynamische Form mit abfallender Dachlinie.

Sehr übersichtlicher Skoda Yeti

Umstieg in den Skoda: Als Erstes fällt hier die niedrigere Sitzposition auf, dann die bessere Rundumsicht. Aufgrund seiner niedrigeren Fensterlinie und der gut einschätzbaren, geradlinigen Kombi-Karosserie kann man im Yeti locker auf eine Einparkhilfe verzichten. Beim Platzangebot hat er gegenüber dem Hyundai ix35 zwar das Nachsehen, trumpft aber dank seiner flexiblen Sitzanlage hinten als Kleintransporter auf: Die drei Segmente der Sitzbank lassen sich je nach Bedarf zugunsten von mehr Bein- oder Kofferraum in der Lehnenneigung verstellen, längs verschieben oder auch komplett demontieren - da kann der Hyundai ix35 mit seiner im Verhältnis 60:40 umlegbaren Rücklehne nicht mithalten. Dafür bietet er aber ganz ohne Klapptricks das größere Standardvolumen im Gepäckabteil.

Unterwegs mit den beiden Großstadt-SUV kristallisiert sich ein Unentschieden heraus: Der Yeti dämpft Straßenunebenheiten effektiver als der Hyundai ix35, auch bei der Fahrdynamik hat er dank niedrigerem Schwerpunkt und strafferem Fahrwerk die Nase vorn. Kurz: der Skoda für den dynamischen Kleinspediteur, der Hyundai ix35 für die Familie mit Kinderwagen.

Der Hyundai ix35 ist ein Musterbeispiel für einen pfiffig gestalteten soften Offroader mit gutem Platzangebot. Wer mehr Wert auf Fahrdynamik und einen variabel nutzbaren Innenraum legt, kommt am Skoda Yeti nicht vorbei.

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Stefan Cerchez

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