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Skoda-Neuheiten

Aufbruch in neue Segmente

Skoda Superb, Frontansicht Foto: Christian Schulte 26 Bilder

Viel Auto fürs Geld lautet bislang die Vorgabe für alle Skoda. Das gilt auch weiterhin, aber die Tschechen wagen sich künftig auch an neue Segmente – und an ein wenig Luxus.

20.05.2014 Stefan Cerchez, Bernd Stegemann Powered by

Sie haben aus der Not eine Tugend gemacht: Nach der Übernahme durch VW in den 1990er-Jahren fokussierte sich Skoda zunächst auf preiswerte und zuverlässige Modelle unter Zuhilfenahme von immer mehr Teilen aus dem Konzernbaukasten.

Optisch zu Beginn vielleicht noch ein wenig bieder, punkteten Felicia und Octavia I überwiegend mit Solidität und attraktiven Preisen. Doch schon bei den Nachfolgern wandelte sich das Bild: Als die Integration in das Plattform- und Produktionssystem von VW abgeschlossen war, entwickelte Skoda eine eigenständige Designlinie mit Wiedererkennungswert und begann sich auch gegenüber der Konzernverwandtschaft mit spezifischen Ausstattungsmerkmalen und Detaillösungen zu positionieren. 

Skoda möchte Design- und Markenprofil schärfen

Mit Erfolg: Heute ist Skoda nicht mehr nur über die Preis-Leistungs-Schiene als Marke etabliert, sondern verfügt auch über eine geschickt positionierte Modellpalette, deren Raumangebot und Variabilität meist über dem Klassenniveau liegt. Qualitäten, die auf dem Markt anerkannt werden: Die Produktionszahlen der Tschechen haben sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Auch wenn Skoda bei den Verkäufen nicht in einer Liga mit Konzernmutter VW spielt, so stieg der Absatz in Deutschland im vergangenen Jahr um 8,7 Prozent, während die VW-Zahlen um 4,6 Prozent zurückgingen.

Insgesamt eine beachtliche Entwicklung. Nun ist es an der Zeit für das Unternehmen, die nächsten Schritte zu gehen, qualitativ wie quantitativ. Während die Hausaufgaben in Sachen technische Qualität bereits erledigt sind, wollen die Tschechen jetzt ihr Design- und Markenprofil schärfen. Diese Aufgabe fällt vor allem der nächsten Generation des Superb zu, die im nächsten Jahr zu Preisen ab knapp 25.000 Euro auf die Straßen kommt, sowie der viertürigen Coupé-Variante des Skoda Octavia, die ab 2016 das Angebot ergänzen könnte.

Der Superb wechselt wie sein Konzern-Cousin VW Passat auf die technische Basis des modularen Querbaukastens, was ihn in Sachen Infotainment und – wichtiger noch – bei den Assistenzsystemen endlich auf den neuesten Stand bringt. Denn gerade im Topmodell erwarten auch Skoda-Kunden heute ein klassenübliches Optionsangebot – ganz abgesehen davon, dass der kleinere Octavia diesbezüglich derzeit sogar die Nase vorn hat.

Zum Superb-Modellwechsel bauen die Tschechen daher ihr Angebot aus: Extras wie die Umfeldbeobachtung Front Assist samt Notbremsfunktion, der adaptive Regeltempomat ACC sowie die Smartphone-Einbindung per CarPlay und MirrorLink werden ebenso in der Preisliste stehen wie beim nächsten Passat. Zwei Optionen werden im Superb III allerdings entfallen: Die aufwendige Twindoor-Heckklappe der Limousine, die ein konventionelles Stufenheck tragen wird, sowie der durstige 3,6-Liter-V6-Benziner, der nicht mehr in das CO2-Sparkonzept von Skoda passt. Um die angepeilten Stückzahlziele zu erreichen, reicht ein aufgewertetes Topmodell allein allerdings nicht aus. Hierzu müssten mittelfristig zusätzliche Modelle ins Programm – idealerweise solche, die sich weltweit vermarkten lassen, wie der 2012 eingeführte Rapid. Da kommt das Trend-Thema SUV ins Spiel.

Obwohl Skoda hier bereits seit 2009 erfolgreich mit dem Yeti vertreten ist, wird das Portfolio ab 2016 mit einem größeren Modell ergänzt. Das unter dem Arbeitstitel "Snowman" bekannte SUV-Projekt hat mittlerweile grünes Licht für die Serienfertigung bekommen. Das Auto basiert auf der XL-Version des nächsten VW Tiguan, der 2015 Premiere feiert, wird mit einem geschätzten Basispreis von 22.000 Euro aber gut 3.000 Euro günstiger als dieser sein. Mit einer Länge von rund 4,60 Metern überragt der Snowman den aktuellen Yeti um knapp vierzig Zentimeter und wird ihn in Sachen Platzangebot und Kofferraumvolumen deutlich übertreffen. Optional wird der Snowman wie der Tiguan auch als Siebensitzer erhältlich sein, das Motorenangebot von 110 (Diesel) bis rund 200 PS (Benziner) reichen.

Wer beim Thema Siebensitzer hellhörig geworden ist, dürfte sich auch dafür interessieren, dass selbst das Thema Van bei Skoda noch nicht vollständig abgehakt ist. Da die Verkaufszahlen des pfiffigen Roomster aber bereits seit längerem unter der kritischen 50.000er-Marke liegen, stellt sich für Skoda die Frage, ob und wie das acht Jahre alte Modell ersetzt wird. Zwei Varianten sind hier vorstellbar: Entweder eine (vergleichsweise preiswerte) Adaption des VW Caddy, wobei dessen aktuelle Generation mittlerweile zehn Jahre auf dem Buckel hat und noch auf der Plattform des Golf V basiert (PQ35). Ein Nachfolger ist derzeit nicht in Sicht.

Wesentlich attraktiver erscheint da eine Variation des nächsten VW Touran. Die würde gut zum gestiegenen Anspruch bei Skoda passen und das Modellprogramm sinnvoll ergänzen. Trotzdem ist diese Idee im Konzern umstritten – bei einem bauähnlichen Skoda könnten den VW-Verkäufern schnell die Argumente ausgehen.

Skoda Vision mit emotionalem Design

Skoda Vision C: Die viertürige Coupé-Studie soll die traditionellen vernunftbetonten Markenwerte um eine sinnliche Komponente bereichern. Als Skoda 1994 sein erstes Modell unter VW-Regie vorstellte, bestand die Palette exakt aus diesem einen Felicia. In den letzten 20 Jahren hat sich die tschechische Marke in Richtung Vollsortimenter mit praktischen Kombis, Vans und SUV entwickelt, nur für Herz und Auge ist nicht so recht was dabei. Die Studie Vision C vom Genfer Salon Anfang März zeigt jedoch, dass Sinn und Sinnlichkeit bei Skoda durchaus zusammengehen: Das leuchtendgrüne Einzelstück markiert einen wichtigen Schritt hin zu einem emotionalen Design, das schon den nächsten Superb (2015) prägen wird.

Obwohl in Plattform, Länge und Radstand weitgehend mit dem aktuellen Skoda Octavia identisch, sorgen die coupéhafte Dachlinie sowie die drei Zentimeter geringere Höhe bei vier Zentimetern größerer Breite und Spurweite für einen deutlich eleganteren, athletischen Auftritt. Ähnlichkeiten mit Audi (seitliche Torpedolinie) oder Seat (Scheinwerfer) sind zwar unverkennbar, aber vor allem die von böhmischem Bleikristall inspirierten Glaselemente setzen marken- und landestypische Glanzlichter.

Diese unterkühlte Eis-Optik findet sich sowohl an den Haupt- und Nebelscheinwerfern wie an der Mittelkonsole, den Türblenden und der Deckenleuchte, kontrastiert mit der zweifarbigen Lederausstattung und der Ambientebeleuchtung bis hin zu den Kedern mit Lichtleitern. Stark konturierte Einzelsitze hinten betonen ebenso den Coupé-Charakter des Skoda wie die rahmenlosen Seitenscheiben und das flach auslaufende Dach mit großer Heckklappe, das jedoch ab etwa 1,80 Metern Körpergröße unangenehm in Kopfnähe rückt.

Auf einen baldigen Serieneinsatz lässt hingegen das Tabletrtige Bedienfeld im Cockpit hoffen, mit dem sich die Zahl der Tasten und Regler stark reduzieren lässt. Dazu hat die Studie ein frei konfigurierbares TFT-Display, einen neuen Wählhebel für das Doppelkupplungsgetriebe und als Antrieb einen bivalenten 1.4 TSI-Motor mit 110 PS, der sowohl Benzin wie Erdgas verträgt. Denn bei aller Sinnlichkeit ergibt ein Octavia Coupé für Skoda nur Sinn, wenn es auch vor dem kritischen Auge der Vernunft besteht.

Beachtliche Absatz-Entwicklung von 2003 bis 2013

Die Produktionszahlen der Marke Skoda haben sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt: Rollten 2003 rund 437.600 Exemplare dreier Baureihen vom Band, waren es 2013 bereits 932.000 Fahrzeuge und sieben Modelle. Für 2018 peilt Skoda-Chef Winfried Vahland 1,5 Millionen Autos an, noch in diesem Jahr könnte die Million geknackt werden. Langfristig sollen allein vom Octavia weltweit 500.000 Exemplare jährlich entstehen.

Octavia und Fabia machen ca. 60 % der Produktion aus

Mit Octavia und Fabia machten 2013 zwei Modelle rund 60 Prozent der weltweiten Skoda-Produktion aus – trotz vollzogenem oder anstehendem Modellwechsel. Erfolgreich als dritte Kraft etabliert hat sich der Rapid, während die Zahlen von Superb und Yeti im Vorjahresvergleich rückläufig waren.

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