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Smart

Ein Blick in die Zukunft

Foto: Nextline 7 Bilder

Die Kleinwagenmarke von Daimler-Chrysler hängt bis Ende April noch in der Schwebe. Dann fällt die Entscheidung, wie es weitergehen soll. Der SUV Formore scheint wirklich auf der Kippe zu stehen, aber die Forfour-Reihe soll ausgebaut werden.

11.03.2005

"Smart zu schließen, wäre töricht“, meint Eckhard Cordes: "Das würde nur hohe Kosten verursachen und eine Marke zerstören, die wir mit viel Erfolg aufgebaut haben und in der noch riesiges Potenzial steckt.“ Die Argumentation des neuen Mercedes-Chefs klingt zwar wie das Bekenntnis eines Vereinspräsidenten zum kurz vor der Entlassung stehenden Fußball-Trainer, aber die Glaubwürdigkeit von Eckhard Cordes ist so hoch einzuschätzen, dass Smart weiterhin eine Zukunft unter dem Dach der Mercedes Car Group hat.

Zwar liegt das SUV-Projekt Formore - ursprünglich geplanter Verkaufsstart 2006 - zurzeit offiziell auf Eis. Hinter den Kulissen läuft die Entwicklung und Erprobung des zu 40 Prozent auf C-Klasse-Technik basierenden Allradlers aber ungebremst weiter, um keine Zeit zu verlieren, wenn es Ende März dann doch grünes Licht für geben sollte. Denn eines ist klar: Ohne ein größeres Auto wie den Formore macht der auf der Detroit Auto Show mit viel Brimborium angekündigte Smart-Eintritt in den US-Markt keinen Sinn. Die Modelle Fortwo, Roadster und Forfour wurden von den US-Medien zwar mit wohlwollender Anerkennung bedacht, aber bei den Käufern ist mit solchen Mickey-Maus-Autos in den Vereinigten Staaten kein Staat zu machen.

Deswegen kommt Smart am Bau des Formore gar nicht vorbei - allerdings geht es jetzt darum, vor dem Serienanlauf nochmal Kosten zu drücken. Denn: "Als das Projekt beschlossen wurde“, sagt der neue Smart-Chef Ulrich Walker, "war ein Dollar noch 1,15 Euro wert, heute nur noch 70 Cent.“

Trotzdem hängt das Damoklesschwert über dem Formore. Denn Mercedes-Chef Eckhard Cordes hat bereits angekündigt, dass es keinen Sinn ergibt, im gleichen Segment parallel mit einem SUV von Smart und Mercedes anzutreten. Schließlich ist ja auch von der C-Klasse als BMW X3-Konkurrent ein SUV geplant.

35 Prozent der Formore-Teile stammen vom Forfour, dem ersten Viersitzer der Lifestyle-Marke, der im preisumkämpften Haifischbecken Kleinwagenmarkt heftiger zu zappeln hat als seinen Erbauern lieb ist. Ziel ist es deshalb, die Forfour-Reihe auszubauen.

Zum Genfer Salon debütierte als Top-Modell ja die Brabus-Version mit 177 PS, auf der anderen Seite gab es ein abgespecktes Einstiegsmodell (unter anderem mit Trommelbremsen) für 10.990 Euro. Mitsubishi indes bietet das zweitürige Schwestermodell Colt nun sogar in einer Version für 9.990 Euro an.

Acht Forfour-Varianten als Design-Entwürfe

Um die Forfour-Reihe weiter auszubauen, haben die Smart-Designer acht Derviate angedacht, von denen zumindest drei realistische Chancen auf Verwirklichung haben. An erster Stelle steht eine offene Version - im Gegensatz zum Schwestermodell Mitsubishi Colt allerdings kein zweitüriges Voll-Cabrio, sondern eine viertürige Cabrio-Limousine: entweder mit elektrischem Rolldach oder herausnehmbaren Glasdach-Elementen.

Auch die beiden anderen Karosserievarianten verlangen keine Eingriffe am Unterbau, sie könnten unter Beibehaltung des Radstands realisiert werden. Beide Versionen sind allerdings deutlich länger als die Fourfour-Limousine: ein 5+2-sitziger Minivan mit steiler stehender A-Säule, höherem Dach und drei Sitzreihen sowie ein dynamisch gezeichneter Kombi im Stil des Audi A3 Sportback. Beide Versionen wären ohne hohen Kostenaufwand darzustellen und hätten der größeren Dimensionen wegen auch auf dem US-Markt Chancen. Die Kunststoff-Karosserie des Forfour lässt zudem auch im Frontbereich Spielraum für stilistische Variationen, da keine teuren Blechteile geändert werden müssen.

Fortwo-Nachfolger weiterhin nur als Zweisitzer

Beim Nachfolger für den Fortwo, jenen 2,50-Meter-Floh, mit dem das Smart-Abenteuer 1998 holprig begann, will sich MCC noch bis 2007 Zeit lassen. Denn durch sein einzigartiges Kurz-Konzept hat der Ur-Smart immer noch keine Konkurrenten, obwohl um den Fortwo herum neue Kleinwagen wie Pilze aus dem Boden schießen. Deshalb will Smart an der Bauart festhalten, wenngleich das Auto deutlich länger werden wird als bisher, aber klar unter der Dreimeter-Grenze bleibt.

Das Längenplus braucht Smart, um die künftigen Normen für Fußgängersicherheit erfüllen zu können. Obwohl die Zweisitzigkeit das schwerwiegendste Argument aller Fortwo-Verweigerer ist, hat Smart die Alternative Dreisitzer wieder ad acta gelegt. Der Grund: Ein Dreisitzer wäre bei dem Heckmotor-Package und den Crashsicherheitsanforderungen nicht realisierbar.

Andere Hersteller wie Renault denken allerdings zurzeit sehr wohl über dreisitzige Kleinwagen-Konzepte nach, wie dies zuvor auch schon Fiat und Opel getan haben.

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