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Smart Fortwo

Mit dem Zweisitzer-Cabrio durch Luxemburg

Reise Luxemburg Foto: Reinhard Schmid 15 Bilder

Das Großherzogtum im Herzen Europas ist überraschend. Man muss sich nicht Zeit nehmen, denn man hat sie - alles ist ganz nah und doch so vielfältig, weltläufig und beschaulich zugleich.

22.03.2009 Brigitte Haschek

Typischer Anfänger-Fehler. Als ich am Telefon die Idee dieser Reise, wie ich meine, auf den Punkt bringe - "mit dem Miniauto Smart durch den Ministaat Luxemburg" -, wird der hilfsbereite Herr vom luxemburgischen Fremdenverkehrs- Büro einen Hauch distanzierter. Jean-Claude Conter holt tief Luft und erwidert freundlich: "Na ja, mini würde ich nicht gerade sagen." Will man einen Luxemburger - wenn auch nur fahrlässig - ärgern, skizziert man jenes Bild des Großherzogtums, das bei vielen Deutschen vorherrscht: Paradies für Bankgeschäfte und deutsche Tanktouristen, allenfalls noch RTL und Europäischer Gerichtshof.

Über die Moselbrücke ins kleine Land

Und das war’s dann schon? Die Moselbrücke führt vom saarländischen Perl in ein Land, das gerade mal 82 Kilometer lang und 57 Kilometer breit ist, und dennoch gleich Großartiges zu bieten hat: Schengen - Synonym für ein grenzenloses Europa. An Bord des Mosel-Dampfers Princess Marie-Astrid besiegelten 1985 zunächst Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten die Abschaffung der Personenkontrollen an ihren Grenzen.

Dem Schengener Abkommen zu Ehren schmückt sich die Gemeinde mit einem Gedenkstein auf dem Europaplatz und einer Stahlskulptur am Flussufer. Welch natürliche Schönheit ist die Mosel auf jenen 36 Kilometern, die Luxemburg im Osten zu Deutschland begrenzt: Noch frei vom Korsett des rheinischen Schiefergebirges liegt sie träge und üppig da - in einem breiten, flachen, von Weinbergen gesäumten Bett. Hinter Remich, dem touristischen Zentrum der Luxemburger Weinstraße, verläuft diese parallel zum Fluss. "Hallo Kollege" - für ein paar Sekunden scheinen sich der weiße Smart auf der Straße und sein blaues Pendant hinter dem Führerhaus des Frachters ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu liefern.

Smart Fortwo Electric Drive 4:20 Min.

Miniauto als Begleitfahrzeug für Schiffer

Die Binnenschiffer schätzen das Miniauto als Begleitfahrzeug. Die Dörfer schmiegen sich an den Fuß der Weinberge. Die Winzer fahren in ihren "Pröbelstuben" auf, was die Region zu bieten hat. Der populärste Schoppenwein ist der herbe, erfrischende Elbling, eine der ältesten Rebsorten der Welt. Dazu gibt es Fritür - frittierte Moselfischchen. Kurz hinter Wasserbillig sieht die Welt plötzlich ganz anders aus.

Kleine Straßen, wie allerorts in Topzustand, schlängeln sich durch den dichten Mischwald des Müllerthals. Der Smart durcheilt die "Luxemburger Schweiz", wie der Landstrich im Osten auch genannt wird, wie einen Märchenwald: bizarre Felsgebilde, Schluchten mit tosenden Bächen und Ruinen, die Geschichten längst vergangener Zeit erzählen - so wie jene derer zu Beaufort, die sich um 1180 ein prächtiges Wasserschloss bauen ließen. Das Flüsschen Sauer markiert die Trennungslinie zwischen dem Gutland, das in sanften Wellen gen Süden bis zur Hauptstadt rollt, und dem Ösling im Norden, wie die Luxemburger ihren Teil der Ardennen nennen. Eine herbe Landschaft mit vielen Wäldern, weiten Hochebenen und jäh abfallenden Tälern Weites Land, in dem die Dörfer etwas karger sind als südlich der Sauer.

Aufgeräumte, bunte Siedlungen

Doch die Tristesse von spinatwasserfarbenen oder mit Eternit beplankten Fassaden wie in den nahen Eifelweilern trifft man dort nicht an. Der luxemburgische Haus- und Grundbesitzer bekennt Farbe: Je kräftiger das Blau, Grün, Rot oder Gelb, desto beliebter als Anstrich - selbst klingelndes Magenta echot durchs Land. Die Anwesen und Ansiedlungen strahlen eine geradezu gediegene Aufgeräumtheit aus. Folkloristischer Plunder, nicht mit uns.

"Mir wölle bleiwe, wat mir sin", so das Credo der Luxemburger, deren Dreisprachigkeit quasi ein Spiegel der nationalen Identität ist. Lëtzebuergesch, eigentlich ein moselfränkischer Dialekt, ist seit 1984 Nationalsprache. Die Umgangssprache des Alltags ist gleichberechtigt mit Französisch und Deutsch, das schon in der Grundschule gelehrt wird.

Verwobene Wesenszüge

Selbstbewusste Kleinstaaterei, französische Lebensart und deutsche Gründlichkeit haben sich zu dem besonderen Wesenszug des Völkchens verwoben. Majestätisch erhebt sich die Burg Vianden auf einem Felsen über dem Tal der Our - die Anlage zählt im Reigen der 17 luxemburgischen Schlösser und Burgen zu den Prachtexemplaren. Eher trutzig als putzig, das trifft wie meist in Luxemburg auch auf dieses Örtchen zu. Gleich neben dem Trinitarierkloster liegt die Herberge von Petra und Leon Ewert - seit dem Mittelalter ist sie Gästehaus der Mönche und nunmehr in der vierten Generation das heimelige "Hotel Heintz". Leon Ewert kocht aus Leidenschaft traditionelle Luxemburger Küche - einfach und rustikal, aber mit einer kräftigen Prise französischem Raffinement.

Das von ihm zubereitete Nationalgericht "Judd mat Gaardebounen" - geräucherter Schweinekamm mit dicken Bohnen - ist ein Gedicht. Die dazu gereichte Beilage weckt Kindheitserinnerungen an die Großmutter vom Rhein: "Gute Bratkartoffeln brauchen viel Geduld und viel fetten Speck", so ihr Küchenmotto. Und die schmeckten wie bei Leon Ewert köstlich. Qualität ist ungeschriebenes Gesetz in den Landgasthäusern.

Smart als idealer Reisebegleiter

Wie zum Beweis kommt "Éislecker Ham" - gekochter und geräucherten Ardenner Schinken - auf den Tisch eines eher schlichten Lokals bei der Rast in Esch-sur-Sûre. Geländegängigkeit bekommt dort einen neuen Sinn, als der Smart durch die verwinkelten Gassen turnt. Das verträumte Dorf liegt in den Armen einer engen Schleife der Sauer. Einen Kilometer flussaufwärts: Wasser so weit das Auge schaut - der Obersauer Stausee dominiert auf fast 20 Kilometern die sanft gewellte Landschaft. Keine Autostunde entfernt ist ein Mal mehr bestätigt, dass der Zwerg Smart für Luxemburg der ideale Reisewagen ist: Parkraum ist in dessen Hauptstadt mehr als rar. Leicht zu verschmerzen angesichts der grandiosen Lage auf dem Sandsteinmassiv hoch über den Tälern von Alzette und Pétrusse.

Vom Bockfelsen aus eröffnet sich ein imposantes Panorama auf die Silhouette der mittelalterlichen Festungsstadt. Jenseits des Tals auf dem Kirchberg ist das Luxemburg des 21. Jahrhunderts zu sehen - mit EU-Viertel, Banken und dem Museum für moderne Kunst. Vom Bockfelsen ist es ein Katzensprung in die Altstadt mit ihren Kirchen, dem Großherzoglichen Palais und dem Gassengewirr um den Fischmarkt. Dahinter die geschäftige City mit großzügigen Plätzen, Boulevards und Parks. Luxemburg ist spannend - steter Wechsel zwischen alt und neu. Verschlafene Altstadtromantik und futuristische Architektur, internationales Flair und Provinz-Charme. "Äddi" sagen die Luxemburger zum Abschied. Wenn’s "Auf Wiedersehen" heißt, dann gerne.

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