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Kraftstoffsparende Öko-Autos

So funktionieren die Verbrauchs-Einsparungen

VW Polo Blue-Motion Foto: Hans-Dieter Seufert 17 Bilder

Seit zwei Jahren übertreffen sich die Autohersteller mit Ökomodellen à la Blue-Motion oder Blue-Efficiency. Diese Fahrzeuge verbrauchen tatsächlich deutlich weniger. Was ist ihr Geheimnis?

14.08.2009

Das einzige Großserien-Sparmobil der letzten Dekade war der Drei-Liter-Lupo. Mit streichelzarter Gaspedalbehandlung unterbot der Asket sogar die versprochene Drei-Liter-Marke. Trotzdem geriet der Sparzwerg zum Verkaufsflop, weil er zu teuer und zu kompromisslos war. Sparspaß ging eindeutig vor Fahrspaß. Fortan ließen die Hersteller ihre Finger von solchen Modellen, bis vor zwei Jahren die CO2-Diskussion aufkam.

Mazda 3 i-Stop 2:32 Min.

Hersteller zauberten Öko-Modelle aus den Hüten

Der UN-Klimabericht erschreckte die Menschen und die EU mit ihren Grenzwert- Forderungen die Hersteller, die behaupteten, 130 g CO2/km sei bis 2012 kaum realisierbar. Die EU blieb hart, und bei den Produzenten war nun schnelles und zielgerichtetes Handeln gefragt. VW mit Blue-Motion und BMW mit Efficient-Dynamics waren Anfang 2007 bereits im Rennen. Die meisten anderen Autohersteller zauberten zur IAA zahlreiche zumeist dieselnde Sparmodelle mit Öko-Appeal aus ihren Hüten, die scheinbar mühelos zehn bis 20 Prozent weniger Kraftstoff konsumieren sollten.

VW bietet die meisten Sparmodelle

Und das, obwohl der damalige VW-Chef Pischetsrieder 2004 androhte: "Der Diesel wird nur in großen Autos überleben." Aber der Selbstzünder besitzt das größte Potenzial, wenn es um Kraftstoff- und somit um CO2-Sparen geht. Die meisten Sparmodelle bietet VW. Den neuen VW Polo gibt es bereits mit Blue-Motion-Technology-Paket; er basiert auf dem 90 PS starken 1,6-Liter-TDI und verbraucht 3,7 Liter (Vorteil gegenüber der Normalversion 0,5 Liter). Der 2010 erscheinende Polo Blue-Motion (Der VW Polo Blue-Motion im Fahrbericht)  mit dem brandneuen 1,2-Liter-Dreizylinder-TDI soll sich mit 3,3 Liter Diesel begnügen, was einem CO2-Ausstoß von 87 g/km entspricht, und für den VW Golf Blue-Motion verspricht VW 3,8 Liter.

Start-Stopp-Automatik bietet das größte Sparpotenzial

Diese Erfolge erreichen die Wolfsburger mit diversen technischen Lösungen, die alle einem Ziel unterliegen: die einzelnen Wirkungsgrade zu steigern, indem Verluste reduziert werden. Das größte Sparpotenzial bietet mit etwa 0,2 L/100 km das Start-Stopp-System . Auf der Autobahn bringt diese Technik nichts, im Stadtverkehr sind aber mehr als zehn Prozent Ersparnis drin. VW verwendet einen Bosch-Starter, der mit 300.000 Startvorgängen vier Mal mehr schafft als ein normaler Anlasser. Andere Hersteller wie Mercedes oder PSA nutzen riemengetriebene Startergeneratoren, die zwar teurer sind, aber noch etwas mehr Sprit sparen können. Zudem eignen die sich zur Bremsenergie-Rückgewinnung, wodurch der Kraftstoffverbrauch um weitere zwei Prozent sinkt.

Einsparungen durch verbrauchsoptimiertes Motormanagement

Ganz im Zeichen der Effizienzsteigerung steht auch die Bemühung der Ingenieure, durch ein verbrauchsoptimiertes Motormanagement den Wirkungsgrad der Verbrennung zu steigern. BMW geht bei der Efficient-Dynamics-Strategie noch weiter. Die Reibungsverluste werden konsequent reduziert, indem man den Nebenaggregaten ihren Dauerlauf abgewöhnt. Bedarfsorientierte Steuerung ist das Zauberwort. Wasserpumpe, Generator, Ölpumpe und Klimakompressor laufen nur noch wenn nötig, der Kühlergrill kann - sofern der Kühlungsbedarf gering ist - mit Klappen verschlossen werden. Ohnehin hat BMW das weitreichendste Gesamtpaket geschnürt, verzeichnen doch die Efficient-Dynamics- Modelle deutliche Verbrauchsvorteile gegenüber ihren Vorgängern. Der BMW 118d verbesserte sich beispielsweise um 20 Prozent, der Verbrauch sank von 5,6 auf 4,5 Liter. Gleichzeitig erstarkte er von 122 auf 143 PS. Neben den erwähnten Maßnahmen umfasst Efficient-Dynamics weitere Details wie die elektrohydraulische Lenkung mit bedarfsgesteuerter Pumpe, reduzierter Reibung im Getriebe inklusive längerer Übersetzung sowie einem komplexen Thermomanagement des Motors.

Der Fahrspaß kommt bei Öko-Autos nicht zu kurz

BMW setzt Efficient-Dynamics bei allen Neuwagen serienmäßig ein. So konnten die Bayern ihren Flottenverbrauch innerhalb von zwei Jahren um 16 Prozent reduzieren, beim Mini um 20 Prozent, weil hier gleichzeitig neue Motoren zum Einsatz kamen. Auch die anderen Hersteller haben längst spritsparende Modelle im Programm, tauften sie Ecoflex, Econetic, Greenline, Blue Efficiency, Drive oder Ecomotive. Die technischen Details ähneln denen von VW und BMW. Der jeweilige Verbrauchsvorteil hängt allein davon ab, an wie vielen Stellschrauben zur CO2-Reduzierung der Hersteller zu drehen bereit ist. Aber eines haben alle Sparautos gemeinsam: Der Fahrspaß kommt garantiert nicht zu kurz.

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