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Sonderserien der Autohersteller

Die beliebten Sondermodelle der Hersteller

Lamborghini Reventon Foto: press-inform 26 Bilder

Was müssen Autohersteller nicht alles tun, um Fahrzeuge im mehrjährigen Modellzyklus im Gespräch zu halten? Von billig bis teuer - von exklusiv bis Volumenmodell - Sonderserien erfreuen sich großen Beliebtheit.

24.05.2009

Nur selten gibt es bei einer limitierten Sonderserie einen Paukenschlag wie bei den Supersportlern Lamborghini Reventon oder Mercedes SLR Stirling Moss. Beides Modelle, die mit dem Ursprungsfahrzeug allenfalls Basis und Motorisierung gemein haben, jedoch aufwendig neu entwickelt wurden, um besonders zahlungskräftige Kunden zu locken.

Ein aussagekräftiger Name ist das A und O

Zumeist gibt es bei Modellen wie einst dem VW Golf Cabriolet Etienne Aigner, Opel Manta 400, VW Scirocco White Cat oder einem Lamborghini Murcielago LP 640 Versace nur spezielle Lacke, eine besondere Ausstattung und einen modifizierten Innenraum. Hilfreich bei der Vermarktung der Sondermodelle ist gemeinhin ein besonders aussagekräftiger Name. Sportler, Musikbands oder Modefirmen bieten sich aufgrund von Dynamik, Eleganz und Bekanntheit an. Boris Becker brachte Ende der 80er Jahre das Ford Escort Cabriolet abseits der Tennisplätze ebenso zum Strahlen wie Stefanie Graf einen weißen Opel Corsa.

Sondermodelle als Booster

Waren es einst zumeist schnöde Volumenmodelle von Opel, Renault, Volkswagen oder Ford, die sich mit Sondereditionen aus der ebenso breiten wie langweiligen Masse abheben sollten, so haben längst auch Nobelmarken derartige Kleinserien für sich entdeckt um der betuchten Kundschaft Lust auf noch mehr Exklusivität zu machen. Nicht selten muss eine Sonderserie herhalten, wenn das neue Modell allzu lange auf sich warten lässt und die Konkurrenz mit neuen Konkurrenten Druck auf die bestehende Produktpalette macht. Hier können ungewöhnliche Lacke, eine ausgefallene Innenausstattung oder eine kleine Leistungsspritze oftmals Wunder vollbringen und den Absatz ankurbeln. Das zumeist betagte Modell tritt kurz vor seinem Produktionsende noch einmal aus dem Schatten heraus oder bekommt in der zweiten Hälfte seines Produktionszyklus‘ noch einmal einen Booster.

Mercedes SLR Stirling Moss
                       
Das Werbemittel der Sonderserien haben in den letzten Jahren auch  Nobelmarken für sich entdeckt. Begehrlichkeiten weckt zum Beispiel der neue Mercedes McLaren SLR Stirling Moss. Als ob ein normaler Mercedes SLR nicht schon exklusiv genug wäre, haben sich die Mercedes-Verantwortlichen beim Abschlussmodell der SLR-Serie besonders viel Mühe gegeben. "Wir wollten die Ära SLR nicht mit einer gewöhnlichen Final Edition, einem besonderen Lack oder modifiziertem Interieur beenden" so Detlef Barthemles, Chef der Mercedes-Division SLR und Maybach, "was herausgekommen ist, sieht man hier."

Auf den ersten Blick hat der Stirling Moss mit seinem Ahnen SLR nicht mehr als die Klasse eines Supersportwagens gemein. Doch statt festem Dach oder Cabriomütze gibt es beim SLR Stirling Moss weder Windschutzscheibe noch Regenschutz. Der bekannte 5,5 Liter V8 mit Kompressor leistet 650 PS. Null auf 100 km/h in unter 3,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h lassen einem frühzeitig die Gesichtszüge entgleiten. Immer an Bord: Sir Stirling Moss, der den Urahnen 300 SLR im Jahre 1955 in Rekordzeit über die Route der Mille Miglia scheuchte. Seine Unterschrift fährt auf dem Mitteltunnel immer mit. "Wir sind bereits vor dem Produktionsstart ausverkauft", freut sich Detlef Barthelmes über die rege Nachfrage, "rund 30 der 75 Fahrzeuge bleiben dabei in Deutschland. Wir haben die potenziellen Kunden in drei Workshops in die Entwicklung des SLR Stirling Moss mit eingebunden. Die waren wirklich begeistert.“ Der Preis der exklusivsten aller SLR-Serien liegt bei 750.000 Euro - plus Mehrwertsteuer. Anders als sonst geht das letzte gebaute Modell diesmal nicht ins Mercedes-Museum, sondern "zu einem unserer neuen Großaktionäre", wie SLR-Chef Barthelmes betont.

Lamborghini Reventon / Murcielago Versace
 
Im gleichen Fahrwasser schwimmt der Lamborghini Reventon, ein 640 PS starker Supersportwagen mit dem Styling eines Kampfjets. Bei einem Duell auf dem Nato-Stützpunkt in Ghedi nahe Brescia kämpfte der im vergangenen Jahr bei einem Beschleunigungsrennen erfolgreich gegen einen Tornado-Kampfjet. Gegen die unbändige Kraft des Zwölfzylinders kamen auch die rund 15.000 Kilopond starken Turbinen des Jets nicht an. Als der Kampfflieger aufgeholt hatte, konnte er seine Räder nicht mehr auf dem Boden halten - und schwebte über den 340 km/h schnellen Reventon hinweg. Die 20 ausgewählten Reventon-Kundenmodelle waren in kürzester Zeit verkauft - für 1,2 Millionen Euro pro Stück.

Der extravaganteste Lamborghini aller Zeiten lässt selbst einen Kraftprotz wie den Lamborghini Murcielago als müdes Kuscheltier erscheinen. Die mattgraue Lackierung der Kohlefaserkarosserie, schwarze Felgen, mächtige Lufteinlässe und Flügel wie von einem Tornado Kampfjet sorgen dafür, dass beim Ampelstopp nicht nur Handykameras gezückt werden, sondern einige Beobachter gleich den Kampfmittelräumdienst herbeibeten. "Im Vergleich zum Murcielago ist der Reventon noch aggressiver, noch extremer", so Manfred Fitzgerald, bei Lamborghini zuständig für Marke und Design, "wir bestimmen das Spiel mit den Kunden und bei diesem Modell haben wir es auf die Spitze getrieben."

Lamborghini hat derzeit nur zwei Modellreihen. So hält man die Kundschaft mit exklusiven Kleinserien bei Laune. Besonders begehrt ist der in schmuckem perlweiß strahlende Lamborghini Murcielago LP 640 Versace mit dem charakteristischen Versace-Fries auf den Türen. Durch die transparente Motorabdeckung wirkt der Zwölfzylinder wie auf einem Altar aufgebahrt. Im Innenraum gibt es knackige Schalensitze in schwarz-weißen Leder.

Maybach 62 Zeppelin
 
Weniger sportlicher, aber noch abgehobener präsentiert sich der Maybach 62S in der Sonderedition Zeppelin. 100 handverlesene Maybach-Kunden bekommen die Möglichkeit, die Tradition des legendären Maybach Zeppelin wieder aufleben zu lassen. Maybach, einst durch den Bau von Luftschiff-Triebwerken bekannter als im Automobilbau, wollte mit dem Zeppelin DS8 die beste Limousine aller Zeiten bauen. Daran knüpft der Daimler-Konzern derzeit mit der Neuauflage seines Maybach Zeppelin an. Dieser trägt seine Ausnahmestellung nicht nur durch eine besondere Zweifarblackierung, sondern auch durch seine Zeppelin-Schriftzüge zur Schau. Dem Chauffeur des Vertrauens stehen mächtige 640 PS und 1.000 maximales Drehmoment zur Verfügung.

Derweil genießen die Insassen den grandiosen Maybach-Luxus - nur eben noch etwas exklusiver als gewöhnlich. Zu einem exklusiven Fahrzeug gehört selbstredend auch ein entsprechender Preis. Der Maybach 62 Zeppelin kostet beeindruckend exklusive 563.108 Euro. Zum Vergleich: die Karosserie des Maybach Zeppelin DS8 lag im Jahre 1931 bei 33.200 Reichsmarkt. Als Clou bietet Maybach im neuen Taumschiff für unverschämte 4.760 Euro einen vollelektronischen Duftausströmer. Zwei Basisdüfte werden mitgeliefert. Auf Anfrage soll jedoch kein nasaler Kundenwunsch unerfüllt bleiben. Beige Ledersessel mit schwarzen Kedern und dunklen Klavierlack-Oberflächen lassen einen königsgleich reisen. Wenn man länger im Fond unterwegs ist, sollte man einfach einmal kurz aus dem handgenähten Schuhen schlüpfen. Die Füße entspannen auf echten Lammfellen. Exklusiver kann eine Sonderserie kaum sein.

VW liebt Sondermodelle
 
Volkswagen war einer der ersten deutschen Volumenhersteller, der Sonderserien als Verkaufsmotor für sich entdeckte. Bis heute auf dem Gebrauchtwagenmarkt heiß begehrt ist der Pirelli-Golf der Generation I. Der VW Golf Pirelli GTI bot im Jahre 1983 mehr als Reifen des besagten Pneuherstellers, sondern besondere Felgen und eine geänderte Innenausstattung. Ende 2007 ließen die Wolfsburger die Tradition mit dem Golf V als GTI Pirelli wieder aufleben. Er verfügte mit 230 PS über eine Handvoll mehr GTI-Pferde unter der Haube und eine Teilledersitzanlage. Ein paar Jahr später versuchte man dem pseudosportlichen VW Scirocco mit Sondermodelle wie dem "White Cat" Leben einzuhauchen. Besonders reich veredelt wurde den Golf ab der Generation II. Madison, Boston oder Sky erfreuten sich einer großen Beliebtheit. Jahre später setzte Volkswagen besonders gern auf Musikbands wie Pink Floyd oder die Rolling Stones, um jüngere Kunden mit mehr Ausstattung und Klebelogos zu locken. 

Offene Versuchung Golf Cabriolet
 
Schier unerschöpflich erscheint das Angebot an Sondermodellen des VW Golf. Der Grund liegt auf der Hand. Der Golf wurde im Jahre 1979 als Nachfolger des offenen Käfers vorgestellt. Der neu entwickelte Überrollbügel war nicht jedermanns Geschmack und machte das Golf Cabriolet im Volksmund schnell zum Erdbeerkörbchen. Bis zum Jahre 1993 wurde der kantige Golf I als offene Version parallel zu den Limousinen Golf II und III bei Karmann weiter gebaut. Damit den Kunden nicht langweilig wurde, gab es Sondereditionen. Der verheißungsvolle Auftakt Mitte der 80er Jahre mit dem Golf Cabrio CC - erfreute nicht nur aufstrebende Sonnenanbeter, sondern auch Schauspieler Sascha Hehn, der in der Schwarzwaldklinik mit dem eleganten Einstieg über die geschlossene Tür in ebensolches Fahrzeug bekannt wurde.

Neben zwei Modellpflegen machten Sondermodelle mit Namen Quartett, Acapulco, Bel Air oder Sportline von sich reden. Die einen (Fashion Line, Young Line) boten wenig Interessantes. Highlights und bis heute noch besonders begehrt sind die Versionen Classic Line und Etienne Aigner. Besonders der Classic-Line bot in wenig luxuriösen Kompaktklassezeiten Annehmlichkeiten wie beheizte Ledersitze, Klimaanlage, Fensterheber und eine elektrisches Dach. Die dunklen Metallic-Lackierungen schwarz, blau, grün und rot machen den Golf Classic Line bis heute begehrt. Für mehr Aufsehen sorgte im VW-Programm nur das Sondermodell Fire + Ice, dass ab 1990 für den Golf II erhältlich war. Tiefgründige Metallicfarben, elektrische Fensterheber und Sportsitze mit violettem Grundton reichten damals schon, um die Tuningfans um den Schlaf zu bringen.

Aufschlag Opel Corsa
 
Bei Opel setzte ebenfalls in den 80er Jahren der Trend zu Sondermodellen ein. Der damals noch stabil auf beiden Beinen stehende Riese aus Rüsselsheim hatte Tenniskönigin Stefanie Graf in jungen Jahren als renommierte Werbebotschafter gewonnen. Fortan räkelte sich die lange Zeit als unschlagbar geltende Gräfin aus Brühl auf Motorhaube von Konzernmodellen mit dem Blitz. Ebenso erfolgreich wie wenig exklusiv präsentierte sich der Opel Corsa Steffi Graf. Vom Bekleidungssponsor Adidas hatte sich Opel die Logos der begehrten Steffi-Graf-Kollektion ausgeliehen und bannte sie fortan auf Seitenverkleidungen und Sitzbezüge.

Ford Escort Boris Becker
 
Ganz ähnlich verfuhr man im Hause Ford. Tennis war seit dem Wimbledon-Sieg von Boris Becker Massen- und Trendsportart zugleich. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre ließ sich Boris Becker seine Berufskleidung mit einem Ford-Logo auf dem Arm verzieren. Das damalige Volumenmodell Ford Escort Cabriolet wurde ebenfalls in einer Boris-Becker-Edition mit Alufelgen, Ledersitzen und elektrischen Dach aufgelegt. Der Tennisfarbe "weiß" kam bei allen Modellen eine besondere Bedeutung zu. Und an Heck und Seitenteil glänzte verschmitzt ein "BB-Logo".
 
Fiat Abarth 500 esseesse
 
Jahrelang war der Name Abarth im Hause Fiat tot. Noch schärfer als die beiden Modelle Grande Punto Abarth und Abarth 500 sind die Sondermodelle mit dem Namenszusatz "esseesse". Bei beiden Varianten geben die Farben weiß und rot stilecht den sportlichen Ton an. Im Paket enthalten sind beim Grande Punto Abarth esseesse unter anderem Brembo-Sportbremsen, 18-Zoll-Radsatz, ein größerer Turbo mit 180 PS und deutlich mehr Fahrspaß. Das reicht für 215 km/h Spitze, Null auf 100 km/h in 7,7 Sekunden und 272 Nm Drehmoment. Wenn es doch etwas kleiner sein soll: einen "esseesse" gibt es auch vom Rennwinzling Fiat 500 Abarth. Statt bissiger 135 PS leistet der kleine Vierzylinder dann sogar 160 PS. Für 2.585 Euro Aufpreis zuzüglich Einbau gibt es neben dem Leistungsplus, 211 km/h Spitze, 17-Zoll-Alufelgen, gelochte Bremsscheiben, Sportfahrwerk und einen Sportluftfilter.

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