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Sonderwunsch von Erich Honecker

CX 25 Prestige

Foto: Kai Klauder 19 Bilder

Selbst Erich Honecker musste in der DDR jahrelang auf sein Traumauto warten. Fünf Jahre dauerte es, bis dieser besondere Citroen CX 25 Prestige an ihn ausgeliefert wurde.

18.08.2007 Powered by

Da in einem normalen CX25 oder auch in den Regierungs-Volvos kein Platz für einen Dolmetscher war, gab Honecker diesen Spezialumbau in Auftrag - und musste fünf Jahre warten. Zollproblemen verzögerten die Auslieferung des äußerst seltenen CX. Es gibt weltweit nur zwei Exemplare.


Alles an Bord

Bei Nilsson in Schweden wurde der Franzose verlängert und mit Volvo-Accessories ausgestattet. Die Ausstattungsliste ist lang: Klimaanlage, Automatik, elektrische Fensterheber und Seitenrollos, Servolenkung, Scheinwerferwaschanlage, Leselampen, Velourausstattung, Sirene und Blaulicht - und natürlich Standartenhalter. Honecker war offenbar starker Raucher, in jeder Türverkleidung findet sich ein Zigarettenanzünder samt Aschenbecher. "Der stammt vom Golf 1", wissen die Besitzer Gerrit Crummenerl und Steffen Kleinsteuber aus Leipzig. Und auch das Blaupunkt-Radio stammt vom Klassenfeind.

Wie oft Honecker den Wagen nutzte, ist nicht überliefert, "mehr als zwei oder drei Mal dürften es aber nicht gewesen sein", schätzt Crummenerl. Angeblich fühlte er sich in der ungepanzerten Limousine nicht recht sicher. 1990 ging der Wagen zur Treuhand und wurde erst 2005 freigegeben. Am 18. Juni 2005 ersteigerten die beiden Sachsen die Staatskarosse für 23.500 Euro  - mit einer Laufleistung von knapp 7.000 Kilometern. Sie überführten Erichs Längsten auf eigener Achse aus Berlin nach Leipzig. Dort darf sich der Wagen in einem Depot neben Honeckers Krankenwagen und mehreren Volvo aus Ex-Regierungsbesitz wohlfühlen.

Insgesamt besitzen die beiden Leipziger, die bereits zum dritten Mal bei der Sachsen Classic mitfahren, rund 20 DDR-Raritäten-Autos. Einige der DDR-Mobile können auch gemietet werden. weitere Informationen unter www.ddr-mietwagen.de

An Erichs Stelle

Anika Baum darf sich in der 136 PS-Sänfte durch Sachsen chauffieren lassen. Sie steht dem Auto auch viel besser. Steffen Kleinsteuber ist gemeinsam mit Jans Mahler unterwegs. Natürlich in einem Auto mit besonderer DDR-Historie: Sein Volvo 244 DLS wurde nur 1.000 Mal in der DDR verkauft. Das "S" steht für Sonderanfertigung. An den normalen 244er wurde die längere Front des Sechszylinder-264 gebaut. Es gab das Sondermodell in fünf Farben. Metalliclack gab es nicht. Die 1.000 Exemplare waren trotzdem innerhalb von 24 Stunden an Promis und Parteifunktionäre verkauft. Nur sie konnten sich auch den exorbitant hohen Preises von 45.000 Ostmark leisten. 

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