Spanien: Neue Proteste der Lkw-Fahrer

Bei neuen Protesten spanischer Spediteure ist am Sonntag (15.6.) ein Lkw-Fahrer im Norden des Landes schwer verletzt worden. Nahe Santander hätten Streikposten von einer Brücke aus Steine gegen die Windschutzscheibe seines Fahrzeuges geschleudert, berichtete der Rundfunk.

Der Mann kam daraufhin mit seinem Lastwagen von der Straße ab und stürzte einen Abhang hinunter. Das Opfer war in einer Lkw- Kolonne mit Geleitschutz der Polizei nach Saragossa unterwegs. Bereits vor Tagen waren bei Zusammenstößen ein Streikposten getötet und ein Fahrer schwer verletzt worden. Die Streikenden kündigten unterdessen eine Protestfahrt mit zahlreichen Lastwagen nach Madrid an.

An dem vor einer Woche begonnenen Ausstand gegen die hohen Treibstoffpreise beteiligt sich nur eine Minderheit der spanischen Spediteure. Die Streikenden machen weniger als 20 Prozent der Transportbranche aus. Sie verlangen garantierte Mindesttarife für die Spediteure. Die Regierung lehnt diese Forderung jedoch ab. Mit dem Rest der Branche handelte Madrid ein 80 Millionen Euro teures Hilfspaket aus. Es sieht vor allem Steuererleichterungen vor.

Versorgungslage hat sich normalisiert

Die Versorgungslage hat sich nach Angaben der Regierung inzwischen weitgehend normalisiert. Auf den Straßen laufe der Verkehr zu fast 100 Prozent wieder reibungslos, hieß es. Die Polizei gab tausenden Lastwagen Geleitschutz und nahm in einer Woche mehr als 100 gewalttätige Streikposten fest. Das üblicherweise am Wochenende geltende Fahrverbot für Lkw wurde aufgehoben. In Regionen wie Katalonien und Valencia gaben die Fahrer ihren Streik zudem auf.

Der Ausstand hat der Wirtschaft des Landes Einbußen von mehr als einer Milliarde Euro beschert. Dies geht aus einer vorläufigen Bilanz mehrerer Unternehmensverbände hervor. Zudem hat der Streik die Preise nach Presseberichten kräftig in die Höhe getrieben. Auf den Großmärkten hätten sich Lebensmittel innerhalb einer Woche im Schnitt um 18 Prozent verteuert. Betroffen seien vor allem Gemüse und Fisch. Abgesehen von Versorgungsengpässen hatte der Streik auch zu Produktionsausfällen in der Automobilbranche in Spanien und im Ausland geführt.

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dpa

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