2007 seien 2.741 Verkehrstote gezählt worden, neun Prozent weniger als im Vorjahr, teilte Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba am Mittwoch (2.1.) in Madrid mit. Der Rückgang sei auch deshalb bemerkenswert, weil sich die Zahl der Autos auf den Straßen in den vergangenen 40 Jahren verachtfacht habe. Raserei sei aber nach wie vor die häufigste Unfallursache.
Die Zahl der angetrunkenen Fahrer sei dagegen etwas zurückgegangen. Um die im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohe Zahl von Verkehrsopfern zu senken, hatte die spanische Regierung am 1. Juli 2006 den Punkte-Führerschein eingeführt. Nach französischem Vorbild startet jeder Autofahrer mit zwölf Pluspunkten. Je nach Verstoß werden zwei bis sechs Punkte abgezogen und Geldstrafen zwischen 90 und 600 Euro fällig. Ist der Kontostand auf Null geschrumpft, muss der Fahrer den Führerschein zunächst für ein halbes Jahr abgegeben, eine Verkehrsschulung besuchen und eine Theorie-Prüfung ablegen.
Im vergangenen Jahr wurden zudem über eine Reform des Strafgesetzbuches die Strafen für Verkehrsdelikte drastisch verschärft. Rasern und Promillesündern drohen in Spanien bis zu fünf Jahre Haft. Mit Gefängnis kann bestraft werden, wer mit mehr als 200 km/h über die Autobahn oder mit Tempo 110 durch Ortschaften rast sowie am Steuer mit mehr als 1,2 Promille Alkohol im Blut erwischt wird. Hinzu kommt ein Führerscheinentzug von bis zu zehn Jahren. Entscheidend für die Festlegung des Strafmaßes ist es, inwiefern fahrlässig andere Menschen in Gefahr gebracht wurden. Auf spanischen Autobahnen gilt ein Tempolimit von 120 km/h, die Promillegrenze liegt bei 0,5.
Spanien: Zahl der Verkehrstoten sinkt
Die Einführung des Punkte-Führerscheins und eine drastische Verschärfung der Strafen für Verkehrssünder in Spanien zeigen Wirkung: Erstmals seit 1967 starben auf den Straßen des Landes weniger als 3.000 Menschen in einem Jahr.
Autor: dpa



