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Spanischer Verband

Kritik an Fans

Foto: Mercedes 9 Bilder

Update + + Mit ihren rassistischen Parolen gegen Lewis Hamilton haben spanische "Fans" ihrem Land und Idol Fernando Alonso einen Bärendienst erwiesen und die Formel-1-Rennen in Barcelona und Valencia in Gefahr gebracht.

04.02.2008 Powered by

McLaren-Mercedes und Lewis Hamilton waren zum zweiten Mal innerhalb von zehn Tagen ins Visier von militanten Alonso-Fans geraten. Schon in Valencia gab es ein gellendes Pfeifkonzert, wann immer ein McLaren-Mercedes auf die Strecke ging.

Lewis Hamilton wurde mit Schimpfworten bedacht. In Barcelona eskalierten die verbalen Attacken gegen Alonsos Ex-Team und seinen früheren Teamkollegen. FIA-Präsident Max Mosley hatte daraufhin vom spanischen Verband eine Erklärung und Maßnahmen gefordert, damit sich die Vorfälle nicht kommende Woche bei den vom 12. bis 14. Februar angesetzten Testfahrten in Jerez wiederholen.

Verhalten im Keim ersticken

FIA-Sprecher Richard Woods erklärte: "Wir haben mit Bedacht schnell reagiert, weil wir dieses Verhalten im Keim ersticken wollen." Inzwischen haben die Streckenbetreiber des Circuit de Catalunya bei Barcelona der FIA geantwortet. Der Großteil der insgesamt 55.000 Besucher an den drei Testtagen habe sich demnach vorbildlich und fair verhalten.

Um rassistische Auswüchse oder religiöse Diskriminierungen in Zukunft zu verhindern werde man das Polizeiaufgebot und den eigenen Sicherheitsdienst vergrößern, sowohl für künftige Testfahrten wie auch den Grand Prix von Spanien am 27. April. Wortlaut: "Der Grand Prix von Spanien repräsentiert das Image unseres Landes. Wir werden nicht zulassen, dass dieser Ruf durch rassistisches Benehmen einiger Fans in den Schmutz gezogen wird. Wir behalten uns deshalb vor, Gegen die Anführer der Attacken rechtliche Schritte einzuleiten."

Die Real Federación Española de Automovilismo reagierte auf die rufschädigenden Geschehnisse und veröffentlichte am Montag auf ihrer Internetseite eine sechs Punkte umfassende Erklärung, in der sie sich hinter den dunkelhäutigen Hamilton stellte. Die Föderation lehne derartige unverständliche Vorkommnisse völlig ab und wolle ihre Solidarität und den Rückhalt für McLaren und speziell für Hamilton zum Ausdruck bringen, hieß es. Bei Besessenen, die sportliche Rivalität mit Gewalt verwechseln würden, werde man null Toleranz zeigen, so der Verband. Die Sicherheitsmaßnahmen sollen entsprechend deutlich erhöht werden.

Hamilton sieht Image beschädigt

Hamilton selbst warb derweil sogar um Verständnis, nachdem er sich den Unmut spanischer Fans im vergangenen Jahr zugezogen hatte, indem er den zweimaligen Weltmeister Alonso sportlich oftmals und auch in der Endabrechnung zur WM - wenn auch punktgleich - hinter sich ließ. "Ich möchte, dass sie (die spanischen Fans) meine Position verstehen", wurde Vize-Weltmeister Hamilton von "sportlifepress.com" am Montag zitiert.

Er habe lediglich versucht, sein Bestes zu geben und die WM zu gewinnen. Er habe zu keinem Zeitpunkt versucht, Fernando zu beeinträchtigen. "Aber der Kampf war sehr eng und mein Image in Spanien ist ernsthaft beschädigt", meinte der 23-Jährige. Und auch wenn er sich bereits vorgestellt hatte, was ihn erwarten konnte, sei es nicht angenehm gewesen, sagte der Engländer mit karibischen Wurzeln. Eine kleine Gruppe hatte Hamilton verbal und auf Plakaten angepöbelt. Zudem hatten die sogenannten Fans Gegenstände in Richtung McLaren-Box geworfen, die Tribüne gegenüber war daraufhin zwischenzeitlich gesperrt worden.

Insgesamt waren 55.000 Zuschauer an die Strecke gepilgert, die meisten davon allerdings, um ihren Volkshelden Alonso friedlich anzufeuern. Darauf wies auch der Verband ausdrücklich hin. Es handele sich um eine kleine Gruppe, die in keiner Weise die tausenden Zuschauer repräsentiere, die in einer herzlichen Atmosphäre ihre Anhängerschaft zum Automobilsport zum Ausdruck brächten. Der harte Kern der Alonso-Fans, die in der vergangenen Saison eine teaminterne Verschwörung gegen ihr Idol zu wittern glaubten, gibt indes dem britisch-deutschen Team die Schuld am Verlust des WM-Titels, den Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen gewann.

Spanier sind gewarnt

Welche Strafen - bis zu einer möglichen Streichung eines Rennens - verhängt werden könnten, ist fraglich. "Die spanischen Verantwortlichen sind gewarnt", schrieb am Montag bereits die Londoner "Times". In Artikel 1 der FIA-Statuten wird jegliche politische, religiöse oder rassistische Diskriminierung untersagt.

McLaren-Mercedes wird ungeachtet der Ereignisse an seinem Testplan festhalten und wie geplant in diesem Monat in Jerez und Barcelona testen. Noch vor etwa zwölf Monaten waren Hamilton und Alonso als neues Fahrer-Duo bei den Silbernen in Valencia gefeiert worden. Was dann folgte, waren aber vor allem Sticheleien und Vorwürfe des von Hamilton sportlich in die Schranken gewiesenen zweimaligen Weltmeisters aus Oviedo. Am Ende zog das Team die Reißleine und verabschiedete sich von Alonso, der zu Renault zurückkehrte. Der Spanier äußerte sich bislang nicht zum Verhalten einiger seiner Landsleute.

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