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35 Jahre Mercedes G-Klasse

Die Geschichte des Mercedes G

Mercedes-Benz G-Klasse Foto: Mercedes 29 Bilder

35 Jahre Mercedes G-Klasse: Im Februar 1979 startete die Serienproduktion des kantigen Kult-Geländewagens. Wir erzählen die Geschichte der G-Klasse in zahlreichen Details. Den Anfang macht ein Treffen mit Josef Schantl. Er war 42 Jahre bei Puch, als Versuchsfahrer hat er die Entwicklung des G von Beginn an miterlebt.

01.02.2014 Torsten Seibt, Markus Schönfeld Powered by

Schon auf den ersten Metern strahlt Josef Schantl übers ganze Gesicht. „Dieser schnurrende Diesel, das große Lenkrad, die knochige Schaltung – wunderbar.“ Es ist viele Jahre her, dass der gelernte Fahrzeugmechaniker einen G der ersten Baureihe W 460 bewegt hat. Aufgeregt spielt er an den Hebeln und Schaltern des 79er-Urmodells. Mit dem Zeigefinger klopft er gegen den kaputten Drehzahlmesser und lacht. Sepp – wie ihn jeder nennt – lacht sowieso die meiste Zeit. Den Weg von den Grazer Puch-Werken zur Teststrecke am Berg Schöckl kennt der Sechzigjährige haargenau. Dies ist seine Heimat. Er grüßt Passanten, hält hin und wieder für einen kurzen Plausch an und erzählt zwischendurch Geschichten, die er in mehr als drei Jahrzehnten mit der Mercedes G-Klasse erlebt hat.

Marter auf dem Schöckl

Er schwärmt von Hitzeerprobungen in Tunesien oder von der holländischen Königin und wie er mit ihr in einer Schneewehe stecken blieb. Auch Mika Häkkinen und dessen Frau haben mit Sepp den 1445 Meter hohen Schöckl bezwungen. Stundenlang könnte man den Storys über die alten Zeiten lauschen.

Die Schranke zur Teststrecke steht offen. Endlich darf der rote 240er ins Gelände. Er stuckert, klappert, quietscht. Der Fahrer fängt schallend an zu lachen: „Mein Gott, wie haben wir das früher bloß ausgehalten? Was für ein Spaß.“ Wie ein kleiner Junge erfreut sich der Österreicher an jedem Meter. Dabei befuhr er den kargen Gipfel doch mehr als 40 Jahre lang für die Puch-Entwicklung – zunächst noch mit Haflinger und Pinzgauer. Mitte der 70er Jahre kamen die ersten Prototypen des G, dann Vorserienmodelle und später sämtliche Entwicklungsstufen.

Immer wenn es einen neuen Motor oder Fahrwerkveränderungen gab, mussten die Autos 4000 Kilometer auf dem Schöckl überstehen. Das entspricht etwa 300.000 Kilometer im normalen Leben. Der ehemalige Testfahrer rechnet zusammen: „Insgesamt habe ich wohl eine halbe Millionen Offroad-Kilometer auf dem Buckel.“ Die Nase voll vom Geröll hat er aber längst noch nicht. Privat fährt Sepp einen höher gelegten Puch-Panda mit drei Differenzialsperren – doch das ist eine andere Geschichte.


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