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Technik erklärt

Spezialbrille für Autofahrer

Spezialbrille für Autofahrer

Mit neuartiger und aufwendiger Technik wollen Brillenhersteller wie Rupp + Hubrach die störenden Blendeffekte beim Autofahren reduzieren. Die ersten Modelle sind vielversprechend, wie ein Versuch zeigt.

24.01.2016 Henning Busse

Fahrten in der Dunkelheit empfinden viele als unangenehm. Zwar nehmen moderne Scheinwerfertechnologien solchen Fahrten immer mehr den Schrecken, doch die gute Ausleuchtung wirft neue Probleme auf: Autofahrer fühlen sich zunehmend vom entgegenkommenden Verkehr geblendet – nicht wenige, wie verschiedene Studien belegen. Demnach ist bei uns mindestens die Hälfte aller Autofahrer von diesem Problem betroffen. Aus technischer Sicht gibt es bereits Abhilfe, doch die sogenannten adaptiven Lichtsysteme sind bei vielen Neuwagen noch teures Zubehör.

Das rief nun die Firmen Rupp + Hubrach und Zeiss auf den Plan, die unabhängig voneinander spezielle Autofahrerbrillen entwickelten. Diese unterscheiden sich von den oft gelb bis orange gefärbten Ausführungen am Markt, die zwar Blendeffekte reduzieren, doch vor allem nachts das ohnehin eingeschränkte kontrastreiche Sehen noch stärker beeinträchtigen können. Denn mit Einbruch der Dunkelheit verliert der Blick an Schärfe, weil nur noch bestimmte Rezeptoren der Netzhaut funktionieren.

Wie funktioniert die Brille?

Die neuartigen Ausführungen kommen fast ohne Tönungen aus, sind für das Autofahren optimiert und alltagstauglich. Bei der EyeDrive (ab 219 Euro pro Gläserpaar) von Rupp + Hubrach zum Beispiel sorgt ein ausgeklügeltes Beschichtungssystem aus acht Schichten trotz Blendung für gutes Sehen. Dabei kommen keine Folien zum Einsatz, auf das Glas bringt der Hersteller mittels thermischen Verdampfens verschiedene Metall- und Siliziumoxide auf. Diese sogenannte Super-Entspiegelung reduziert die störenden Lichtreflexionen. Erste Versuche in der Redaktion zeigten: Die Blendwirkung wurde tatsächlich spürbar reduziert.

Die neuartigen Autofahrerbrillen bringen gerade im Zeitalter von Xenon- und LED-Licht einen Nutzen. Doch warum fühlen sich überhaupt so viele von diesen Lampen geblendet, die doch nicht heller strahlen als Halogenscheinwerfer? Der Grund: Das Licht wird auf einer kleineren Fläche produziert, dadurch ist die Helligkeit partiell intensiver und somit unangenehmer. Hinzu kommt noch die unterschiedliche Farbtemperatur der Lichtquellen – je höher diese ist, desto blauer wirkt die Farbe und wird damit als störend empfunden. So strahlt eine Glühlampe mit etwa 2.700 Kelvin. Halogen bringt es auf 3.200, Xenon auf 4.200 und nahe am Tageslicht (6.500) liegt mit 5.500 Kelvin die LED-Technik.

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