Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

sport auto-Einsatz im BMW M235i Racing

24 Stunden ohne einen Kratzer im Art-Car

BMW M235i Racing - BMW Motorsport - Startnummer: 235 - Bewerber/Fahrer:  Marcus Schurig, Alex Hofmann, Jethro Bovingdon, Alexander Mies - Klasse: SP 8T Foto: xpb 32 Bilder

Der Selbstversuch beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring ist geglückt: sport auto-Redaktionsleiter Marcus Schurig schaffte mit dem BMW M235i Racing die Zielankunft – ohne einen Kratzer am Auto, ohne technische Probleme und ohne Unfälle. Heraus kam Platz 53 – und ein fetter Pokal.

24.06.2014 sport auto Powered by

Unser Medienstar durfte den Schluss-Turn fahren, Ehrensache. Alex Hofmann, selbst viele Jahre als Pilot in der höchsten Motorradkategorie MotoGP unterwegs, hatte nämlich neben seinen Fahrpflichten im von BMW Motorsport gemeldeten BMW M235i Racing noch einen kleinen Nebenjob: er kommentierte für den Spartensender Sport1, live aus dem Cockpit.

sport auto BMW M235i promiment im Bild

Das führte nicht nur dazu, dass der Kollege tüchtig viel zum Fahren kam, es sorgte auch dafür, dass der in einer kultigen Art-Car-Lackierung angetretene Kundensport-Rennwagen laufend und prominent im Fernsehen zu verfolgen war.
 
Die Piloten – EVO-Redakteur Jethro Bovingdon, sport auto-Redakteur Marcus Schurig, Alex Hofmann und BMW-Junior Alexander Mies – fuhren damit quasi unter dem Brennglas der Öffentlichkeit, jeder Fehler hätte sofort und unweigerlich zu einer Live-Schaltung in die Onboard-Kamera samt Replay geführt. Doch außer schönen Fahraufnahmen eines auffällig lackierten Fahrzeuges hatte die Startnummer 235 – nomen est omen – nicht viel zu bieten.
 
Einzige Ausnahme: die quälend lange, fünfminütige Stoppstrafe wegen eines Gelbverstoßes aus der Anfangsphase des Rennens. Der fällige lange Stopp musste am Sonntagvormittag abgesessen werden, zur Prime Time der Fernsehübertragung. Doch das war es dann auch so ziemlich an außergewöhnlichen Vorfällen für die Startnummer 235 beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring.

Felgenschaden nach einzigem Feindkontakt

Okay, Kollege Alex Mies hatte noch einen leichten, aber völlig unverschuldeten Feindkontakt auf der GP-Strecke. Die beschädigte Felge musste samt Reifen in der Box getauscht werden, was noch einmal in Summe knapp 5 Minuten gekostet haben dürfte. Das heilige Blech des Rennwagens blieb dagegen völlig knitter- und schrammenfrei.

Das natürlich während des Rennens ein paar Herzstopper-Momente passieren, ist völlig normal. Alex Hofmann hatte in seinem Start-Turn in der hektischen Anfangsphase einige Oha-Momente, als die fetten GT3-Brummer die langsameren Fahrzeuge überrundeten, und dabei Stoßstange an Stoßstange bis zu sechs GT3-Autos hintereinander am BMW vorbei wollten. „Das war manchmal heikel, aber wir hatten uns ja darauf verständigt, im Verkehr aufzupassen und im Zweifelsfall immer Platz zu machen und nicht auf unserer Linie zu beharren“, so der MotoGP-Kommentator.
 
In der Nacht gab es, weitgehend unbeobachtet von den Fernsehkameras, natürlich die meisten Unfälle, das ist immer so beim 24h-Rennen, denn die Nordschleife ist unbeleuchtet, dazu blenden die High-Beam-Scheinwerfer der schnellen Fahrzeuge im Rückspiegel, so dass man den Speed der von hinten heran rauschenden Topfahrzeuge schnell unterschätzen kann. Am meisten Schwein hatte vermutlich sport auto-Mann Marcus Schurig bei seinem Run in der Nacht, der von 11.20 Uhr bis 01.40 Uhr dauerte.

SLS-Crash sorgt für Schrecksekunde

In der 14. und letzten Runde seines Doppelstints hätte das Rennen für Startnummer 235 auch locker zu Ende sein können: „Ich wollte einen Porsche Cayman ausgangs des kleinen Karussells kurz vor der Döttinger Höhe überholen“, so Schurig. „Dann sah ich im letzten Moment, dass zwei GT3-Autos mit den blinkenden blauen Leuchten schnell von hinten aufliefen und entschied mich, dass Überholmanöver erst auf der langen Geraden anzugehen und blieb hinter dem Cayman. Erst passierte uns ein GT3-Porsche, danach ein Mercedes SLS. Aus irgendeinem Grund drehte sich der SLS vor mir quer über die Bahn, und schoss wenige Zentimeter vor meiner Fahrzeugnase quer über die Strecke und schlug heftig in die Leitplanken ein.“

Doch damit war das Drama noch keineswegs vorüber: „Als ich den lauten Knall links von mir hörte, war mir klar, dass der SLS vermutlich gleich von der Leitplanke wieder auf die Rennstrecke zurückkatapultierte werden würde“, berichtet Schurig. „Ich rechnete fest damit, von ihm getroffen zu werden, aber er muss mich um wenige Zentimeter verfehlt haben. Im Rückspiegel konnte ich noch sehen, wie er auf der anderen Streckenseite erneut in die Leitschienen einschlug – Glück gehabt.“

BMW-Besatzung zufrieden mit Ergebnis

Beim 24h-Rennen braucht man eben auch immer ein wenig Glück, der Rest ist aber Können: alle vier Piloten hielten sich an die Marschrichtung, im Verkehr umsichtig zu agieren. Die Ingenieure und Mechaniker waren zufrieden, denn das ersparte dem Team unnötige Reparaturzeiten. Außer drei eingeplanten Bremsbelagwechseln gab es keine Vorfälle, die Mechaniker wurden mit jedem Stopp immer schneller. „Gratulation, Fahrer, Team und Mechaniker haben 24 Stunden fast fehlerfrei gemeistert, eine tolle Leistung“, so BMW-Motorsport-Chef Jens Marquardt.

Weil BMW mit dem werksunterstützten Einsatz für das Medien-Auto nicht gegen seinen eigenen Kunden antreten wollte, startete der BMW nicht in der Cup3-Klasse für die BMW M235i, sonder in der Klasse SP8T – und räumte prompt einen fetten Pokal für den Klassensieg ab. „Aber letztlich haben wir natürlich immer mit einem Auge auf die Cup3-Klasse geschielt“, so Jethro Bovingdon.

In der virtuellen Rechnung lag der Medienwagen lange auf Platz drei in dieser Cup-Klasse, aber durch den Strafstopp und den leichten Feindkontakt verlor das Team gut zehn Minuten oder eine Runde, womit letztlich Platz vier oder fünf in der Klasse herausgesprungen wäre. „Auch nicht schlecht“, so das Fazit von Marcus Schurig, „denn die anderen M235i-Teams fahren fast alle regelmäßig in der VLN und außerdem war die Klasse mit 13 Fahrzeugen qualitativ und quantitativ stark besetzt.“

Die Bilder vom M235i Art-Car mit der Startnummer 235 finden Sie in der Fotogalerie.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige