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sport auto-H&R-Tuner GP 2011

Schnelle Runden auf kleinem Kurs

Tuner GP, T-Shirt, Vollgas Foto: Rossen Gargolov 52 Bilder

Über 60 Starter vor 30 000 Zuschauern: Dank neuem Reglement startete der sport auto-H&R-Tuner GP wieder richtig durch. Frischer Wind zur richtigen Zeit, schließlich feiert das Treffen der Tuning-Elite 2012 sein 20-jähriges Jubiläum.

19.08.2011 Christian Gebhardt Powered by

Tüfteln, schrauben und lackieren bis zur letzten Sekunde - dunkle Augenringe verraten meist eine dramatische Vorbereitungsphase auf den sport auto-H&R-Tuner GP. Mike Rothe kann seine Augen vor Müdigkeit kaum noch offen halten: "Am Montag war unser Golf R20 noch ein Totalschaden. Ein Mechaniker hatte den Wagen um eine Laterne gewickelt. Wir haben bis letzte Nacht geschraubt", beschreibt der Chef der selbsternannten Turbo-Manufaktur Rothe Motorsport die nervenaufreibende Vorbereitung auf das Saison-Highlight. Start frei!

Nicht nur der reparierte Über-Golf R20 von Rothe mit 420 PS faucht giftig auf den Kleinen Kurs, als die Startampel auf Grün springt - mit 62 Startern vermeldet der sport auto-H&R-Tuner GP die zweithöchste Teilnehmerzahl seiner 19-jährigen Geschichte. Während der Wertungsmodus, bei dem die gemittelte Zeit der fünf schnellsten Runden zählt, unverändert blieb, sorgte das neue und offenere Reglement für frischen Wind. Neben alten Tuner GP-Hasen kamen zahlreiche neue Gesichter nach Hockenheim.

Rothe fährt mit Power-Golf zum Klassensieg

So wie die Crew des aufstrebenden Scirocco-Tuners mathilda racing, der in der VLN-Langstreckenmeisterschaft groß geworden ist. Bei der sport auto-H&R-Tuner GP-Premiere fegte der 450 PS starke VW Scirocco mathilda GT-R1 samt Käfig, KW-Clubsport-Fahrwerk und Movit-Bremsanlage in der stark besetzten Kompaktwagenklasse C2 auf Platz zwei. "Die Erkenntnisse beim sport auto-Tuner GP werden wiederum in die Entwicklung unseres straßentauglichen Autos einfließen", sagte Teamchef Michael Paatz zufrieden.

Obwohl die mathilda-Mechaniker mit einem Getriebewechsel vor dem Zeitfahren ähnlich hart wie schon die Rothe-Truppe arbeiteten, blieb die Krone für den schnellsten Kompaktwagen im Hause Rothe. Mit einer Zeit von 1.08,649 Minuten brannte Rothe-Dunlop-Pilot Markus Gedlich mit dem Power-Golf nicht nur einen hitverdächtigen Fabelwert in den Asphalt, sondern fuhr mit gleichmäßig schnellen Rundenzeiten zum überlegenen Klassensieg beim sport auto-H&R-Tuner GP.

Abarth 500 vs Mini in allen Variationen

Hauchdünn fiel hingegen die Entscheidung in der Kleinwagenklasse, dessen Besetzung eher einem Markenpokal glich. Hier bestimmten, bis auf den von Cartech unter anderem mit Akrapovic-Abgasanlage und KW-Fahrwerk frisierten Abarth 500, Mini das Geschehen. Dauerbrenner Schäfer Clubsport kämpfte mit drei Wagen gegen den neu aufgebauten AC Schnitzer-Mini JCW. Das Leichtbau-Duell der mit Carbon-Teilen getrimmten Mini entschied Schäfer Clubsport mit einem nur 1.049 Kilo schweren Boliden (AC Schnitzer: 1.054 kg) genauso knapp für sich wie den Klassensieg mit 0,029 Sekunden Vorsprung. Zeitgleich mit den Kleinwagen jagten die Teilnehmer der Turbo-Dieselklasse bis 2.000 cm3 über die Piste beim sport auto-H&R-Tuner GP.

Wie in den Vorjahren hatte Timo Kluck im 170 PS starken Wendland-VW Polo TDI den Sieg auch 2011 hier abonniert und begeisterte mit spektakulärer Fahrweise zum Teil nur auf zwei Rädern. Doch der Porsche-Testfahrer ließ es auch im Wendland-Porsche GT3 WRS 510 und im Mitsubishi Evo VII RS von Braun Motorsport richtig fliegen. Während Kluck im Evo sich den Sieg in der Limousinen-Turbo-Klasse knapp vor dem eindrucksvoll beflügelten Importracing-Evo schnappte, musste er sich in der GT/Sauger-Wertung beim sport auto-H&R-Tuner GP mit dem inoffiziellen Titel "Best of Sound" und einem zweiten Platz zufriedengeben.

Bundesliga-Torwart hängt den Wendland-Porsche ab

Der eigens von Wendland entwickelte Vierliter-GT3 RS mit 510 PS brüllte zwar mit bis zu 9.500 Touren leidenschaftlich, landete aber am Ende hinter der Callaway-Corvette Z06-RR von Heinz Müller. Wie im letzten Jahr nutzte der fahrerisch talentierte Torhüter von Fussball-Bundesligist Mainz 05 die Sommerpause, um beim sport auto-H&R Tuner GP schnelle Runden zu drehen. "Bevor ich Profi-Fußballer geworden bin, habe ich eine Kfz-Lehre gemacht und bin seitdem mit dem Sportwagen-Virus infiziert", erklärte der 33-Jährige.

Corvette in der GT/Sauger-Klasse, Nissan in der GT/Turbo-Klasse: Nachdem Importracing-Mann Alex Wutzke im Vorjahr mit seinem GT-R nur auf Platz drei fuhr, war die Marschroute für 2011 klar. 800 PS dank HKS GT800 Turbo-Kit plus Profirennfahrer Dominik Schwager sollten es richten. Der Plan ging auf. Mit einer halben Sekunde Vorsprung verwies Schwager den H&R-Porsche 911 GT2 RS trotz Leistungssteigerung auf 703 PS und Uwe Alzen am Steuer auf Rang zwei. Neben Alzen und Schwager griffen zahlreiche Profifahrer beim sport auto-H&R-Tuner GP ins Lenkrad. Nicht immer mit Erfolg.

Fantastische Stimmung und driftender Supersportler

„Wir hatten leider Getriebe-Probleme, aber im nächsten Jahr komme ich wieder zum sport auto-Tuner GP. Die Stimmung ist fantastisch“, erklärte Ex-DTM-Pilotin Ellen Lohr, die schon im freien Training mit ihrem 600 PS starken Carlsson-C 63 AMG ausfiel. Auch das Ex-DTM-Duo Katherine Legge und Peter Terting, das für Geiger- Cars startete, ereilte ein ähnliches Schicksal. Während Legge im Cadillac CTS-V Coupé nach einem unverschuldeten Unfall im Warm-up zusehen musste, endete die Zeitenjagd von Terting in der Corvette ZR1 nach einem technischen Defekt.

Problemlos verlief hingegen der Auftritt des einzigen Supersportwagens. Andreas Gülden absolviert souverän die fünf Zeitrunden im Väth-Mercedes SLS AMG mit 614 PS, bevor er mit Driftwinkeln die Unterschiede zwischen sport auto-H&R-Tuner GP und Drift-Challenge verschmelzen ließ.

Erstmals nach langjähriger Pause meldete sich die bayrische Mannschaft von Hohenester Sport mit Siegen in der Coupé-Turbo-Klasse und bei den Turbo-Fun- cars mit einem KTM X-Bow zurück. Bei den Saugmotor-Funcars trugen die beiden Caterham-Piloten Gottfried Müller und Kape Becker das interne Duell von Schäfer Clubsport mit wilden Driftwinkeln aus. Doch Caterham und X-Bow zählten nicht zu den exotischsten Boliden beim sport auto-H&R-Tuner GP.

Außergewöhnliche Fahrzeuge begeistern Zuschauer

Der Wegfall der Strassenzulassungspflicht belohnte die 30.000 Zuschauer mit kuriosen Vehikeln. Breite Heckflügel und leergeräumte Fahrgastzellen hatten Hochkonjunktur. Das Schweizer Team von Zoatec rückte bei seiner TGP-Premiere mit einem nur 954 Kilo schweren Honda Civic VTI K24 mit 315 PS und Carbon-Karosserie und einem Honda Integra K20 Turbo mit 500 PS an. "Gratulation an meine Mannschaft", freute sich Teamchef Marco Zoa über den Doppelsieg in der Yougtimer-Kategorie. Ein weiterer Exot sorgte in der Cabrio-Klasse für Aufsehen. Hinter der bärenstarken TIKT-Dodge Viper fuhr Benjamin Sauerborn in dem an die Lister-Jaguar der Fünfziger Jahre erinnernden Lucra LC 470 mit Corvette-V8 auf P2 bei den Cabrios. Und was ist eigentlich mit der erfolgreichsten Mannschaft des sport auto-Tuner GP des letzten Jahres - MTM?

Trotz sechs eingeschriebenen Fahrzeugen hatte der Wettstettener Tuner 2011 viel Pech und erntete nur den Sieg in der Dieselklasse über 2.000 cm3. "Der Tuner GP hat für uns immer Priorität - Hauptsache, wir sind dabei", erklärte ein entspannter MTM-Chef Roland Mayer. Unabhängig vom Ergebnis herrschte in der MTM-Box trotzdem wie immer heitere Stimmung - Insider vermuten dahinter das ein oder andere Weizenbier. Und das dürfte auch 2012 in Strömen fliessen, schliesslich gilt es dann das 20-jährige Tuner GP-Jubiläum zu begiessen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft