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sport auto-High Performance Days 2012

Rückblick auf die DriftChallenge

BMW M3 Kompressor, Driften Foto: Rossen Gargolov 25 Bilder

Volle Tribünen in der Hockenheimer Sachskurve. Im Rahmen der sport auto-High Performance Days heizten 50 Drifter aus elf Nationen den Zuschauern bei sonnigen 30 Grad Celsius ordentlich ein. Rückblick auf die DriftChallenge 2012.

23.08.2012 Uwe Sener Powered by

Was ist Driften? Driften beschreibt den kontrollierten instabilen Fahrzustand mit „rutschender Hinterachse“. Diese Fahrtechnik wurde früher von diversen Rennfahrern genutzt, um das Untersteuern zu minimieren oder zu eliminieren. Heute wird diese Technik nur noch fast ausschließlich von Rallyefahrern in Spitzkehren und engen Kurven angewendet.
 
So viel zur nüchternen Theorie. Emotional betrachtet ist das Driften die schönste oder zumindest spaßigste Art, ein Fahrzeug durch eine Kurve oder Kurvenkombination zu bewegen. Den Spaß am Driften hat auch sport auto früh erkannt und 1999 zum ersten Mal im Rahmen des sport auto-TunerGP als Wettbewerb eingeführt. Über die Jahre gewachsen, wird die sport auto DriftChallenge inzwischen nach internationalen Standards im Driftsport ausgerichtet.

DriftChallenge fordert Opfer

Gestartet wurde dieses Jahr am Freitag vor Pfingsten auf dem Hockenheimer Ostkurs. Die anspruchsvolle und schnelle Strecke mit Driftgeschwindigkeiten von über 100 km/h forderte schon im Training erste Opfer - Kampfspuren an Stoßstangen, Kotflügeln und technische Defekte. Nicht verschont davor blieb sport auto-Pilot Uwe Sener, der nach einem Querlenkerbruch nicht an den Wertungsläufen teilnehmen konnte. Erst am nächsten Tag war der Kompressor-BMW für die Show wieder startklar.
Nach dem Qualifying, das sind Einzelläufe, die nach Speed, Driftwinkel, Linie und Stil bewertet werden, folgt die Twinbattle. Die besten 32 aus dem Qualifying kämpfen hier im K.O-System um den Titel. Jeweils zwei Fahrer treten direkt gegeneinander an, wobei der vordere Fahrer die Linie vorgibt. Der hintere versucht, möglichst aggressiv bis auf wenige Zentimeter heranzudriften. Im Optimalfall kann er sogar überholen.

Fliegender Holländer ist nicht abzuschütteln

Dies gelang, wie auch schon im Vorjahr, Remmo Niezen aus Holland am besten. Nach einem Motorschaden an seinem 450 PS-Driftboliden im Training zeigte er mit seinem 320 PS starken BMW E30 M3-Ersatzwagen, dass Leistung zwar hilfreich, aber eben nicht alles ist - zumindest Motorleistung. In der Qualifikation noch auf Platz 7 gewertet, kämpfte er sich durch die Top 32 nach vorn. Im Halbfinale gegen Patrik Ritzmann im 600 PS starken BMW E46 2JZ musste er alle Register ziehen. Remmo hatte zwar weniger Winkel, setzte sich aber jeweils zentimetergenau neben seinen Konkurrenten und ging so ins Finale. Dort erwartete ihn Alexander Gräff in seinem neu aufgebauten BMW E92 GT2 V8 mit 505 PS, der ihm das Leben nicht leichter machte. Aber auch hier war Remmo nicht abzuschütteln, er klebte förmlich an der Stoßstange von Alex und gewann mit knappem Vorsprung den Titel. Platz 3 sicherte sich der Engländer Matt Carter in seinem 500 PS starken Nissan 200 SX im kleinen Finale gegen Patrik Ritzmann.

Back to the roots zu Serienautos

Nach den morgendlichen Drifttaxi-Fahrten am Pfingstsamstag zogen die Drifter pünktlich um 14 Uhr ins Hockenheimer Motodrom ein. Bei der „Back to the roots“-Challenge im Stil der Drift-Anfänge mit seriennahen Fahrzeugen ohne spezielle Modifikationen waren die Zuschauer maßgeblich an der Wertung beteiligt. Wer den meisten Applaus erhält, der gewinnt. Hier konnte sich Dennis Köhler durchsetzen. Nach zwei Drehern legte er einen blitzsauberen Drift mit seinem nur 133 PS starken Mazda MX-5 auf den Asphalt und sicherte sich so den Status als Publikumsliebling. Damit ließ er unter anderem sport auto-Chef Horst von Saurma im Porsche, Patrik Simon auf Corvette und Tommy Winkelhock im BMW M3 CSL hinter sich.

Driftshow mit der King of Europe-Serie

Im Anschluss boten 50 Profi-Drifter eine actiongeladene Driftshow mit bis zu 10 Fahrzeugen im Teamdrift. Die weit angereisten Drifter der King of Europe-Serie traten am Ende noch zum Hockenheim Exhibition Match an. Benjamin Boulbes aus Frankreich konnte sich gegen neun Mitstreiter behaupten und nahm den Pokal mit nach Hause.
„Bei der Performance und dem starken Starterfeld der sport auto-DriftChallenge war deutlich zu sehen, wie weit sich der Driftsport entwickelt hat. Vielen Zuschauern fällt es inzwischen schwer, die Unterschiede zwischen den Fahrern auszumachen“, so Andy Jaenen aus Belgien, international erfahrener Drift-Juror. Bleibt also abzuwarten, ob jemand den Altmeister Remmo Niezen 2013 vom Thron driftet.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft