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Sport: Rallye Dakar 2009

Jenseits von Afrika

Rallye Dakar 2009 19 Bilder

Die Rallye Dakar wandert aus: Vom 3. bis zum 18. Januar 2009 wühlt sich die Blechkarawane erstmals nicht durch Afrika, stattdessen mahlen sich die Stollenritter durch Argentinien und Chile. Das Mitsubishi-Team plant eine Titelverteidigung mit einem neuen Rallye-Lancer. VW will das verhindern und wird mit seiner blauen Allrad-Flotte als stärkster Konkurrent gehandelt.

02.01.2009 Powered by

Keiner weiß, was uns erwartet“, orakelt Sven Quandt. Seit Tagen und Wochen studiert der Team-Eigner von X-raid BMW schon per Google Earth die Pisten zwischen Buenos Aires und Valparaiso. Ja, die Königin aller Wüstenrallyes, die Dakar, zieht um. Nach Südamerika. Zwischen Atlantik und Pazifischem Ozean müssen in Argentinien und Chile 9574 Kilometer von 530 Motorrädern, Quads, Autos und Lkw bezwungen werden. Absolutes Neuland für die Stollenritter. Quandt, der bei der Dakar mehrfach selbst ins Steuer griff: „In Afrika wusste ich genau, auf welchen Etappen man auf Angriff fahren muss und wo es besser war, nur den Spuren seines Vordermanns zu folgen.“ Jetzt gehören bei allen Teams Reiseführer zur Pflichtlektüre. Das Erkunden der Pisten vor Ort ist nämlich verboten – ganz im Geiste der alten Dakar (Tour-Daten und Routenplan: siehe Fotoshow).

Trotzdem ist die Freude auf die neue Herausforderung groß: Pampa mit Sonnenblumen bis zum Horizont, übermannsgroße Kakteen, Vulkane und neugierige Lamas. Aber es kommt auch hart. Vielleicht sogar härter als je zuvor: Der Weg über die Anden in mehr als 4000 Meter Höhe wird Menschen und Motoren zum Japsen bringen. Die extrem trockene Atacama-Wüste – Death Valley soll ja dagegen das reinste Wattenmeer sein – dürfte die Leiber so ausdörren, dass sie nicht mal mehr schwitzen können. Wehe dem, der seine Wasserflasche morgens im Biwak vergisst. Die vom Veranstalter vorgeschriebene Notration – fünf Liter pro Nase – reicht unterwegs nur zum nackten Überleben.

Der Aufbruch zu neuen Ufern geschieht jedoch nicht freiwillig. Ein Blick zurück: Die Dakar 2008 wird kurz vor dem Start aus Angst vor Terroranschlägen abgesagt. Keiner will sich von Minen zerfetzen lassen oder in den Fängen marodierender Geiselnehmer enden. So sehr man den schier endlosen Sanddünen oder dem Ziel am malerischen Lac Rosé auch nachtrauern mag – die Abkehr von Afrika ist richtig. Außerdem kommt so frischer Wind ins Rennen – und bläst auch gleich den alten Wüstenfuchs Jean Louis Schlesser aus der Starterliste. „Le Patron“ hat für 2009 kein Ticket nach Südamerika gelöst. Das geachtete wie gefürchtete Schlitzohr lässt seine Buggys daheim verstauben. So richtig in die Waden beißen konnte der mehrfache Champion früherer Jahre die übermächtigen Werksteams von Mitsubishi & Co. zuletzt ohnehin nicht mehr.

Apropos Biss: Die roten Diamanten planen die Titelverteidigung mit einem neuen Streitwagen. Der Rallye-Lancer wird erstmals – genau wie die Boliden bei VW und X-raid BMW – von einem Selbstzünder angetrieben. Der 280 PS starke Dreiliter-V6 soll 650 Newtonmeter Drehmoment stemmen. Sehr stark auch das gleiche Mitsubishi-Fahrerquartett wie schon 2007: Alle haben die Dakar bereits einmal oder mehrfach gewonnen. Neun (!) Siege gehen allein auf das Konto von Stéphane Peterhansel.

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