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Sportliche Diesel-Modelle

Diesel-Dynamiker von Audi bis Porsche

BMW Alpina D5, Typenbezeichnung, Schriftzug Foto: Hans-Dieter Seufert 35 Bilder

Sind Fahrzeuge mit Dieselmotoren sportlich? Diese Frage sorgt immer wieder für hitzige Diskussionen – auch bei uns in der sport auto-Redaktion. Also versuchen wir, das Rätsel zu lösen und stellen die sportlichen Dieselfahrzeuge vor.

06.02.2014 Roman Domes Powered by

Früher war ein Diesel etwas für Sparfüchse. Im Lauf der Zeit haben sich Leistung, deren Entfaltung sowie das sportliche Selbstverständnis der Selbstzünder in allen Fahrzeugklassen positiv verändert - von Kompakten bis hin zu Sportwagen.

Kompakte Diesel mit sportlichem Talent

Kompakte machen auf der Rennstrecke eine gute Figur - auch mit Dieselmotor. Das haben sie zuletzt im Test bewiesen. Dort verglichen wir den VW Golf GTD mit starken Diesel-Modellen anderer Hersteller. Der VW Golf GTD leistet 184 PS. Den gleichen Motor verbaut Seat im Leon FR und Audi im A3 2.0 TDI. 184 PS leistet ebenfalls der Zweiliter-Vierzylinder im BMW 120d. Mit der "M-Performance Power Kit" genannten Leistungssteigerung sind es exakt 200 PS. Das Top-Diesel-Modell der 1er-Reihe, der BMW 125d, übertrifft mit seinem 218 PS-Zweiliter-Biturbo-Dieselmotor als einziger Kompakter die 200 PS-Marke.

Nicht ganz an diese Marke heran reichen die 195 PS des Opel Astra GTC CDTI Biturbo. Aber im Fall des Astra hilft Leistung allein nicht, "weil die hohe Fahrzeugmasse von 1.574 kg (das sind 120 Kilo mehr als im Golf GTD) die ansatzweise vorhandene Dynamik zu verhindern weiß", so Kollege Jens Dralle beim Test. Masse kaschieren, dafür eignen sich Turbo-Triebwerke besonders gut. Das bei Dieselmotoren aufgrund der hohen Verdichtung übliche üppige Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen wirkt sich positiv auf das erlebte Geschwindigkeits- und Beschleunigungsgefühl aus.

BMW dominiert die Diesel-Mittelklasse

Auch die Mittelklasse wird immer luxuriöser und damit schwerer. Turbodiesel sind hier besonders gefragt und das Segment der schnellen Selbstzünder dominieren BMW und Alpina seit Jahren.

Leistet der für einen Diesel drehfreudige Motor im BMW 330d bereits 258 PS, so setzt der 335d eins drauf: 313 PS quetscht das Biturbo-Triebwerk aus drei Litern Hubraum und verteilt die Kraft auf vier Räder. Reicht das nicht, gibt’s mehr Diesel-Power von Alpina. Die Allgäuer modifizieren den Reihensechszylinder samt Turbo-Peripherie (bessere Luftführung, mehr Ladedruck, neuer Abgaskrümmer). Die Konsequenz daraus sind 350 PS im Alpina D3 Biturbo (Fahrbericht hier). Und was macht die Konkurrenz? Audi kapituliert bei durchaus sportlichen 245 PS, denn der 3.0 TDI-Biturbo-Motor mit 313 PS passt nicht in die Modelle A4 und A5.

Dann gibt es ja noch die Marke mit dem Stern. Aber Mercedes-Benz tut sich aktuell im Dieselbereich etwas schwerer, denn die neue C-Klasse vom Typ W205 ist bisher nur mit dem 220 CDI und 170 PS zu haben – da werden die Schwaben sicher nachlegen. Beim Vorgänger gab es den Dreiliter-V6 mit 265 PS. Die neue C-Klasse soll deutlich sportlicher werden als die gemächlichen Vorgänger, also würde ein neuer Diesel-Motor mit mehr Dampf Sinn machen.

Bis zu 381 Diesel-PS in der Oberklasse

In der Oberklasse nutzt der Mercedes CLS 350 CDI 4matic diesen Motor als High-End-Diesel. Interessantes Detail ist, dass es in der facegelifteten E-Klasse – die Basis für den CLS – den 265-PS-Selbstzünder nicht gibt. Seine Stelle als stärkster Diesel nimmt der 252 PS leistende E 350 CDI ein.

Audi hingegen kann in der Oberklasse mit einem leistungsstärkeren Diesel punkten. Neben dem, bereits in der A4-Familie eingesetzten 3.0 TDI mit 245 PS gibt es noch eine weitere Evolutionsstufe, die es schafft, mit den 313 PS des BMW-Dreiliter-Triebwerks gleichzuziehen. Verfügbar ist sie im A6 und A7.

BMW verbaut den 313-PS-Diesel in 5er (535d) und 6er – dort heißt das Modell mit gleicher Leistung verwirrenderweise 640d. Bei Alpina hat man mit dem D5 Biturbo eine modifizierte Variante des 535d in petto, die 350 PS leistet und etwas sportlicher und eleganter auftritt. Getoppt wird diese stattliche Leistung von einem technischen Glanzstück: dem Dreiliter-Motor mit Triturbo – der BMW M550d mit permanentem Allradantrieb. Satte 381 PS schickt der Über-Diesel an beide Antriebs-Achsen. Den M50d-Motor gibt es zusätzlich in X5 und X6.

Italien und England durchbrechen die deutsche Dominanz

Bei Porsche hat man zwar eine ähnlich starke Diesel-V8-Maschine im Regal, doch die passt nur in den Cayenne. Der Panamera Diesel muss mit 300 PS zurechtkommen. Vielleicht ist es dem ein oder anderen schon aufgefallen: Es geht bisher recht deutsch zu im Diesel-Segment. Nun kommt aus England ein Konkurrent für die deutsche Diesel-Avantgarde in Form des Jaguar XF Sportbrake.

Der britische Dreiliter-Selbstzünder-Kombi leistet dank Biturbo-Aufladung 275 PS. Auf dieselbe Leistung kommt auch der zweite Diesel-Exot. Ausgerechnet ein Mitglied der Ferrari-Familie setzt auf die Erfindung von Rudoph Diesel – der Maserati Ghibli. Wie der Jaguar schöpft auch der Italiener seine Kraft aus drei Litern Hubraum mit zwei Turboladern.

Audi TT, Peugeot RCZ und Mercedes SLK sind mit Selbstzünder zu haben

BMW bietet kein Dieseltriebwerk im Z4 an, Audi und Mercedes hingegen bieten ihre Modelle TT und SLK damit an. Der 2.0 TDI leistet im Audi TT 170 PS, der SLK 250 CDI kommt auf 204 PS. Weniger Leistung als die beiden Süddeutschen hat der Peugeot RCZ HDI aus Frankreich mit 163 PS zu bieten. Alle drei Kandidaten haben einen identischen Hubraum von zwei Litern – ein größerer Motor würde die Vorderachslast weiter erhöhen und die Fahrdynamik ruinieren. Ein Diesel-Aggregat baut prinzipiell schwerer als ein vergleichbarer Ottomotor, weil der Block aufgrund der hohen Kompression sehr standfest konstruiert werden muss

Das ist auch der Grund, warum großvolumige, leistungsstarke Diesel vornehmlich in schweren Limousinen und SUV verbaut sind. Der 350 PS starke Alpina D3 Biturbo bildet hier die Ausnahme, und kostet mit einem Grundpreis von knapp unter 56.000 Euro (Limousine) kaum mehr als die – ausstattungsbereinigte - Münchner Basis, der BMW 335d. Damit ist der Allgäuer fast ein Fall für Sparfüchse mit Hang zum Selbstzünder. Denn die können heute, im Gegensatz zu früher, richtig sportlich sein. Ein Blick nach Le Mans genügt: Dort siegte Audi 2011 mit dem R18 TDI.

In der Bildergalerie stellen wir alle Dieselfahrzeuge mit Sport-Ambitionen vor.

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