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Sportwagen-WM (WEC), Rennen Spa Francorchamps

Überlegener Toyota-Sieg in Spa

WEC Spa 2014 Toyota Foto: xpb 26 Bilder

Beim zweiten Lauf zur Sportwagen-Weltmeisterschaft (WEC) in Spa konnte Toyota den zweiten Saisonsieg feiern: Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Nicolas Lapierre übernahmen nach 48 Runden die Führung und bauten ihren Vorsprung im weiteren Verlauf des auf sechs Stunden angesetzten Rennens kontinuierlich aus. Audi und der zweite Werks-Toyota komplettierten das Podium.

03.05.2014 Marcus Schurig Powered by

Die ersten knapp 50 Rennrunden konnte Porsche mit dem 919 Hybrid den Speed an der Spitze bestimmen und sich knapp vor dem späteren Sieger-Trio Lapierre, Buemi und Davidson behaupten. Beim zweiten Stopp fiel eine erste Vorentscheidung: beim Wechsel von Neel Jani auf Marc Lieb ging wertvolle Zeit verloren, weil Lieb das Auto beim Anfahren abwürgte. Toyota fertigte den TS040 Hybrid mit der Startnummer 8 neun Sekunden fixer ab und schnappte sich so die Führung. Fortan konnte sich das Spitzen-Trio recht souverän absetzen, im Ziel nach sechs Rennstunden (oder 171 Rennrunden) betrug der Vorsprung auf dem zweitplatzierten Audi R18 e-tron quattro von Loïc Duval, Tom Kristensen und Lucas di Grassi über eine Minute.

Audi hat völlig verwachst

Audi, die mit zwei R18 nach WEC-Spezifikation und einem Auto mit Low-Downforce-Kit für Le Mans nach Belgien gekommen waren, hatten in den ersten drei Rennstunden sichtbar Mühe, das Tempo von Porsche und Toyota an der Spitze mitzugehen: die Bayern versuchten, den Anschluss beim ersten Stopp durch Doppelstints mit den Reifen zu halten, doch der Schuss ging nach hinten los – der Abstand wuchs stattdessen kontinuierlich. Das Auto in Le-Mans-Konfiguration schien über das gesamte Rennen völlig chancenlos, dito das Nummer-2-Auto von Benoit Tréluyer, Marcel Fässler und Andre Lotterer.
 
Einzig der Wagen mit der Startnummer 1 stabilisierte seine Performance ab Rennmitte und konnte den Abstand zum siegreichen Toyota im Bereich von einer Minute konstant halten. Erstaunlicherweise waren die beiden High-Downforce-R18 nicht im Vorteil: Offenbar hat das neue Effizienzreglement für die LMP1-Klasse die alten Weisheiten für Spa hinweggefegt, denn es scheint nicht mehr Abtrieb als entscheidende Kerngröße zu zählen – sondern weniger Luftwiderstand und damit hohe Topspeeds.

Porsche sind schnell, aber anfällig

Porsche zeigte nach dem Podestplatz beim Debüt in Silverstone auch in Spa wieder seinen Speed: Im Qualifying holte man die erste Pole Position seit der Rückkehr in den Topmotorsport, im Rennen führten die Schwaben 48 Runden bis zum zweiten Boxenstopp. Im Stint von Marc Lieb wuchs der Rückstand auf den führenden Toyota dann jedoch kontinuierlich an, auf gut 30 Sekunden. In Runde 102 musste Romain Dumas nach einem Elektronikproblem zudem ein Reset der Steuergeräte durchführen, was in Summe fast eine Runde kostete und den Rückfall auf den vierten Schlussrang zur Folge hatte.
 
Der zweite Porsche 919 Hybrid von Mark Webber, Timo Bernhard und Brendon Hartley musste schon nach neun Runden zum ersten außerplanmäßigen Stopp an die Box, angeblich wegen Aufhängungsproblemen. Wenig später passierte das Gleiche wieder, diesmal an der Vorderachse. Durch mehrere Stopps fiel der Wagen mit der Startnummer 20 weit zurück.

Toyota und Porsche gut  für Le Mans gerüstet

Der WM-Lauf in Spa gilt traditionell als Richtungsweiser für das 24h-Rennen in Le Mans, weil sich die Streckenprofile in Teilen stark ähneln. Was konnte man in Spa also über Le Mans lernen? Toyota kam mit zwei TS040 Hybrid mit Le-Mans-Kit, also wenig Abtrieb. Das eine Auto siegte überlegen, dass andere unterlag im Schlussspurt gegen den Audi mit der Startnummer 1 – der mit viel Abtrieb an den Start gegangen war. Die beiden Porsche 919 Hybrid traten ebenfalls in Le-Mans-ähnlicher Konfiguration in Spa an, wobei ein Auto den Speed an der Spitze lange Zeit mitgehen konnte. Toyota und Porsche hatten also beide nur Fahrzeuge mit relativ wenig Abtrieb am Start – und waren schnell.
 
Der Audi in Le-Mans-Spezifikation konnte am gesamten Wochenende nicht mit Speed glänzen, ein R18 in WEC-Spezifikation mit viel Abtrieb konnte erst in der zweiten Rennhälfte das Tempo von Toyota und Audi mitgehen. Dementsprechend müsste sich Audi für Le Mans die größten Sorgen machen, Toyota präsentierte sich schnell und zuverlässig. Porsche ist sehr schnell, aber hinter der Dauerhaltbarkeit steht für das 24h-Rennen in Le Mans eben auch ein größeres Fragezeichen.

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