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E-Mobilität

Staatliche Förderprogramme in Europa

E-Mobilität Staatliche Fördermittel Foto: Yoshi Kimura 15 Bilder

In Europa ist zwar vom Rezept für Karamellbonbons bis zur Warnweste alles einheitlich geregelt, aber bei den Subventionen für die E-Mobilität der Zukunft herrscht die alte Kleinstaaterei - wenn sie überhaupt gefördert wird.

13.10.2009 Christian Bangemann

Der Hype um das E-Auto ist beispiellos. Wer glaubt, dass er in Deutschland besonders ausgeprägt sei, der sollte mal über die Grenze ins europäische Ausland schauen. Entsprechende Projekte werden von staatlicher und kommunaler Seite kräftig gefördert, dabei scheint es egal, ob die Kassen das Geld überhaupt hergeben.

10.000 Euro Prämie für den E-Mobil-Kauf

In Monaco beispielsweise wird die Anschaffung eines E-Mobils mit bis zu 8.000 Euro belohnt. Für den wohlhabenden Kleinstaat ist die Förderung kein Problem, aber auch Dänemark (Steuernachlässe bis maximal 30.800 Euro), Spanien (bis 6.000 Euro), Großbritannien (bis 5.825 Euro), Portugal (bis 4.500 Euro) und weitere europäische Nationen erlassen E-Mobil-Käufern entweder die Kfz-Steuern oder unterstützen die Kundschaft mit einem Zuschuss. Zusätzlich wird das Leben mit dem Stromer vielerorts angenehmer, weil Parken kostenlos ist, die Maut billiger wird oder Busspuren genutzt werden dürfen. Weltweit betrachtet zeigen sich vor allem die USA (bis 5.800 Dollar), Japan (bis 10.000 Euro) und China (6.700 Euro) als besonders großzügig in ihrer Förderung.

In Deutschland sind 5.000 Euro Unterstützung geplant

Warum Deutschland in dieser Auflistung fehlt? Ganz einfach, weil Berlin den Deckel fest auf dem Fördertopf hält. Dabei wird - wie üblich - seit langem um ein Zuschusspaket gerungen. Mit dem nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität, der im Sommer 2009 zwar verabschiedet worden ist, aber in Details an die nächste Regierung verwiesen wurde. Ursprünglich sollten die ersten 100.000 E-Mobil-Käufer in Deutschland je 5.000 Euro Unterstützung erhalten. Die beachtliche Summe von einer halben Milliarde wäre zusammengekommen, um den Kunden die neue Technik schmackhaft zu machen, die Bewilligung bleibt jedoch aus. Dabei wäre sie dringend nötig, weil E-Autos schon wegen des extrem teuren Akkus sehr kostspielig sind.

Elektro-Auto-Käufer werden in Deutschland nicht ausreichend unterstützt

Dass Stromer in Deutschland für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit und danach mit einer milden Gewichtssteuer belegt werden, klingt angesichts der internationalen Fördermaßnahmen nach einem Almosen. Der hohe Anschaffungspreis kann sich langfristig amortisieren, denn 100 Kilometer Fahrstrecke kosten nur etwa ein Drittel dessen, was bei einem vergleichbaren Benzin-Modell anfällt. Dennoch werden viele Jahre ins Land gehen, bis das E-Auto seinen Preis- Nachteil hereingespart hat. Aber welcher Kunde denkt beim Kauf so langfristig? Vor allem jetzt, wo die Benzin- und Dieselpreise an den Zapfsäulen wieder auf relativ erträglichem Niveau liegen. Fossile Rohstoffe werden jedoch wieder teurer, und zwar so stark, dass sie als Basis für Kraftstoffe in unseren Autos in absehbarer Zukunft zu wertvoll sind.

Bis 2011 wil Deutschland 500 Millionen Euro investieren

Diese Erkenntnis hat sich natürlich auch bis in Berliner Regierungskreise herumgesprochen, und so wird die E-Mobilität doch mit staatlichen Mitteln gefördert. Das Konjunkturpaket II sieht bis 2011 500 Millionen Euro für die Forschung und Entwicklung an Elektro-Mobilen und Batterien vor, und ein Teil des Geldes soll in die Infrastruktur fließen. So kann sich immerhin die Industrie an den Fördertöpfen laben. Aber auch hier zeigt sich das Ausland entschlossener. So war beispielsweise Portugal für Nissan interessanter als Deutschland, als nach dem Standort für eines der ersten großen Akku-Werke außerhalb Japans gesucht wurde. Zudem muss schon 2012 jedes fünfte Auto, das die öffentliche portugiesische Hand erwirbt, ein E-Mobil sein. Diese Entscheidung hat Nissan die Iberische Halbinsel zusätzlich schmackhaft werden lassen.

Deutschland hat ehrgeizige Ziele

Freilich gibt es auch in Deutschland ehrgeizige Ziele. Bis 2020 sollen nach Einschätzung der Regierung eine Million E-Autos fahren, 2030 mehr als fünf Millionen, und 2050 könnte der städtische Verkehr überwiegend elektrifiziert sein. An Sperrzonen für Autos mit Verbrennungsmotor - ein möglicher Anreiz, auf die teure Technik umzusteigen - denkt jedoch niemand. Damit steht Deutschland allerdings nicht allein, denn grünes Licht für solche Zonen gibt es wohl noch auf Jahre hinaus in keinem Land weltweit.

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