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Starmaxx-Rallye 2011

Der Teamgeist war die Herausforderung

Starmaxx-Rallye Foto: Hardy Mutschler 20 Bilder

Die StarMaxx-Rallye 2011 des Tübinger Boxenstop-Museums begann für alle Teilnehmer mit einem Blindflug, steigerte sich im Laufe der Ausfahrt zu einem Kurvenfestival und endete nach rund 500 Kilometern Fahrtstrecke mit einem Ballonflugwettbewerb.

27.12.2011 Powered by

Inzwischen ist die StarMaxx-Rallye bei Youngtimer-Fahrern längst fest verankert: Das dritte Wochenende im Juni ist reserviert für die StarMaxx-Rallye. An zwei Tagen erfahren die Teilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes die herrlichen Landschaften rund um die malerische Universitätsstadt Tübingen. Und Kenner wissen: Die Wege dorthin sind von Kennern für Könner ausgewählt. Und sie sind gespickt mit Aha-Erlebnissen - egal, ob in Sachen Streckenführung oder zu bewältigender Aufgabenstellungen.

Rainer Klink, Initiator der StarMaxx-Rallye und mit seinem Boxenstop-Museums-Team auch Ausführender der StarMaxx, und Elke Langhammer, Leiterin der Mercedes-internen Oldtimervereinigung HISTORIA Mobilis als Co-Sponsorin, beschworen den während der Veranstaltung immer wieder geforderten Teamgeist und schickten die 80 Fahrzeuge mit den besten Wünschen für gutes Gelingen pünktlich auf die Strecke.

Der Teamgeist war die Herausforderung

Es gab auch kein langes Grübeln, was es denn mit dem geforderten Teamgeist auf sich hat, denn schon die Startprüfung der StarMaxx-Rallye 2011 forderte die automobile Zwangsgemeinschaft ganz besonders: Der Fahrer, durch eine Augenbinde zum hilflosen Akteur verdammt, musste sich vom Beifahrer durch einen kurzen Parcours navigieren lassen. Das wäre ja noch ganz kommod zu leisten, würde nicht noch nebenbei die Uhr gnadenlos ticken. Die Zeitvorgabe von 20 Sekunden sollte aufs Hundertstel erfüllt werden - ein schwieriges Unterfangen, weil der Fahrer ja nicht sehen konnte, wann er die Lichtschranke passieren würde. Eine gemeine Prüfung. Es stellte sich direkt heraus, wie’s mit dem Teamverhalten im Cockpit aussieht. Denn während mancher Beifahrer mit der links-rechts-Schwäche seine liebe Not hatte, fiel es den Lenkradakrobaten nicht immer leicht, sich in ihrer Hilflosigkeit vom Mitfahrer dirigieren zu lassen.
 
Max Birnbreier, Verantwortlicher für die Streckenführung und Kreativzelle aller Aufgaben, hatte noch einige dieser Überraschungen parat: "Die StarMaxx-Rallye ist nix für egozentrische Lenkradakrobaten, sondern fordert ganz gewollt das Teamwork im und um das Cockpit", erläuterte er die Strategie. "Bei uns sind die Beifahrer kein schmückendes Beiwerk, sondern werden in allen Prüfungen intensiv eingebunden", untermauerte er seinen Anspruch.

Die besondere Mischung der StarMaxx-Rallye 2011

Damit sind auch schon die wesentlichen Stärken der StarMaxx-Rallye 2011 aufgezeigt: schöne Straßen abseits der ausgetrampelten Touristenpfade und viel Spaß bei den zum Teil kniffligen Aufgaben. Das alles eingebunden im Geist und Charme des feinen Boxenstop-Museums ergibt eine ganz besondere Zusammenstellung, die bei autoaffinen Menschen wohl auf einen gesunden Nährboden fällt. Die besondere Mischung zeigte sich auch beim Starterfeld: Das von Rainer Klink geschaffene Segment der Newtimer, das für Fahrzeuge jüngerer Baujahre vorbehalten ist, sowie die wahren Youngtimer waren in jeweils gleicher Klassenstärke vertreten.
 
Geschaffen wurde diese Zusammensetzung aus der Not heraus, die anfänglich nur schwach besetzte Youngtimer-Klasse aufzufüllen. Inzwischen hat sich dieses Konzept zumindest bei der StarMaxx-Rallye zu einem eigenen Charakter entwickelt. Für Rainer Klink spielt es dabei keine Rolle, ob so mancher Youngtimer-Purist ob dieser Zusammensetzung die Nase rümpft. Er will Menschen zusammenführen und nicht irgendwelche in ihrer Ideologie verfangene Grüppchen.
 
Wohl ein Konzept, das ankommt, waren doch schon lange vor Nennungsschluss alle Startplätze für die StarMaxx-Rallye 2011 ausgebucht. 500 erlebnisreiche Kilometer hatten die 80 Teams vor sich. In einer großen Schleife führte die Strecke am ersten Tag in den Schwarzwald, machte Halt in der Autosammlung Steim in Schramberg, um dann mit einem kleinen Abstecher auf die Schwäbische Alb wieder nach Tübingen zurückzukehren.

Die kritischen Momente

Dazwischen wurde geschätzt, gerollt, geworfen, gemessen, gerannt und gewogen. Stationen, die Freude, Frust und Spaß bereiten, aber - wie in den Gesichtern der Akteure abzulesen war - letztlich eine herzerfrischende Kur für die Autofahrerseele darstellte. Klar gab es da und dort bei der StarMaxx-Rallye 2011 kritische Momente. So musste der Gewichtsunterschied zwischen Fahrer und Beifahrer geschätzt werden. "Entweder spinnt die Waage oder meine Freundin hat mir immer etwas vorgeflunkert", knurrte ein Teilnehmer, als er mit seiner Schätzung so weit daneben lag, dass es die Maximalpunktzahl hagelte. Und dass Mann und Frau immer noch keine gemeinsame Vorstellung haben, wie viel denn nun 20 Zentimeter sind, zeigte sich spätestens beim gemeinsamen Einparkversuch.
 
Auch langjährige Freundschaften können gefährdet sein. Das zeigte sich, als ein Teilnehmer beim Schätzen des Alters von Kälbern per Handy Hilfe bei einem befreundeten Tierdoktor suchte. Er wollte wissen, ob an der Ohrmarke erkennbar ist, wann das Tier geboren wurde. Der Telefonpartner verneinte und wollte wissen, ob er denn die Geburtspapiere vorliegen habe. "Ich will das Kalb doch nicht kaufen", war die trockene Antwort, "ich will nur wissen, wie alt das Vieh ist." Ob er letztlich Hilfestellung beim Beantworten dieser Aufgabe bekam, ist uns unbekannt.

Doch für trübe Gedanken oder gar gekränkte Seelen gibt es wenig Raum. Durch das Wechselspiel der Aufgabenstellungen werden Fahrer und Beifahrer gleichermaßen gefordert. Spätestens bei der abendlichen Party der StarMaxx-Rallye 2011 im Boxenstop-Museum sind dank der guten Stimmung getrübte Beziehungen schnell wieder gekittet.
 
Das ist auch dringend nötig, wenn am zweiten Fahrtag der StarMaxx-Rallye 2011 wieder der Teamgeist gefordert ist. Die etwas kürzere Schleife über knapp 200 Kilometer weist die Akteure durch den Schwarzwald bis vor die Tore von Stuttgart. Für sportliche Nostalgiker führte Max Birnbreier die StarMäxxe über die legendäre Solitude-Rennstrecke, vorbei am Startturm, dem letzten verbliebenen Relikt dieses einst berühmten Rennkurses. Dabei lernen die Teilnehmer, dass solch ein Straßenkurs, gespickt mit Geschwindigkeitsbegrenzungen, viel von seiner Strahlkraft verliert - was bleibt, ist der Mythos.
 
Da wird das Rennfahrerherz beim freien Fahren auf abgeschlossenem Gelände wie dem Flugplatz Zepfenhan bei Rottweil schon eher bedient. Sprinten mit abschließender Bremsprüfung oder Slalom durch den Pylonenkurs ist ganz die Sache der Fahrer, da wird der Copilot zum Statisten.

Die besondere Mischung wird der StarMaxx-Rallye 2011 gerecht

Zum einen der heiße Reifen, ein anderes Mal - bar jeglicher Beinkleider - ein Sprint durchs Kneippsche Wassertretbecken: Die Mischung hat ebenso wie das Tübinger Auto- und Spielzeugmuseum einen Alleinstellungsanspruch, dem die StarMaxx-Rallye 2011 zur Gänze gerecht wird.
 
Dass ob solcher Aktionen die Zeit wie im Fluge vergeht, wird den Akteuren erst bewusst, als sie am Nachmittag das schwäbische Studenten-Mekka wieder erreichen. Nun gibt es Pokale und Preise. Und Museumsbesitzer Rainer Klink hat für alle tröstende, lobende oder aufmunternde Worte übrig, zudem hofft er, dass alle im kommenden Jahr wieder dabei sind.
 
Horst Kuni und Annette Brettsche werden ganz sicher wieder am Start sein. Beim abschließenden Ballonflugwettbewerb, der das bunte Wochenende spektakulär beendete, gewannen sie einen Freistart bei der nächstjährigen StarMaxx-Rallye, weil deren Ballon nach einer Flugdistanz von knapp 200 Kilometern in Wengen im Allgäu aufgefunden wurde.

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