Stauinfos im Navigationsgerät: TMC-Geräte melden Staus viel zu spät

TMC-Staudienst

Autofahrer, die ein Navigationsgerät kaufen wollen, sollten sich zuvor genau damit beschäftigen, woher das Gerät seine Informationen über Staus und stockenden Verkehr bekommt.

Bei einem Test von auto motor und sport waren Geräte mit dem kostenlosen Standard TMC (Traffic Message Channel) kaum zu gebrauchen, weil sie Staus nur mit großen Verzögerungen melden und gerade im Stadtverkehr Ausweichstrecken nicht erfassen. Die Systeme RTTI von BMW und das von TomTom genutzte HD-Traffic melden Staus dagegen in Echtzeit, weil sie sich beispielsweise auf anonymisierte Daten von Handys stützen. Auch Online-Systeme wie Google Traffic arbeiten nur mit geringen Verzögerungen. 

TMC und TMC pro melden zu langsam

Der alte Standard TMC, der häufig in portablen Navigationssystemen der unteren Preisklasse, aber auch noch in einigen Ab-Werk-Systemen eingesetzt wird, fiel im Test als nicht empfehlenswert durch. Bei TMC werden Verkehrsmeldungen über UKW mitgesendet und vom Navigationsgerät empfangen. Da die Behinderungen von Polizei, ADAC und Verkehrsleitzentralen gemeldet werden müssen, werden Staus nur mit großen Verzögerungen angezeigt oder haben sich schon wieder aufgelöst. Zudem werden überwiegend Autobahnen und Schnellstraßen erfasst, während TMC innerorts nahezu unbrauchbar ist. Im Test wurde beispielsweise die durch Stuttgart verlaufende B14 als frei gemeldet, die völlig überlastet war.

Der verbesserte Standard TMC Pro, auch Navteq Traffic genannt, erreichte immerhin ein befriedigend. TMC Pro arbeitet schneller, weil es die Daten von Tausenden in den Asphalt eingelassene Induktionsschleifen, an Brücken angebrachten Sensoren und in Flottenfahrzeugen installierten Messsystemen auswertet. Darüber hinaus werden innerstädtische Hauptstraßen erfasst. Alle Daten werden über UKW an die Navigationsgeräte übertragen. Offenbar kommt es dabei zu Verzögerungen. So dauerte es im Test bis zu einer halben Stunde, bis die Staumeldungen mit TMC Pro angezeigt wurden.

Mit einem sehr gut schnitten dagegen die Online-Geräte im Test ab. Veränderungen des Fahrzeugaufkommens wurden innerhalb weniger Minuten angezeigt. Dabei nutzt RTTI (Real Time Traffic Information), das von BMW, TomTom (HD-Traffic) und anderen Herstellern in hochwertigen Geräten eingesetzt wird, beispielsweise die zahlreichen mobilen Internet-Anschlüsse. RTTI stellte im Test die Verkehrslage sowohl in der Stadt wie auch auf der Autobahn nahezu ohne Verzögerung zutreffend dar. Allerdings ist die Nutzung von RTTI und HD-Traffic nach einer anfänglichen Gratisfrist kostenpflichtig.

Gleich gut, aber kostenlos können Smartphone-Nutzer die Verkehrslage online mit der Google-Maps-Funktion beobachten. Google-Traffic lieferte im Test ein präzises Bild der aktuellen Verkehrsströme. Notwendig ist dafür lediglich eine Smartphone-Halterung im Cockpit und eine Datenflat fürs Handy.

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