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Stephen T. Odell

"Wir hatten nichts zu sagen"

Foto: Mazda

Der Mazda-Vertriebschef Stephen T. Odell äußert sich im Interview mit auto motor und sport über Verkaufserfolge, Fehler der Vergangenheit, den Wankel-Sportwagen RX-8 und den Großaktionär Ford.

13.10.2003

Mazdas Verkaufszahlen in Europa steigen in atemberaubendem Tempo. In den ersten acht Monaten sind es fast 38 Prozent. Worauf führen Sie das zurück?

Odell: Mit dem Mazda 6 sind wir wieder auf die automobile Landkarte zurückgekehrt. Immerhin waren wir, auch als es nicht so gut lief, bekannt für gute Qualität. Damals verkauften wir weniger als 150.000 Autos. In diesem Jahr werden es 220.000 sein - mehr, als wir geplant hatten.

Mit dem Mazda 3 traut sich Mazda in die hart umkämpfte Golf-Klasse. Mutig, oder?

Odell: Das Geschäft ist ja keine Zauberei, wenn man gute Produkte hat. Und der Mazda 3, von dem wir, weltweit aufs Jahr gerechnet, 250.000 verkaufen wollen, wird uns ein gutes Stück voranbringen.Wir haben ja nicht einfach den 323 durch einen etwas besseren Mazda 3 ersetzt, sondern ein signifikant besseres Auto gebaut. Wenn man gegen die
Golf und Astra antritt, muss man das auch haben.

In welchem EU-Markt hat Mazda den höchsten Zuwachs?

Odell: In Italien haben wir von 10.000 auf 14.000 zugelegt.

Und von der Fiat-Schwäche profitiert?

Odell: Wenn es nur das wäre, könnte man unseren starken Anstieg in Großbritannien nicht erklären, wo wir auch 40 Prozent Plus erreicht haben. Bisher wusste kein Italiener, dass Mazda überhaupt existiert.

Wird sich Mazda auch in der Oberklasse wieder melden?

Odell: Wir sollten uns auf die Segmente Kleinwagen, Kompakt-
und Mittelklasse sowie unsere Sportwagen konzentrieren. Zusammen wollen wir in näherer Zukunft 1,5 Millionen Autos absetzen, rund ein Drittel mehr als noch vor einem Jahr.

Der MX-5 ist besonders in Deutschland sehr beliebt. Ist er nicht schon zu lange auf dem Markt?

Odell: Er ist jetzt 13 Jahre alt und bekam vor drei Jahren das zweite Facelift. Überraschendes Ergebnis: Danach kam der MX-5 auf sein zweitbestes Verkaufsresultat überhaupt. Der Erfolg dieses Autos liegt eigentlich darin, dass es der erste preisgünstige Roadster überhaupt war.

Mit dem wankelgetriebenen RX-8 besetzt Mazda eine exklusive Nische. Ist das nicht nur eine teure Image-Pflege?

Odell: Das ist eben das absolut Aufregende und Einzigartige an Mazda: Wir haben den britischen Roadster neu erfunden, und wir leisten uns ein High-Tech-Produkt wie den Wankel. Wir müssen gegen solche Namen wie Toyota und Honda antreten. Und da wir hier gut abschneiden, kriegen wir dafür auch den verdienten Lohn.

Die RX-8-Markteinführung ist um mehrere Monate verspätet. Warum?

Odell: Zunächst ist die Kapazität auf 60.000 begrenzt. Der Motor ist komplex und nicht so einfach herzustellen. Es gab bestimmte Zulieferprobleme, deren Ende jetzt aber absehbar ist. Obwohl noch keiner dieses Auto live gesehen hat, haben wir allein aus Deutschland schon 600 Bestellungen vorliegen, die wir dann ab Jahresende bedienen werden.

Ist Mazda nicht ein viel zu stilles Unternehmen?

Odell: Vor drei, vier Jahren mag das zutreffend gewesen sein, aber da hatten wir auch nicht viel zu sagen. Mazda hatte damals, als das Geld billig war, hohe Kredite aufgenommen. Aber als die Blase platzte, standen wir mit hohen Schulden, aber keinem attraktiven Modellprogramm da.

Heute ist Mazda soweit, dass der große Ford-Konzern, der über 33 Prozent des Aktienkapitals besitzt, mit Plattformen versorgt wird. Bestimmt Ford, was gemacht wird?

Odell: Es wäre nicht korrekt zu sagen, dass Ford Mazda dirigiert. Ford ist der größte, aber nicht der einzige Aktionär. Sechs unserer Vorstände sind Japaner, vier sind Ford-Leute. Mazda ist ein japanisches Unternehmen. Uns sagt keiner, was gemacht werden soll.

Laufen nicht Modell- und Verkaufsplanung in enger Verzahnung mit Ford?

Odell: Wäre Mazda nichts weiter als ein Klon von Ford, dann hätten wir keine Existenzberechtigung. Jeder Mazda muss vom Styling, von der Anmutung und von der Fahrdynamik her ein echter Mazda sein. Der Knackpunkt liegt woanders. Ford baut sechs Millionen Autos, wir über eine. Dahinter steht eine Einkaufsmacht, und von der profitieren wir.

Wo will Mazda in zehn Jahren in Europa stehen?

Odell: Wir wollen 300.000 Autos absetzen - ein gutes Drittel mehr als heute. Das werden wir aber profitabel machen, nicht mit aggressivem Marketing, sondern mit Autos, die geschätzt und begehrt werden - eben Mazda.

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