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Straßen-Baustellen

Konjunkturpaket kurbelt Straßenbau an

LKW Stau 11 Bilder

Ende der Durststrecke: Dank der milliardenschweren Konjunkturpakete nimmt der Straßenbau wieder Fahrt auf. Ortsumgehungen und der Ausbau von Bundesstraßen haben Vorrang, doch auch die Autobahnen profitieren.

08.07.2009 Brigitte Haschek

Zugegeben, es hat etwas von Alarmstart. Doch angesichts lahmender Konjunktur wollte die Regierung auch bei den Verkehrsinvestitionen aufs Gas drücken. Bereits im November 2008 war ein Maßnahmenpaket "Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung" geschnürt worden, das je eine Milliarde Euro in diesem und im nächsten Jahr für Straße, Schiene und Wasserwege zusätzlich bereitstellte.

Stromtankstellen-Infrastruktur 5:34 Min.

115 Millionen Euro für das Elektroauto-Förderprogramm

Das zweite Konjunkturprogramm, welches im Februar ins Rollen kam, legte noch weitere zwei Milliarden Euro nach. Doch damit nicht genug. In diesem "Pakt für Wachstum und Stabilität", wie es in schönster Regierungs-Prosa heißt, werden zudem 115 Millionen Euro für das Förderprogramm Elektromobilität des Verkehrsministeriums lockergemacht. Damit sollen bis 2011 die Errichtung von Stromtankstellen, die Erprobung und die rasche Markteinführung von Elektrofahrzeugen in den Regionen Stuttgart, Berlin und Potsdam, Bremen und Oldenburg, im Rhein-Main- und Rhein-Ruhr-Gebiet sowie in Sachsen vorangetrieben werden.

Der Straßenbau hat bereits begonnen

Das deutsche Straßennetz profitiert im Reigen der Verkehrsträger mit insgesamt 1,8 Milliarden Euro am meisten von der staatlichen Wirtschaftsförderung. Das erste Paket umfasst 44 neue Projekte. Dabei handelt es sich größtenteils um den Bau von Ortsumgehungen - etwa von Lehrberg im Zuge der bayerischen B13, wo bereits die Arbeitskolonnen im Einsatz sind. Zudem hat der Ausbau von Bundesstraßen Vorrang. So werden beispielsweise die B49 in Hessen und die B173 in Bayern abschnittsweise auf vier Fahrspuren verbreitert.

243,7 Millionen Euro extra für schnellere Fertigung

Darüber hinaus sind vier Autobahnprojekte eingeplant. In Schleswig-Holstein wird bespielsweise die Lücke zwischen Itzehoe-Nord und -Süd im Verlauf der A23 geschlossen, die A1 von der Donau-Ems-Kanal-Brücke Richtung Kreuz Münster-Süd auf sechs Fahrspuren verbreitert. Auf der Autobahn A3 zwischen Helmstadt und Würzburg- West hat der sechsspurige Ausbau bereits begonnen. Unter dem Strich können bis Ende 2010 allein mit Mitteln aus dem ersten Konjunkturprogramm Baumaßnahmen im Wert von 456,3 Millionen Euro zusätzlich neu begonnen werden. Weitere 243,7 Millionen Euro stehen für die schnellere Fertigstellung bereit, und 220 Millionen fließen in die Instandsetzung bestehender Straßen.

Sanierung von maroden Brücken

Der Sanierung des Straßennetzes räumt dagegen der Investitionsplan des zweiten Konjunkturpakets mit einem Volumen von 350 Millionen Euro nun zweithöchste Priorität ein. Unter anderem werden die Taubertalbrücke auf der A81 in Baden-Württemberg, die hessischen A45-Talbrücken Ambach und Windelbach sowie die Rheinbrücke Düsseldorf-Flehe im Verlauf der A46 in Schuss gebracht. Vorfahrt hat aber nach wie vor, geplante Bauvorhaben vorzuziehen und begonnene zu beschleunigen.

Lkw-Parkplatznot soll behoben werden

400 Millionen Euro stehen für 19 neue Projekte bereit - fünf davon werden auf Autobahnen realisiert. So etwa der sechsspurige Ausbau der A81 zwischen Böblingen und Gärtringen, ein gefürchtetes Nadelöhr am Südwest-Tor zu Stuttgart. Gleiches gilt für die A10 zwischen Schwanebeck und Berlin-Weißensee. Und auch der Umbau des A4-Autobahnkreuzes Aachen steht auf der Liste. Mit insgesamt 130 Millionen Euro soll zudem ein Dauerübel auf deutschen Autobahnen kuriert werden - die chronische Lkw-Parkplatznot. Mindestens 14.000 Stellplätze fehlen entlang der Magistralen quer durch die Republik. Noch in diesem Jahr werden 3.000 Lkw-Parkplätze neu angelegt - unter anderem auf den Autobahnen A1, A2, A7, A27 und A30.

Zu wenig Mittel für die Verbesserung der Verkehrssicherheit

Konjunkturpakete als Wunschkonzert des Straßenbaus? Nicht ganz, wie Skeptiker meinen. "Die Engpassbeseitigung und Lückenschlüsse im Autobahnnetz, deren Planung mehr Zeit beansprucht, kommen zu kurz", sagt ADAC-Verkehrsexperte Wolfgang Kugele. Doch das liege in der Natur der Sache, für alle Regionen konjunkturelle Belebung in absehbarer Zeit erreichen zu wollen. Siegfried Brockmann, Chef der Unfallforschung der Versicherer, sieht gerade unter diesem Aspekt eine verpasste Chance: "Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sind völlig außen vor geblieben." Er hätte sich beispielsweise Mittel für mehr Schutzplanken zur Verhinderung von Unfällen mit Bäumen oder für die bessere Absicherung von Kreuzungen und Einmündungen außerorts gewünscht.

"Dort gibt es ein extremes Unfallgeschehen aufgrund von Abbiegekonflikten", weiß Brockmann. Zudem stünden zahllose Baumaßnahmen, die von den bundesweiten Unfallkommissionen zur Entschärfung von Gefahrenstellen vorgeschlagen seien, im Investitions-Stau.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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